Aktien Schweiz - Schweizer Anleger halten sich vor US-Arbeitsmarktbericht zurück

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag nachgegeben. Die Anleger scheuten am Tag vor der Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts der US-Regierung und wegen der Katalonien-Krise vor grösseren Käufen zurück.
05.10.2017 17:45

Grundsätzlich sei die Stimmung aber gut. "Wenn sich die Wolken über der iberischen Halbinsel verzogen haben, dürfte einem Angriff auf das Rekordhoch nichts mehr im Weg stehen", sagt ein Händler. Der SMI ermässigt sich um 0,2 Prozent auf 9263 Zähler.

Bisher reagierten die Investoren laut Händlern erstaunlich gelassen auf die Entwicklung in Spanien. Das Verfassungsgericht des Landes versucht, die geplante Unabhängigkeitserklärung Kataloniens auszubremsen. Die obersten Richter untersagten am Donnerstag das für Montag geplante Zusammentreten des Regionalparlaments in Barcelona. Nach den Vorstellungen des katalanischen Ministerpräsidenten Carles Puigdemont sollte die Proklamation der Loslösung von Spanien bei der Sitzung erfolgen. Die separatistische Regierung hat sich bereits über andere Urteile des Verfassungsgerichts hinweggesetzt. Auch das Unabhängigkeitsreferendum vom vergangenen Sonntag in Katalonien war demnach unzulässig. Bei Investoren löste die Krise am Donnerstag keine Panik aus. Die Anleger deckten Baisse-Positionen an der Madrider Börse wieder ein und der Leitindex Ibex legte 2,4 Prozent zu.

Die Aktien erhielten am Nachmittag auch Unterstützung aus den USA, wo die Industrie mehr Aufträge an Land zog. Zudem erklärte Patrick Harker, Präsident der Philadelphia Federal Reserve Bank, er rechne 2018 mit drei Zinserhöhungen. Auch in der Euro-Zone konkretisiert sich allmählich der Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik. Gemäss den am Donnerstag veröffentlichten Protokollen ihrer jüngsten Zinssitzung lotete die Europäische Zentralbank (EZB) bereits mögliche Wege für eine künftige Verringerung ihrer umstrittenen Anleihenkäufe im kommenden Jahr aus.

Schwergewichte bremsen den Markt

In der Schweiz hatten die Anleger Cosmo im Blick. Die Aktien steigen um 2 Prozent, nachdem die der Pharmafirma bekanntgegeben hatte, dass die US-Arzneimittelbehörde FDA den Zulassungsantrag für Methylen Blau MMX angenommen hat. Die Behörde hat bis zum 21. Mai 2018 Zeit für eine umfassende Prüfung des Diagnostikums zur Erkennung von Dickdarmkrebs.

Gebremst wurde der Markt von den Pharmawerte Novartis und Roche, die 0,6 beziehungsweise 0,7 Prozent einbüssen. Der dritte SMI-Riese Nestlé verliert 0,4 Prozent an Wert. Der Grossteil des SMI-Rückgangs ist damit den drei Indexschwergewichten geschuldet. 

Die Aktie des Pharmazulieferers Lonza beendet den jüngsten Höhenflug und sinkt um 1,1 Prozent.

Die Finanzwerte stiessen mehrheitlich in die Gewinnzone vor. Die Aktien der Grossbank UBS legen 1,0 Prozent zu und die des Vermögensverwalters Julius Bär 0,8 Prozent. Auch die Versicherungswerte zeigen sich meist etwas fester.

Sika taucht nach Rückstufung

Uneinheitlich sind zyklische Anteile. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB und des Zementproduzenten Lafarge-Holcim büssen leicht Terrain ein. Die des Chemikalienherstellers Clariant und des Personalvermittlers Adecco rücken vor.

Die Sika-Anteile sinken um 1,3 Prozent. Die Analysten der UBS haben die Empfehlung für die Bauchemiefirma auf "Neutral" von "Buy" gesenkt.

Am breiten Markt steigen die Aryzta-Aktien um 3,0 Prozent. Der Backwarenhersteller profitierte von Wetten der Investoren darauf, dass der Aktienkurs den Tiefpunkt hinter sich gelassen hat.

Beim Bau- und Hotelkonzern Orascom strichen die Anleger nach dem jüngst kräftigen Kursanstieg Gewinne ein. Der Kurs sinkt um 2,6 Prozent.