Aktien Schweiz - Schweizer Börse baut Verluste aus

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Donnerstagmittag im Minus. Nach einem bereits schwachen Start hat der SMI seine Verluste nur vorübergehend eingedämmt, ehe die Kurse weiter nach unten rutschten.
02.08.2018 12:00

Nach einem starken Juli kommt es damit zum Monatsbeginn im Anschluss an den Bundesfeiertag zu Gewinnmitnahmen. Geprägt wird die Stimmung insbesondere von Neuigkeiten im Zusammenhang mit dem Handelskonflikt zwischen den USA und China, was am Berichtstag insbesondere die chinesischen Aktien ins Rutschen brachte. So hatte US-Präsident Trump China mit einer weiteren Eskalation gedroht. Er lässt offenbar eine Erhöhung der geplanten Zölle auf chinesische Waren von 10 auf 25 Prozent prüfen.

Der Entscheid der US-Notenbank vom Mittwoch, die Zinsen vorerst unverändert zu belassen, führte an den Börse zu keinen nennenswerten Ausschlägen, da dies auch so erwartet wurde. Die Tür für eine weitere Leitzinserhöhung im September wurde jedoch noch etwas weiter aufgestossen. In den Fokus rückt nun die Bank of England, welche möglicherweise bereits am heutigen Donnerstag eine Zinserhöhung bekanntmachen wird. Für den Nachmittag sind ausserdem Konjunkturdaten aus den USA aus dem Industriebereich sowie zum Arbeitsmarkt angesagt.

Der SMI steht am Mittag 0,5 Prozent tiefer bei 9131 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI gibt 0,7 Prozent auf 1493 Punkte nach und der breite SPI 0,4% Prozent auf 10'859 Punkte.

Gefährdeter Freihandel: Swatch im Verkauf 

Am Tabellenende stehen Swatch (-2,8%), welche tendenziell von schlechten Nachrichten im Zusammenhang mit dem Freihandel mit China stärker in Mitleidenschaft gezogen werden. Gleich viel büssen Adecco ein. In Marktkreisen wurde in diesem Zusammenhang auf Verkäufe aus dem angelsächsischen Raum verwiesen. 

Auf der Verkaufsliste stehen auch weitere konjunktursensitive Aktien wie LafargeHolcim (-2,2%) oder ABB (-1,8%). Letztere werden von wenig erfreulichen Nachrichten von Siemens im Zusammenhang mit dem Quartalsergebnis und der Ankündigung eines Konzernumbaus zusätzlich gebremst.

Von den Banken büssen Julius Bär (-2,4%) und UBS (-2,3%) mehr ein als CS (-1,5%). Dass die UBS einen Erfolg vor Bundesverwaltungsgericht verbuchte, fällt kaum ins Gewicht. Demnach darf die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) Frankreich allein gestützt auf eine Liste mit mehreren tausend Kontonummern keine Amtshilfe leisten. CS verteidigen damit zumindest einen Teil ihrer Gewinne vom Dienstag im Anschluss an die Quartalszahlen.

Von den Schwergewichten geben Novartis (-0,3%) leicht nach, wogegen Roche (+0,1%) Nestlé (+0,6%) den Markt nach unten etwas abstützen.

GAM weiter auf Tauchgang

Im breiten Markt brechen GAM um fast 13 Prozent ein. Nachdem der Vermögensverwalter für institutionelle Kunden am Dienstag neben den Halbjahreszahlen auch die Suspendierung des Investment Directors Tim Haywood bekanntgegeben hatte, teilte die Gesellschaft nun mit, dass sie den Handel mit dessen Fonds mit sofortiger Wirkung aussetzt. GAM gerate mit der aktuellen Nachricht vom Regen in die Traufe, heisst es unter anderem dazu.

Weiter büssen VAT nach Angaben zum ersten Semester 1,8 Prozent ein. Das Unternehmen hat mit dem Umsatz und insbesondere mit dem Auftragseingang die Erwartungen verfehlt und entsprechend die Prognosen für das Umsatzwachstum im Gesamtjahr nach unten revidiert. Erste Kommentare fallen denn auch eher kritisch aus.

Im Gegensatz dazu hat Kardex die Erwartungen mit dem Umsatz punktgenau erreicht und mit den Gewinnziffern gar übertroffen. Die Aktie legt um 0,8 Prozent zu. Ebenfalls jeweils nach Zahlen fallen Crealogix um 0,7 Prozent und Pargesa um 1,6 Prozent zurück. Valora (-6,2%) leiden unter einer Rückstufung durch die Bank Vontobel auf "Hold".

Zu den Gewinnern gehören wiederum Zur Rose (+2,2%) nach einer Übernahme in Spanien.

(AWP/cash)