Aktien Schweiz - Schweizer Börse baut Verluste leicht aus

Der Schweizer Aktienmarkt hat die leichten Verluste aus der Eröffnungsphase bis am Mittag noch etwas ausgeweitet. Einzig Nestlé gleichen als Schwergewicht mit moderaten Gewinnen die Situation im Gesamtmarkt leicht aus.
15.06.2017 12:50

Insgesamt zeigen sich die Kurse aber weiterhin wenig bewegt. Daran hat auch die SNB nichts geändert, die wie erwartet die Leitzinsen unverändert belassen hat. Mit Blick auf die Konjunktur geben sich die hiesigen Währungshüter immerhin vorsichtig optimistisch. In Marktkreisen wird zudem darauf hingewiesen, dass sich der Interventionsdruck für die SNB mit dem Wahlsieg Macrons in Frankreich etwas verringert hat.

Im Blickpunkt steht am heutigen katholischen Feiertag Fronleichnam weiterhin auch die amerikanische Notenbank, die am Mittwochabend erwartungsgemäss einen weiteren Zinserhöhungsschritt vorgenommen hat. Allerdings hat dies die Aktienmärkte wenig bewegt. Der Fokus der Investoren ist somit bereits auf den Zeitpunkt des nächsten Zinsschritts gerichtet sowie auf den Startpunkt des Abbaus der Bilanz. Die Credit Suisse sieht nach den Aussagen von Fed-Chefin Janet Yellen starke Anzeichen, dass das Fed die neue Strategie für die Bilanz im September ankündigen und voraussichtlich ab Oktober die Wertschriftenbestände abbauen wird.

Der SMI gibt gegen Mittag 0,3% auf 8825 Punkte nach. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,5% auf 1397 Punkte ein und der breite SPI 0,3% auf 10'062 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen bis auf Nestlé alle im Minus.

Nestlé nach Kurszielerhöhungen gesucht

Nestlé (+0,3%) stabilisieren sich damit weiter nach dem Kursrutsch der Vorwoche um beinahe 3% im Anschluss an das Allzeithoch. Rückenwind kommt am Donnerstag von Kurzielerhöhungen durch S&P und die CS. Doch während S&P Global mit einem Rating "Buy" noch Potenzial sieht, bleibt die CS mit der Einstufung "Underperform" eher skeptisch.

Von den Pharmaschwergewichten weisen Roche ein moderates Minus von 0,2% auf. Dagegen sind Novartis nach freundlichem Start mit einem Minus von mittlerweile 0,5% ins breite Mittelfeld zurückgefallen. Positive Produktenews zum Psoriasis-Mittel Cosentyx in der Anwendung gegen Morbus Bechterew stützen den Titel kaum.

Die grössten Verluste verzeichnen derzeit Aryzta und Sonova mit einem Minus von je 1,8%. Sonova werden allerdings ex Dividende von 2,30 Franken gehandelt, was einen guten Teil der absoluten Einbusse von 3 Franken erklärt.

Lafarge-Holcim und Givaudan auf den Verkaufszetteln

Gar nicht gefragt sind auch Lafarge-Holcim (-1,6%) und Givaudan (-1,2%).

Von den Grossbanken geben CS (-1,0%) etwas mehr nach als UBS (-0,4%). Die SNB hat in ihrem neuesten Stabilitätsbericht den hiesigen Grossbanken zwar eine weitere Verbesserung ihrer Kapitalsituation attestiert, sieht aber dennoch Verbesserungspotential bei der Leverage Ratio.

ABB (-0,8%) fallen im breiten Mittelfeld kaum auf. Der Industriekonzern wurde in der "Financial Times" als möglicher Interessent für eine Übernahme der schwedischen Konzerns Hexagon genannt. Dieser habe Berater mit der Suche nach möglichen Käufern beauftragt.

Basilea haussieren nach Vereinbarung mit Pfizer

Im breiten Markt fallen Basilea mit einem markanten Kurssprung von 5,9% auf. Das Biopharma-Unternehmen hat mit Pfizer eine Vertriebsvereinbarung für das Antimykotikum Cresemba für Europa, Russland, die Türkei und Israel abgeschlossen. Nun winken dem Basler Unternehmen Einnahmen in Millionenhöhe. In der Folge hat Baader Helvea das Kursziel für den Titel um rund 10% erhöht und die "Buy"-Einstufung bestätigt. Mit dem Deal werde das Vertrauen von Pfizer in das Antimykotikum untermauert, heisst es zur Begründung für die positive Einschätzung.

Die Aktien der Beteiligungsgesellschaft 5EL werden nach der Handelsaussetzung durch die SIX am Vortag wieder gehandelt, derzeit verzeichnet das Papier ein massives Minus von knapp 22%. Anlässlich der ordentlichen Generalversammlung vom Mittwoch haben die Aktionäre einer Kapitalerhöhung zugestimmt und einen neuen Verwaltungsrat gewählt.

(AWP)