Aktien Schweiz - Schweizer Anleger trauen sich nicht vor

Die Schweizer Börse hat sich am Donnerstag in engen Spannen bewegt. Vereinzelte grössere Kursausschläge führen Händler auf die geringe Marktliquidität zurück.
24.08.2017 17:45

Vor dem Beginn des Notenbanken-Gipfels in Jackson Hole wagten sich die Anleger nicht aus der Deckung. Auf der dreitägigen Konferenz am Fusse der Rocky Mountains treten am Freitag US-Notenbankchefin Janet Yellen und EZB-Präsident Mario Draghi auf. Die Marktteilnehmer erhoffen sich von ihnen Hinweise auf die künftige Geldpolitik in den USA und in Europa. Der SMI schliesst um 0,2 Prozent tiefer mit 8943 Punkten.

Bei den Standardwerten halten sich die Kursausschläge überwiegend in Grenzen. Einen Kursgewinn von 1,2 Prozent verbucht Lonza. UBS hat die Analyse des Pharmazulieferers mit der Empfehlung "Buy" aufgenommen.

Die Aktien des Luxusgüter-Herstellers Richemont und Swatch rücken 1,2 und 0,9 Prozent vor. Der US-Luxusjuwelier Tiffany erzielte im abgelaufenen Quartal einen überraschend hohen Gewinn.

Gefragt waren auch die Anteile des Aromen- und Duftproduzenten Givaudan sowie der Banken Julius Bär und Credit Suisse und des Versicherers Swiss Life.

Pharma-Aktien geben trotz guten Nachrichten nach

Die Roche-Titel ermässigen sich 0,2 Prozent. Die US-Arzneimittelbehörde FDA prüft nach positiven Studienergebnissen das Medikament Emicizumab des Arzneimittelherstellers gegen Hämophilie in einem beschleunigten Zulassungsverfahren. Die Novartis-Aktien geben 0,1 Prozent nach. Der Pharmakonzern hat von der EU grünes Licht für die Arznei Kisqali zur Behandlung von lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem Brustkrebs erhalten.

Merklich gebremst wurde der Markt von Index-Schwergewicht Nestlé, das 0,7 Prozent verliert.

Zyklische Werte bröckelten meist ab. Die Aktien von ABB ermässigen sich um 0,2 Prozent. Der US-Konzern General Electric hat Insidern zufolge die Verhandlungen für einen Verkauf seines Industrial-Solutions-Geschäfts an ABB wieder aufgenommen. GE habe seine Preiserwartungen gesenkt und peile nun einen Erlös von etwas mehr als zwei Milliarden Dollar an, statt den ursprünglich anvisierten mehr als drei Milliarden Dollar, sagten vier mit der Situation vertraute Personen.

Kurseinbussen verzeichnen auch der Personalvermittler Adecco, der Zementkonzern Lafarge-Holcim und die Sanitärtechnikfirma Geberit. Fester tendieren die Titel des Prüfkonzerns SGS und der Bauchemiefirma Sika.

Implenia tauchen nach Semesterzahlen

Grössere Kursänderungen gabs am breiten Markt. Die Implenia-Aktien brechen nach einem Halbjahresverlust und einer Prognosesenkung 11 Prozent auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr ein.

Dagegen steigen die Aktien von Sunrise um 7,3 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Der Telekomkonzern verdoppelte den Gewinn in den ersten sechs Monaten auf 27 Millionen Franken, erhöhte die Prognose und stellte eine höhere Dividende in Aussicht.

Die Titel von Myriad schliessen nach vorübergehend kräftigen Kursgewinnen auf dem Vortagesniveau. Der Anbieter von Mobiltelefon-Software erwägt weiterhin einen Rückzug von der Börse. Der Umsatz soll 2017 stabil gehalten werden, ab 2019 sollen die Erlöse wieder zulegen.

Die Komax-Anteile büssen 4,4 Prozent ein. Der Betriebsgewinn der Kabelmaschinenfirma schrumpfte in den ersten sechs Monaten um 17 Prozent auf 25,4 Millionen Franken.

(Reuters)