Aktien Schweiz - Schweizer Anleger lassen sich von US-Daten nicht ausbremsen

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch den Erholungspfad trotz eines stärker als erwarteten Anstiegs der US-Teuerung fortgesetzt.
14.02.2018 17:40

Die US-Inflation habe den Markt nur vorübergehend gedämpft, sagen Händler. "Der Teuerungsanstieg ist kein 'Game Changer'", sagt ein Börsianer. Damit hätten die Marktteilnehmer rechnen müssen. Der SMI baut den Gewinn bis Börsenschluss auf 1,7 Prozent aus und notiert bei 8899 Punkten (Tageshoch 8901 Punkte).

Das Geschäft verlief einmal mehr volatil. Der Leitindex bewegt sich zwischen 8750 und 8900 Zählern. "Die Anleger waren recht nervös, weil zuletzt starke Daten vom Arbeitsmarkt Zinsängste geweckt und die Aktienkurse in den Keller geschickt haben", sagt ein Händler.

Der Preisauftrieb in den USA stieg im Januar mit 2,1 Prozent stärker als mit 1,9 Prozent erwartet und schürt Spekulationen auf eine aggressivere Zinspolitik. Nun würden 2017 vier und nicht wie bisher drei Zinsschritte der Fed erwartet.

CS mit Jahresbilanz im Fokus

Im Fokus der Anleger standen die Aktien der Credit Suisse mit plus 3,8 Prozent. Die Bank schrieb zwar 2017 erneut rote Zahlen, schnitt aber dennoch besser ab, als von Analysten erwartet. Eine Abschreibung wegen der US-Steuerreform brockte der Bank 2017 einen Verlust von 983 Millionen Franken ein. Analysten hatten einen Fehlbetrag von 1,1 Milliarden Franken erwartet. Nach einem guten Start ins neue Jahr gibt sich die Bank zuversichtlich.

Die Aktien von Clariant dagegen verlieren 2,4 Prozent. Der Chemiekonzern hat 2017 trotz des heftigen Ringens um die Zukunft des Unternehmens seinen Gewinn gesteigert. Unter dem Strich stand ein Plus von 302 Millionen Franken und damit 15 Prozent mehr als im Jahr davor. Unter der Ägide des neuen Grossaktionärs Sabic will Clariant seine Renditen im laufenden Jahr weiter steigern. Zudem hielt die Firma an der mittelfristigen Prognose fest. Händler sagen, Gewinnmitnahmen dämpften den Aktienkurs. Möglicherweise verkauften auch Anleger Aktien, die auf eine Erhöhung der Beteiligung von Sabic spekuliert hätten, sagt ein anderer Börsianer.

Fester präsentieren sich die Aktien der UBS (+1,4 Prozent) und der Versicherer. Swiss Re und Zurich steigen um 1,6 Prozent.

Starke Pharmawerte als Marktstütze

Als Stützen des Marktes erweisen sich die Pharmariesen Novartis und Roche mit einem Kursgewinn von 1,6 und 2,1 Prozent. Sie profitierten von positiven Produktmeldungen. "Zudem liegen sie kursmässig deutlich hinter dem Markt zurück", sagt ein Händler.

Die Anteile des Nahrungsmittelriesen Nestlé, der am Donnerstag den Jahresabschluss veröffentlicht, steigen um 1,5 Prozent. Von Reuters befragte Analysten erwarten 13 Prozent mehr Gewinn und ein organisches Wachstum von 2,69 Prozent nach 3,2 Prozent im Jahr zuvor.

Die Aktien zyklischer Firmen holten die Vortageseinbussen auf. Der Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB, der Sanitärtechnikfirma Geberit und des Personalvermittlers Adecco legen um 1,5 Prozent zu. 0,9 Prozent höher bewertet werden die Anteile der Inspektionsfirma SGS.

Kudelski nach schlechtem Ergebnis auf Talfahrt

Am breiten Markt büssen Kudelski 9,4 Prozent ein. Der Verschlüsselungsspezialist hat ein schlechter als erwartetes Ergebnis veröffentlicht und eine enttäuschende Prognose abgegeben.

Die Aktien der Bankengruppe Valiant und des Banksoftwareherstellers Temenos legen nach gut beurteilten Ergebnissen 2,6 und 0,3 Prozent zu. Die Papiere des Tourismuskonzerns Orascom und des Maschinenbauers Tornos leiden unter Gewinnmitnahmen.

Spekulative Käufe verhelfen den Aktien von Aryzta zu einem Plus von 3,3 Prozent. Die Aktie sei derart stark gefallen, dass sich die Hoffnung auf eine technische Erholung auszahlen könnte, sagt ein Händler. Aryzta sei stark leerverkauft und stelle eine klassische Turnaround-Situation dar.

(Reuters/cash)