Aktien Schweiz - Schweizer Anleger blicken mit einem Auge nach Spanien

An der Schweizer Börse haben sich die Anleger am Dienstag zurückgehalten. Die Marktteilnehmer seien wegen der Entwicklung in Katalonien nervös und wollten abwarten, wie es weitergeht.
10.10.2017 17:45

Das Regionalparlament der spanischen Provinz kommt am Abend zu einer Sitzung zusammen. Danach könnte der Chef der katalanischen Regionalregierung, Carles Puigdemont, die Unabhängigkeit ausrufen. Die Zentralregierung in Madrid lehnt einen solchen Schritt ab. "Sollte es tatsächlich zur Deklaration der Unabhängigkeit kommen, könnte neben anderen Widrigkeiten auch an den Märkten eine steife Brise auffrischen", sagt ein Händler.

Der SMI bewegte sich in enger Spanne um das Vortagesniveau und notiert zum Handelsschluss um 0,1 Prozent höher bei 9267 Punkten. Aus charttechnischer Sicht sei der Leitindex dabei, den jüngsten Anstieg über die Widerstandszone um 9180/9200 Zähler zu konsolidieren. Sollte sich das Börsenbarometer über dieser Zone etablieren, sei ein Anstieg in Richtung des Rekordhochs von 9548 Punkten vom Sommer 2007 möglich.

Firmenspezifische Impulse blieben vor dem Start in die US-Bilanzsaison in den kommenden Tagen dünn gesät. In der Schweiz machten der Aromen- und Riechstoffhersteller Givaudan und die Schraubenhandelsfirma Bossard Angaben zum Geschäftsverlauf.

Givaudan überzeugt die Anleger

Die Givaudan-Aktien steigen um 3,1 Prozent. Bei 2179 Franken erreichte der Kurs ein Rekordhoch. Das Unternehmen aus Genf steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 7,7 Prozent auf 1,27 Milliarden Franken und schnitt besser ab, als im Markt erwartet. Die ZKB-Analysten sprechen von einer signifikanten Beschleunigung im dritten Quartal. Die Bank Vontobel will ihre Schätzungen erhöhen.

Ein gutes Ergebnis des Konkurrenten LVMH schiebt die Aktien der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch 1,0 und 0,7 Prozent hoch. Der Weltmarktführer aus Frankreich steigerte den Umsatz stärker als erwartet.

Wenig bewegten sich die Aktien der Banken: Credit Suisse sinken um 0,1 Prozent, die UBS-Titel zeihen um 0,1 Prozent an und Julius Bär sind gehalten. Auch Versicherungsaktien zeigten sich bei geringen Kursänderungen ohne klare Richtung.

Bei den als krisenresistent geltenden Indexschwergewichten gewinnt Nestlé 0,4 Prozent an Wert, während Novartis und Roche 0,7 und 0,3 Prozent nachgeben. Zyklische Werte zeigten bei meist geringen Kursänderungen keinen klaren Trend. ABB schwächen sich um 0,4 Prozent ab und Lafarge-Holcim rücken um 0,6 Prozent vor.

Bossard nach Zahlen gesucht

Am breiten Markt schnellten die Anteile von Bossard 6 Prozent hoch und erreichten zwischenzeitlich ein Rekordhoch bei 242,30 Franken. Die Schraubenhandelsfirma steigerte den Umsatz im dritten Quartal auch dank einer guten Entwicklung in Europa um gut zwölf Prozent auf 194,6 Millionen Franken. Für das vierte Quartal und das Gesamtjahr zeigte sich das Unternehmen zuversichtlich.

Die Aktien von Orascom setzen ihren Höhenflug fort und schiessen weitere 14 Prozent auf 11,70 Franken hoch. Der Titel werde aufgrund der Hoffnung auf eine Belebung des Tourismus in Nordafrika gesucht, heisst es am Markt.

Die Anteile des Flughafen Zürich klettern um 2,7 Prozent nach oben. Mit dem Beginn der Herbstferien dürften auch die Passagierzahlen kräftig steigen und die Kassen am grössten Schweizer Flughafen lauter klingeln lassen, sagt ein Händler.

(Reuters)