Aktien Schweiz - Schweizer Börse auf Konsolidierungskurs

Die Schweizer Börse holt am Mittwoch nach einem schwachen Start die Verluste auf und notiert gegen Mittag praktisch unverändert.
26.06.2019 11:50

Der Markt konsolidiere auf hohem Niveau, sagt ein Händler und spricht von einem uneinheitlichen Geschäft. Die Anleger verhielten sich vorsichtig.

Als Ursachen nennen Börsianer die von der US-Notenbank Fed gedämpften Zinsspekulationen, die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran und der Gipfel der G20-Staaten vom kommenden Wochenende. Die Umsätze seien moderat, was ein gutes Zeichen sei. "Die Anleger verkaufen nicht einfach, sie bringen nur einen Teil der Gewinne ein."

Der SMI notiert um 11.30 Uhr mit 9891 Punkten um 0,1 Prozent leichter. Das Tagestief lag bei 9838 Zählern. Der 30 Aktien umfassende SLI steigt 0,1 Prozent auf 1513 Punkte und der breite SPI ermässigt sich um 0,1 Prozent auf 11'949 Zähler. 17 der 30 wichtigsten Aktien legen zu und 13 geben nach.

Äusserungen aus den Reihen der Notenbanken hatten über Nacht den Zinsspekulationen einen Dämpfer versetzt. James Bullard, regionaler Notenbankchef aus St. Louis, bekräftigte zwar die Möglichkeit einer baldigen Leitzinssenkung. Ein grosser Zinsschritt um einen halben Prozentpunkt wäre aus seiner Sicht aber übertrieben. Auch Fed-Chef Jerome Powell gibt sich offen für Zinssenkungen. Kurzfristig dürfe aber nicht überreagiert werden.

Schwächelnde Gesundheitswerte

Gesundheitswerte stehen bei den Verlieren zuoberst. Dabei verursacht das Schwergewicht Novartis (-1,3%) den stärksten Druck aus. Händler erwähnen Medienberichte, wonach US-Präsident Donald Trump erneut die Pharmakonzerne und ihre Preispolitik kritisiere. Zudem zählen die beiden Pharmariesen Novartis und Roche (-0,5%) zu den tragenden Säulen der sehr guten Entwicklung der Schweizer Börse im ersten Halbjahr. Von der Kritik des US-Präsidenten könnten auch der Hörgerätehersteller Sonova (-1,2%), das Pharmaunternehmen Vifor (-0,9%), der Pharmazulieferer Lonza (-0,6%) und der Dentalimplantateproduzent Straumann (-1,0%) betroffen sein, heisst es.

Die Aktien von Nestlé (+0,3%) gleichen frühe Verluste aus und drehen  in die Gewinnzone. Der Nahrungsmittelriese führt die Nährwert-Ampel Nutri-Score für seine Produkte in Europa ein.

Tech- und Bankaktien im Hoch

Den stärksten Anstieg verbucht die Aktie von AMS (+4,4%). Auch andere Technologiewerte wie U-blox (+0,9%) ziehen an. Der US-Chiphersteller Micron hat laut Händlern die Lieferungen an den chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei teilweise wieder aufgenommen. Dies verschaffte der Micron-Aktie nachbörslich ein Plus von 10 Prozent. "Das gibt der ganzen Branche Hoffnung", sagt ein Börsianer.

Im Verlauf gewinnen die Banken zunehmend an Fahrt. Credit Suisse (+1,8%), Julius Bär (+1,5%) und UBS (+1,2%) sind gefragt. Händler erklären den Kursanstieg vor allem damit, dass nach der jüngsten Abwärtstendenz der Finanzwerte eine Erholung zu erwarten gewesen sei. "Wir sehen das auch daran, dass viele der Aktien, die den Markt auf Rekordniveau gehoben haben, heute im Angebot liegen. Andere, die Verlierer der Hausse, dagegen werden gekauft", sagt ein Händler.

Im Sog der Banken geraten auch die Versicherungswerte Zurich (+0,5%), Swiss Re (+0,5%) und Swiss Life (+0,4%) in den Aufwärtstrend. Die Assetmanager GAM (+2,3%) und Partners Group (+0,7%) legen ebenfalls zu.

Schindler PS schwächen sich um 0,1 Prozent ab. Gemäss einem Börsenbrief soll der finnische Grosskonzern Kone am Aufzugsgeschäft von Thyssen Krupp interessiert sein. Thyssen befindet sich in einer Umstrukturierung, nachdem die Fusionspläne mit dem indischen Stahlkonzern Tata Steel angebrochen wurden.

Kurseinbruch bei Lalique

Am breiten Markt brechen die Aktien von Lalique (-9,7%) ein. Die Luxusgüterfirma will ihr Kapital erhöhen.

Valora büssen nach einer Gewinnwarnung 3,2 Prozent auf 325 Franken ein. Sie machen damit einen Grossteil des anfänglichen Kurseinbruchs auf 245,50 Franken wett.

Auf Erholungskurs segeln die Aktien von Autoneum (+4,0%), Kuros (+3,4%) und die Biotechnologiewerte Santhera (2,6%), Basilea (+2,3%) und Obseva (+1,4%), die zuletzt unter Druck gestanden sind.

(AWP)

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