Aktien SchweizSchwacher Franken hilft der Schweizer Börse aus dem Tief

Der anhaltende Abwärtstrend des Frankens hat Anleger an die Schweizer Börse gelockt. Gebremst wurde die Erholung von den Kursabschlägen bei den Aktien der UBS.
28.07.2017 17:40

Der SMI liegt zum Börsenschluss bei 9019 Zählern praktisch auf dem Stand vom Vortag. Gegenüber der Vorwoche bedeutet dies ein Plus von 0,9 Prozent. Ein schwächerer Franken nützt der stark exportorientierten heimischen Wirtschaft und macht ihre Produkte auf dem Weltmarkt attraktiver.

Wegen des Schweizer Nationalfeiertags am kommenden Dienstag dürften viele Marktteilnehmer eine Brücke in ein langes Wochenende schlagen und am Montag zu Hause bleiben. Daher neigten sie dazu, Baisse-Positionen vor dem langen Wochenende glattzustellen, heisst es am Markt.

Die Aktie der Grossbank UBS verliert 2,9 Prozent an Wert. Händler sagen zwar, der Zwischenbericht der Bank sei insgesamt besser als erwartet. UBS hat im abgelaufenen Quartal dank steigenden Erträgen in der Kernsparte Vermögensverwaltung den Gewinn um 14 Prozent auf 1,2 Milliarden Franken gesteigert. Die Bank Vontobel streicht aber die Entwicklung der Kapitalquote als negativ hervor. Diese sank wegen eines Anstiegs der Risikogewichteten Aktiven (RWA). "Wenn man unbedingt ein Haar in der Suppe finden will, findet man auch immer eines", sagt ein Händler.

Credit Suisse überrascht auf der ganzen Linie

Dagegen legt die Aktie der Rivalin Credit Suisse um 3,1 Prozent zu. Credit Suisse hat im zweiten Quartal 2017 den Gewinn auf 303 Millionen Franken fast verdoppelt und etwa so viel verdient wie Analysten geschätzt hatten. "Was sich auszahlt, sind die Kostensenkungen", erklärt ZKB-Analyst Javier Lodeiro. Zudem sei wichtig, dass alle Einheiten zur Gewinnüberraschung beigetragen hätten. Gewinnmitnahmen in den UBS-Aktien und Umschichtungen in die Titel der Credit Suisse hätten die Bewegung verstärkt. "CS hat mehr Aufholpotenzial", sagt ein Händler.

Gewinnmitnahmen belasten auch die Anteile von Julius Bär mit 1 Prozent. Der Kurs war nach dem am Montag veröffentlichten und als sehr gut taxierten Halbjahresberichts um fast 10 Prozent gestiegen.

Die Anteile der Pharmariesen konsolidieren den jüngsten Anstieg. Novartis geben 0,1 Prozent nach und Roche 0,2 Prozent. Die Anteile von Nestlé notieren nach frühen Abgaben um 0,2 Prozent höher und tragen damit zur freundlichen Tendenz bei. Der Nahrungsmittelwert war am Donnerstag nach Bekanntgabe der Semesterresultate 1 Prozent gefallen.

Die Aktien von zyklischen und von Technologiefirmen zeigen sich uneinheitlich. Die Aktien des Prüfkonzerns SGS, des Duft- und Aromenherstellers Givaudan, des Chemiekonzerns Clariant und des Bauchemiespezialisten Sika geben nach. Dagegen stimmen die Papiere des Elektrokonzerns ABB, des Zementriesen Lafarge-Holcim und der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch in den Aufwärtstrend ein.

Myriad stürzt nach Ruf nach Kapitalerhöhung ab

Am breiten Markt stechen Myriad hervor, deren Kurs um 15,3 Prozent einbricht. Die Softwarefirma peilt eine Kapitalerhöhung in dritten Quartal an und prüft einen Rückzug von der Schweizer Börse.

Cosmo sinken um 1,8 Prozent. Die Pharmafirma hat im ersten Halbjahr einen Verlust von 17,3 Millionen Euro verbucht nach einem Gewinn von 5,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Forbo verlieren 5,2 Prozent. Der Belag- und Klebstoffhersteller fuhr im ersten Halbjahr wegen Einmalkosten im Zusammenhang mit Rückstellungen in einem Kartellverfahren einen Verlust von 28,9 Millionen Franken ein. Ohne diese Einmalkosten wäre der Gewinn gestiegen.

Gefragt waren die Titel von Idorsia, die um 6,7 Prozent höher stehen. Die Pharmafirma hat mit dem Mittel ACT-541468 (DORA) zur Behandlung von Schlafstörungen in einer Phase-2-Studie die gewünschten Resultate erreicht und plant nun eine Phase-3-Studie.

(REuters)