Aktien Schweiz:  - Schweizer Börse bewegt sich kaum

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Donnerstagmittag wenig verändert.
11.07.2019 11:40

Auf der einen Seite würden neu angefachte Zinshoffnungen den Markt stützen, heisst es. Dagegen seien die Anleger nach eher negativen Geschäftsprognosen von einigen Firmen vorsichtig geworden, da die Bilanzsaison nun erst so richtig in die Gänge komme. Immer mehr Unternehmen spüren die Auswirkungen des Handelsstreits und stellen sich auf eine konjunkturelle Abschwächung ein. "Unser Markt wäre nicht da, wo er heute ist, wenn er nicht von Zinssenkungshoffnungen oben gehalten würde", sagt ein Händler.

US-Notenbankchef Jerome Powell hatte am Mittwoch bei seiner Anhörung vor dem US-Kongress die Zinsspekulationen frisch angefacht, als er auf die von den Handelskonflikten ausgehende Unsicherheit und die Sorgen um die Weltwirtschaft hinwies. Mit Spannung wird nun auf den am Nachmittag anstehenden zweiten Teil der halbjährlichen Anhörung vor den Regierungsvertretern gewartet. Zudem werden am Nachmittag auch die Inflationszahlen und die wöchentlichen Angaben zum Arbeitsmarkt veröffentlicht.

Der SMI notiert nach 11 Uhr um 0,1 Prozent höher bei 9944 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI steigt um 0,1 Prozent auf 1522 Zähler und der breite SPI um 0,1 Prozent auf 12'024 Punkte. Unter den 30 wichtigsten Aktien stehen 18 Gewinner 12 Verlierern gegenüber.

Sika nach Herabstufung unter Druck

Von den Bluechips stehen die Aktien von Sika (-3,8%) nach Herabstufungen deutlich unter Druck. Sie können sich aber im Verlauf von den anfänglichen Tiefstkursen wieder lösen. UBS und Vontobel haben die Empfehlung für den Bauchemiekonzern auf "Sell" von "Neutral" beziehungsweise auf "Hold" von "Buy" reduziert. Die Grossbank weist unter anderem auf ein potenziell anspruchsvolles langfristiges Wettbewerbsumfeld hin. Vontobel begründet die Entscheidung mit dem starken Kursanstieg seit der Kaufempfehlung.

Swiss Re (-0,4%) setzen den Abwärtstrend vom Vortag fort. Der Rückversicherer setzt den geplanten Börsengang der Tochtergesellschaft ReAssure wegen der gestiegenen Zurückhaltung und der schwächeren Nachfrage der Investoren aus und bestätigt damit diesbezügliche Gerüchte, die den Titel am Vortag bereits belastet hatten.

Konjunktur- und Ergebnissorgen beschäftigen die Anleger von zyklischen Werten immer stärker. Die Anteile des Liftbauers Schindler (-1,1%), des Personalvermittlers Adecco (-0,6%) des Elektrotechnikriesen ABB (-0,7) und des Chemiekonzerns Clariant (-0,5%) stehen auf den Verkaufslisten.

Häufung von negativen Unternehmensnachrichten

Die Anleger seien vorsichtig geworden, nachdem sich mehrere in- und ausländische Unternehmen zusammen mit dem Halbjahresbericht zurückhaltend oder gar negativ über die weiteren Aussichten geäussert hätten, heisst es. "Der Markt reagiert gnadenlos auf Umsatz- und Gewinnwarnungen sowie Rating-Senkungen", sagt ein Händler und verweist unter anderem auf Sika oder Adecco. Ein anderer Händler fragt sich, ob die Marktstimmung nicht grundsätzlich ins Negative kippen könnte, wenn sich die schlechten Nachrichten nun zu häufen begännen.

Zu den Gewinnern zählen indes die Aktien von AMS (+2,1%), die den Aufwärtstrend vom Vortag fortsetzen. Dahinter folgen der Luxusgüterkonzern Richemont (+1,5%) und der Unterhaltungselektronikhersteller Logitech (+1,1%). AMS und Richemont profitierten von der leisen Hoffnung auf ein Ende des Zollstreits, heisst es.

Die Aktien von Temenos steigen um 0,8 Prozent, nachdem der Softwarehersteller einen Auftrag aus Südafrika erhalten hat.

Barry Callebaut nach Verkaufszahlen gesucht

Am breiten Markt steigen die Aktien von Barry Callebaut um 1,9 Prozent. Der Schokoladehersteller hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 die Verkaufsmenge deutlich gesteigert und die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Dagegen büssen Bossard (-9,0%) und Sensirion (-4,2%) nach gesenkten Geschäftsprognosen deutlich an Wert ein. Interroll (-3,9%) schwächen sich nach dem Kurseinbruch von fast einen Fünftel am Vortag weiter ab. Nach einem tieferer Bestellungseingang im Halbjahr erwarten Analysten eine Verlangsamung in der zweiten Jahreshälfte.

(AWP)

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