Aktien SchweizSchwacher Franken macht Schweizer Anlegern Mut

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch an den Aufwärtstrend der vergangenen Handelstage angeknüpft und auf breiter Front zugelegt.
02.08.2017 17:40

Getragen wurde der Anstieg vor allem von dem sich abschwächenden Franken und von guten Vorgaben aus den USA. Zudem schloss der Markt nach dem Nationalfeiertag vom Dienstag an die Entwicklung an anderen Märkten an. "Wir hatten einen gewissen Nachholbedarf", sagt ein Händler. Der SMI steigt bis Börsenschluss um 0,8 Prozent auf 9123 Zähler. Am Montag hatte der Leitindex 0,4 Prozent zugelegt.

Händler sagen, der SMI nehme einen neuen Anlauf, aus der Handelsspanne von 8800 bis 9200 Punkte auszubrechen. "Das ist jetzt der dritte Versuch, oben auszubrechen. Jetzt muss es klappen", sagt ein Händler. Ansonsten könnte die Marktteilnehmer der Mut verlassen. "Und dann wäre die untere Seite wieder angesagt."

Für Auftrieb sorgte das als sehr gut eingestufte Quartalsergebnis von Apple. Der Technologiekonzern hat dank eines überraschenden Anstiegs bei den iPhone- und iPad-Verkäufen den Gewinn um rund 12 Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar gesteigert. Positiv stimmte die Anleger auch, dass sich die Stimmung in der Schweizer Industrie weiter aufgehellt hat. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) stieg im Juli auf 60,9 Punkte - den höchsten Wert seit Februar 2011.

Gefragte Zykliker

Sämtliche Standardwerte legten zu - bis auf die Aktien von Sika, die wegen Gewinnmitnahmen 0,5 Prozent nachgeben. An die Spitze setzten sich zyklische Firmen wie der Uhrenhersteller Swatch, der Duft- und Aromahersteller Givaudan und der Sanitärtechnikfirma Geberit, die um 1,8 bis 2,5 Prozent anziehen.

Die Anteile von Julius Bär gewinnen 1,6 Prozent. Die Titel des Vermögensverwalters profitieren weiter von Käufen im Anschluss an den besser als erwarteten Halbjahresbericht, heisst es im Markt. Mit zu den stärksten Werten zählen auch Luxusgüterproduzent Richemont mit kräftigen Kursgewinnen. Gefragt waren auch Titel anderer konjunktursensitiver Unternehmen wie etwa des Elektrotechnikkonzerns ABB, des Prüfkonzerns SGS, des Personaldienstleisters Adecco und des Chemiekonzerns Clariant. Händler erklären sich die Gewinne unter anderem mit dem zum Franken erstarkten Euro.

Weniger hoch im Kurs standen Grossbankaktien. Die Titel von Credit Suisse steigen um 0,3 Prozent, diejenigen von UBS um 0,6 Prozent. Dagegen rücken die Papiere der Vermögensverwalter EFG International und GAM Holding, deren Halbjahresabschluss am Donnerstag veröffentlicht wird, um 3,5 und 3 Prozent vor.

Swiss Life steigen auf 15-Jahre-Hoch

Die Aktien der Glarner Kantonalbank ziehen 1,5 Prozent an. Die Bank hat den Gewinn im ersten Halbjahr um 15,7 Prozent auf 10 Millionen Franken gesteigert. Versicherungswerte wurden ebenfalls mehrheitlich zu höheren Kursen gehandelt.

Der Lebensversicherer Swiss Life gewinnt 2,4 Prozent an Wert und erreicht den höchsten Kurs seit mehr als 15 Jahren.

Auch die eher als defensive Anlage geltenden Index-Schwergewichte tendierten höher, hinkten aber etwas hinterher. Roche und Nestlé steigen um 0,7 Prozent, Novartis rücken 0,4 Prozent vor.

Die Aktien von Idorsia sind unverändert. Die Forschungsgesellschaft veröffentlicht am Donnerstag den Zwischenbericht.

Zulieferer profitieren von Apple-Zahlen

Am breiten Markt stechen die AMS-Aktien mit einem Kursanstieg von 4 Prozent heraus. Der Apple-Zulieferer profitiere vom guten Ergebnis des iPhone-Herstellers, heisst es. Die Anteile von SFS, ebenfalls ein Apple-Lieferant, steigen um 2 Prozent. Der GPS-Chip-Produzent U-blox gewinnt 1,3 Prozent an Wert.

Die Leonteq-Anteile schnellen 7,8 Prozent auf 58,85 Franken hoch. Credit Suisse hat die Empfehlung auf "Outperform" von "Underperform" angehoben und das Kursziel auf 72 Franken fast verdoppelt.

Nennenswerte Kursgewinne verzeichnen Aktien von kleineren und mittelgrossen Industriefirmen, denen ebenfalls der erstarkte Euro zugutekommt. Dazu zählen unter anderem Kardex, Starrag, AdvalTech und Belimo.

(Reuters)