Aktien Schweiz - Schwächerer Franken hilft Schweizer Börse auf die Sprünge

Eine deutliche Abschwächung des Frankens hat am Mittwoch der Schweizer Börse Auftrieb verliehen. Zusätzlicher Rückenwind stammte laut Händlern vom höheren Ölpreis und einer Reihe unerwartet starker Firmenergebnisse.
26.07.2017 17:40

Der SMI steigt bis Börsenschluss um 0,6 Prozent auf 8990 Zähler. Am Dienstag war der Leitindex um 0,5 Prozent gestiegen.

Der Franken fiel zum Euro auf den niedrigsten Stand seit Februar 2016. Auch der Dollar gewann an Wert. Der schwächere Franken macht die Produkte der exportorientierten Schweizer Firmen auf dem Weltmarkt konkurrenzfähiger. Der Anstieg des Euro sei ein Zeichen dafür, dass die Euro-Krise überwunden sei und das Ende der lockeren Geldpolitik der EZB erwartet werde, heisst es am Markt.

Impulse für die Zins- und Währungsentwicklung erhoffen sich die Anleger von den Ergebnissen der Offenmarktausschusssitzung der US-Notenbank Fed um 20 Uhr (MESZ). Die Zinsen dürften stabil bleiben. "Aber die Marktteilnehmer werden die Worte von Fed-Chefin Janet Yellen genau analysieren", sagt ein Händler.

Im Mittelpunkt des Interesses standen die Firmenergebnisse. "Die Bilanzsaison läuft auf vollen Touren", sagt ein Händler. Erfreulich sei, dass bisher grössere Enttäuschungen ausgeblieben seien. Die in den USA veröffentlichten Zahlen hätten zu rund 80 Prozent die Erwartungen übertroffen, sagt der Händler.

Kursfeuerwerk für Lonza nach starkem Halbjahresergebnis

Bei den Bluechips gewinnen die Aktien von Lonza 7,7 Prozent und markierten bei 233,70 Franken ein Rekordhoch. Der Pharmazulieferer hat nach einem starken Ergebnis im ersten Halbjahr die Mittelfristprognosen angehoben.

Gefragt waren auch die schwergewichtigen Titel des Pharmariesen Novartis, die um 1,3 Prozent zulegen. Der Genussschein von Rivalin Roche steigt am Tag vor dem Halbjahresbericht 0,1 Prozent. Morgan Stanley hatte Novartis auf "Kaufen" hochgestuft, aber Roche zum "Verkauf" empfohlen. Mit Nestlé gewinnt ein weiteres Schwergewicht 0,2 Prozent. Nestlé berichtet am Donnerstag über das erste Halbjahr. Der grösste Teil des Indexanstiegs ist damit Novartis geschuldet.

Leicht schwächer sind die Aktien von Lafarge-Holcim. Der Zementriese hat im ersten Halbjahr im Rahmen der Erwartungen abgeschnitten. "Möglicherweise lag der Umsatz etwas unter den Schätzungen mancher Analysten", sagt ein Händler. Zudem habe der Bauzulieferer die Absatzprognose gekappt.

Aktien anderer zyklischer Firmen tendieren meist eine Spur fester. ABB, SGSGeberit und Richemont ziehen an. Clariant rücken gar um 1 Prozent vor. Der Chemiekonzern wird am Donnerstag den Halbjahresbericht veröffentlichen.

Bankentitel weiter in der Aufwärtsbewegung

Die Bankaktien setzen den Aufwärtstrend fort. UBS steigen um 0,2 Prozent und Credit Suisse um 0,9 Prozent. Julius Bär konsolidieren den Anstieg der vergangenen Tage. Die Anteile von Rivale Vontobel sind dagegen um 1,2 Prozent fester. Der Vermögensverwalter legt die Zahlen zum ersten Semester am Donnerstag vor. "Vor dem US-Zinsentscheid am Abend und den Ergebnissen der Grossbanken am Freitag verhalten sich die Anleger etwas vorsichtiger", sagt ein Händler.

Die Aktien von EFG klettern um 2,5 Prozent auf 6,89 Franken. Der Vermögensverwalter habe die Erwartungen übertreffen können, heisst es.

Am breiten Markt stechen die Anteile von Tornos und Valora mit Kursgewinnen von 4,7 und 3,4 Prozent hervor. Der Maschinenbauer ist in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der Kioskbetreiber hat laut Händlern besser als vom Markt erwartet abgeschnitten. AMS holen dank positiven Kommentaren von Analysten einen Teil der Gewinnmitnahmen vom Vortag auf.

Die Aktien von Inficon büssen 5,7 Prozent ein. Die Aktie sei stark gestiegen und für einen weiteren Kursanstieg sei der Quartalsbericht nicht ausreichend gewesen. "Daher kommt es zu Gewinnmitnahmen", sagt ein Händler.

Die Aktien von Kudelski sacken um 6,4 Prozent ab. UBS stutzte die Empfehlung für den Technologiewert auf "Sell" von "Neutral".

(Reuters)