Aktien Schweiz - Schweizer Börse bewegt sich kaum

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Donnerstagmittag kaum verändert. Nach einem knapp positiven Start hat der SMI zwischenzeitlich auch schon in die Minuszone gewechselt.
24.08.2017 12:40

Wie bereits am Mittwoch mäandriert der Leitindex damit richtungslos um den Schlussstand des Vortages. Von Unternehmens- und auch Konjunkturseite fehlten massgebende Impulse momentan weitgehend, heisst es dazu in Marktkreisen. Im Vorfeld neuer Konjunkturdaten aus den USA und dem Notenbanktreffen in Jackson Hole werde deshalb vor allem abgewartet.

Denn am Nachmittag stehen neue Daten zum Arbeits- und zum Häusermarkt in den USA zur Publikation an. Der Fokus ist aber klar auf das erwähnte jährliche Treffen der Notenbanker gerichtet, das am Berichtstag beginnt und bis am Sonntag dauert. Dabei erhoffen sich die Marktakteure von den Chefs der EZB und der US-Notenbank, also von Mario Draghi und Janet Yellen, zumindest Hinweise auf die weitere Geldpolitik. Auch wenn aus Kreisen der EZB bereits kolportiert wurde, dass die Bühne in den Rocky Mountains nicht dazu genutzt werde, die Finanzmärkte auf den Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik vorzubereiten, hält sich doch der Glaube an gewisse Andeutungen.

Der SMI verzeichnet gegren Mittag ein kleines Minus und steht bei 8957 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, notiert unverändert bei 1429 Punkten. Der breite SPI steht dagegen 0,1% höher bei 10'225 Punkten. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen mittlerweile 19 im Minus, 9 im Plus und 2 unverändert.

Chemie-Titel an der Spitze

An der Spitze stehen mit Givaudan (+1,3%), Clariant (+0,8%) und Lonza (+1,0%) drei Vertreter aus der chemischen Industrie. Letztere erhalten von einer Aufstufung auf "Buy" durch die UBS Rückenwind. Mit der Wiederaufnahme der Abdeckung bringt die UBS die Ansicht zum Ausdruck, dass der Markt das gemeinsame langfristige Margenpotenzial von Lonza und der akquirierten Capsugel unterschätze. Unter anderem die zweistelligen Wachstumsraten, der Margenzuwachs von Capsugel, Synergien und ein sich verbessernder Mix dürften zum Ende des Jahrzehnts zu einem Free-Cashflow-Potenzial von 1 Milliarde Franken führen, heisst es dazu.

Nennenswertere Avancen verzeichnen darüber hinaus Sonova (+0,7%), Lindt&Sprüngli sowie Julius Bär (je +0,6%).

Mittlerweile befindet sich aber die Mehrheit der Titel in der Verlustzone, allen voran Aryzta (-1,1%). Mit je einem Minus von 0,4% sind dahinter die Abgaben in Schindler, Vifor und UBS schon recht moderat.

ABB (-0,2%) haben nach freundlichem Beginn wie andere Titel das Vorzeichen gewechselt. Zu ABB sind die schon länger kursierenden Spekulationen um ein Interesse an der Sparte Industrial Solutions von GE wieder aufgefrischt worden, was der Konzern wie üblich nicht kommentiert.

Auch Schwergewichte ohne Bewegung

Jeweils praktisch unverändert zeigen sich die Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche. Novartis hat für das Krebsmittel Kisqali eine Zulassung in der EU für eine bestimmte Form von Brustkrebs erhalten, und bei Roche hat die FDA für das Blutermedikament Emicizumab den Status Priority Review erteilt. Diesen Nachrichten wird in Marktkreisen allerdings nicht allzu viel Kurspotential beigemessen.

Sika (+0,2%) fallen nach einer kleineren Akquisition in der Türkei ebenfalls nicht gross auf.

Im breiten Markt fallen nach Zahlen vor allem Sunrise mit einem starken Anstieg um 6,3% auf. Das Telekomunternehmen hat mit den Zahlen zum zweiten Quartal mit Blick auf den Umsatz eine Punktlandung hingelegt, die Gewinnerwartungen aber klar übertroffen. Zudem wurde der Ausblick erhöht.

Implenia nach enttäuschenden Zahlen im Verkauf

Demgegenüber brechen Implenia nach Zahlen um gut 8% ein. Die am Morgen vorgelegten Zahlen lagen insgesamt deutlich unter den Erwartungen und die vorgenommenen Wertanpassungen und nicht zuletzt auch die Prognosesenkung sorgen für Enttäuschung.

Jeweils nach Zahlen werden auch Komax (-3,7%), SPS (-0,3%), LLB (-0,2%) und VAT (-1,5%) tiefer gehandelt, während Warteck Invest (+1,0%) anziehen und Thurgauer KB unverändert notieren.

Myriad (-5,3%) hat die bereits geäusserte Absicht, sich unter Umständen von der SIX Swiss Exchange dekotieren zu lassen, bekräftigt. Am heutigen Donnerstag findet eine ausserordentliche GV zu einer geplanten Kapitalerhöhung statt.

(AWP)