Aktien Schweiz - Schweizer Börse baut Verluste bis am Mittag leicht aus

Der Schweizer Aktienmarkt gibt am Mittwoch nach dem starken Vortag wieder nach und verharrt unter der Marke von 9000 Punkten.
23.08.2017 12:40

Unerwartet starke Daten der Einkaufsmanager in der Euro-Zone vor allem aus der Industrie vermochten den hiesigen Dividendenpapieren keinen Auftrieb zu verleihen. Der Handel sei von Zurückhaltung geprägt, heisst es in Marktkreisen. Denn trotz der leichten Entspannung in der "Korea-Krise", sei die davon ausgehende Gefahr weiterhin vorhanden.

Darüber hinaus seien die Blicke bereits auf das am morgigen Donnerstag beginnende Treffen der globalen Notenbanker gerichtet. Unter anderem werden dort die Chefin der US-Notenbank, Janet Yellen, sowie EZB-Chef Mario Draghi reden. Die Investoren gehen zwar einerseits nicht von bahnbrechenden Ankündigungen aus, erhoffen sich aber gleichwohl neue Informationen zum Kurs der Geldpolitik in den kommenden Monaten.

Der SMI gibt gegen Mittag 0,3% auf 8940 Punkte nach. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, fällt um 0,2% auf 1428 Punkte zurück und der breite SPI 0,2% auf 10'207. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 19 im Minus und 11 im Plus.

Am meisten unter Druck stehen derzeit Julius Bär (-1,7%). Die Bankaktien hatten allerdings in der Vorwoche noch zu den grössten Gewinnern gehört und auch Montag und Dienstag erneut zugelegt.

Aryzta und Geberit nach Rückstufung unter Druck

Mit zum Schlusstrio gehören auch Aryzta (-1,1%) und Geberit (-1,3%), die unter einer Rückstufung durch die Royal Bank of Canada leiden. Diese stuft die Titel neu mit "Underperform" ein, nach zuvor "Sector Perform", dies bei einem leicht gesenkten Kursziel. Es sei schwierig, die Bewertungsprämie der Aktie zusammenzubringen mit dem sich verlangsamenden organischen Wachstum, der schwächeren Cash Conversion sowie der negativen Ertragsrevision, heisst es bei der Bank zur Begründung. Nicht förderlich für die Kursentwicklung sei zudem die jüngste Hausse einiger Metallpreise.

Weitere etwas stärker unter Druck stehende Aktien sind Dufry (-0,7%) und Lindt&Sprüngli (-0,6%). Am meisten Druck auf den Gesamtmarkt üben allerdings die Abgaben in Novartis (-0,6%) und Roche (-0,4%) aus. Die beiden Grossbanken tendieren uneinheitlich mit einem Minus von 0,4% für UBS und einem Plus von 0,1% für CS. Auch Nestlé (+0,1%) behaupten sich knapp im Plus.

Auf der Gewinnerseite stehen weiterhin Vifor (+0,8%) zuoberst, die damit nach zuletzt starken Verlusten einen weiteren Erholungsversuch starten. Mittlerweile sei eine steigende Zahl von Leerverkäufern in den Titeln exponiert, heisst es am Markt. Deshalb könnten einzelne Anlagekäufe eine Serie von Short-Eindeckungen auslösen.

Emmi nach Halbjahreszahlen im Verkauf

Im breiten Markt kommen Emmi nach Zahlen unter den Erwartungen mit einem Minus von 9,5% richtiggehend unter die Räder, in der Spitze erreichten die Abgaben gar rund 12%. Der Milchverarbeiter hat seine Halbjahreszahlen veröffentlicht und hat dabei vor allem auf Umsatz- und EBIT-Stufe unter den Erwartungen abgeschnitten. Marktkreise begründen die hohen Verluste aber auch mit der Performance der Aktie in den letzten zwei Jahren. Nach der starken Kursentwicklung der vergangenen Wochen sei mit Gewinnmitnahmen zu rechnen, heisst es entsprechend bei Baader Helvea. Die Zürcher Kantonalbank indes hat die Titel bereits auf "Untergewichten" von zuvor "Marktgewichten" zurückgestuft.

Etwas moderater aber gleichwohl deutlich negativ reagieren auch die Aktien von Siegfried (-3,0%) auf die vorgelegten Resultate. Der Pharmazulieferer lag mit seinen Halbjahresresultaten auf Ebene Umsatz hinter den Erwartungen zurück, bezüglich Profitabilität aber darüber. Analysten monieren, dass die hauptsächlich für den tieferen Umsatz verantwortlichen Gründe hätten besser kommuniziert werden können.

Auch die Aktien der Versandapotheke Zur Rose (-0,5%) sind etwas tiefer gestartet. Das seit Anfang Juli an der Schweizer Börse kotierte Unternehmen meldete für das erste Halbjahr zwar ein anhaltendes Wachstum, schrieb aber aufgrund verschiedener Sonderkosten, nicht zuletzt etwa den Kosten für den Börsengang, einen Verlust. Analysten zeigen sich vom Halbjahresabschluss nicht vollends überzeugt.

(AWP)