Aktien Schweiz - Schwache Pharmawerte halten den SMI unten

Kräftige Kursverluste der Pharmawerte haben der Schweizer Börse am Donnerstag zugesetzt.
25.10.2018 17:45

Während die meisten Aktien nach anfänglichen Kurseinbussen ins Plus vorstiessen, rutschten die Indexschwergewichte Novartis und Roche deutlich ab und drückten den Leitindex ins Minus.

Der SMI schliesst um 0,2 Prozent tiefer auf 8706 Punkten. Vorübergehend sank das Bluechips-Barometer bis auf 8596 Zähler und damit unter die charttechnisch wichtige 8600er-Marke.

Dank Schnäppchenjägern, die auf ermässigtem Niveau zugriffen, liess der SMI das Tagestief hinter sich. Kaum Einfluss hatte die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Zinsen unverändert zu lassen.

Angst vor Preissenkungen für Medikamente

Die Angst vor einer Preissenkungsrunde im weltgrössten Gesundheitsmarkt USA schickte Novartis und Roche auf Talfahrt. Die SMI-Riesen sinken um 1,0 beziehungsweise 3,1 Prozent. Einem Analysehaus zufolge wird erwartet, dass US-Präsident Donald Trump noch am Donnerstag Änderungen bei der Vergütung von Medikamenten durch das Sozialprogramm Medicare ankündigen werde. Vor allem Arzneien zur Behandlung von Krebs, Augenerkrankungen und Rheuma dürften betroffen sein, heisst es. Beide Konzerne haben in diesen Therapiegebieten umsatzstarke Medikamente. Für 20 Uhr MESZ war eine Rede von Trump im US-Gesundheitsministerium geplant.

Die Lonza-Aktien sinken um 2,8 Prozent. Händler verweisen auf die europaweit schwachen Pharmawerte und Gewinnmitnahmen. Der Pharmazulieferer veröffentlichte ein Trading-Update im Rahmen der Erwartungen.

ABB für mässige Zahlen abgestraft

Die Anteile von ABB büssen 1 Prozent ein. Beim Elektrotechnikkonzern zog das Wachstum im dritten Quartal leicht an. Umsatz, Auftragseingang und operative Margen verfehlten die Erwartungen allerdings, erklären die Analysten von Baader Helvea. "Im aktuellen Umfeld werden auch nur leicht schlechter als erwartete Ergebnisse brutal abgestraft und gute Ergebnisse nicht belohnt", sagt ein Händler.

Nach einem stärker als erwarteten Gewinnanstieg im dritten Quartal steigen die UBS-Aktien um 1,1 Prozent. In den kommenden Jahren will die Grossbank das Wachstum in der Kernsparte Vermögensverwaltung ankurbeln - und hat dabei vor allem superreiche Amerikaner sowie den Wachstumsmarkt in Asien im Visier. Im Sog von UBS legen die Titel der Credit Suisse 1,1 Prozent zu.

Die Sika-Titel schnellen 8,4 Prozent hoch. Der Bauchemiekonzern erzielte im dritten Quartal erneut Rekordwerte bei Umsatz und Ertrag. Die ZKB hob die Empfehlung auf "Übergewichten" von "Marktgewichten" an und Baader Helvea setzte den Wert auf die "Top Picks List". Sika hat dieses Jahr bisher mehr als 10 Prozent an Wert verloren.

Luxusgüteraktien wieder gefragt

Die Aktien des Zementherstellers LafargeHolcim rücken am Tag vor der Quartalsbilanz 1,9 Prozent vor. Nach Tagen mit fallenden Kursen griffen die Anleger zu den Aktien der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch, die 1,8 beziehungsweise 1,9 Prozent anziehen.

Am breiten Markt schiessen die Titel von Ceva 31 Prozent auf 29,50 Franken hoch. Hauptaktionär CMA CGM bietet Aktionären, die aussteigen möchten, die Übernahme ihrer Aktien zum Preis von 30 Franken an. Der Logistikkonzern soll aber börsennotiert bleiben.

Die Panalpina-Anteile steigen um 3,5 Prozent. Der zweitgrösste Aktionär Cevian fordert in einem Interview des Magazins "Bilanz" den Rücktritt der Panalpina-Spitze.

(Reuters)