Aktien Schweiz - Schweizer Börse in der Abwärtsspirale

Der Schweizer Aktienmarkt hat seinen Abwärtstrend am Montagvormittag beschleunigt.
20.05.2019 11:40

Laut Händlern hat China im Fall Huawei Gegenmassnahmen angekündigt. Damit erreicht der Handelsstreit zwischen den UDA und China eine weitere Eskalationsstufe. Nachdem US-Präsident Donald Trump Huawei in der vergangenen Woche auf eine Schwarze Liste gesetzt hatte, kündigt China nun Händlern zufolge Gegenmassnahmen an.

In den USA hatten zuletzt verschiedene Unternehmen vermeldet, die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Netzausrüster und Smartphone-Anbieter einzuschränken. China will nun gegen genau diese Unternehmen vorgehen. Die Marktreaktion zeigt, dass Investoren derzeit verstärkt "Schlagzeilen-getrieben" handeln. Neben dem Handelsstreit zwischen den USA und China gehört der Brexit zu den Dauerthemen. Aber auch die steigende Spannung zwischen den USA und dem Iran wird als tendenziell belastend eingestuft.

Der SMI sackt gegen 11.15 Uhr um 0,7 Prozent auf 9588 Punkte ab. Im Tief war er bis auf 9579 Zähler durchgereicht worden. Der 30 Aktien umfassende SLI gibt um 0,9 Prozent nach auf 1480 Zähler, und der breite SPI steht 0,7 Prozent tiefer bei 11'595 Punkten. Von den 30 Topwerte fallen 23 zurück, 6 legen zu und Geberit sind unverändert.

Teilweise Konsolidierung

Laut Händlern befindet sich der Markt zudem aktuell in einer Konsolidierungsphase. Immerhin habe er alleine in der vergangenen Woche mehr als die Hälfte des jüngsten Rücksetzers aufgeholt.

Die Kursverluste von AMS (-7,5%) sollten angesichts der rasanten Kurserholung von etwa 80 Prozent seit Jahresbeginn daher als eine Mischung aus Konsolidierung und belastenden Branchennachrichten gesehen werden. Wie zuletzt bekannt wurde, schränken US-Konzerne wie Google und andere weitere Technologiekonzerne ihre Zusammenarbeit mit Huawei nach der Entscheidung Trumps ein. Aber auch Chipkonzerne wie Qualcomm, Broadcom und Xilinx haben laut Berichten ihren Mitarbeitern mitgeteilt, dass Huawei bis auf weiteres nicht beliefert werde. Die Auswirkungen für Zulieferer wie AMS sind derzeit nicht wirklich absehbar.

Weitere Technologieaktien wie Logitech (-2,0%) und Temenos (-1,4%) folgen dem schwächeren Branchentrend.

Aber nicht nur die Technologiebranche leidet unter den anhaltenden Spannungen. Laut einem aktuellen Marktkommentar bekommen immer mehr europäische Unternehmen, die in China tätig sind, die Folgen der von beiden Seiten verhängten Strafzölle zu spüren.

LafargeHolcim ex Dividende

Ein deutliches Minus von 4,2 Prozent oder 2,26 Franken weisen auch die Aktien des Baustoffkonzerns LafargeHolcim auf. Allerdings wird der Konzern ex Dividende gehandelt. Lafarge schüttet seinen Aktionären je Aktien 2,00 Franken aus. Die Nachricht, dass LafargeHolcim den Verkauf seiner Aktivitäten in Malaysia abgeschlossen und seinen gesamten Anteil an Lafarge Malaysia Berhad an YTL Cement Berhad für einen Unternehmenswert von 982 Millionen Franken verkauft.

Deutlichere Verluste verzeichnen unter den Bluechips Julius Bär (-2,7%) nach einer Abstufung auf "Neutral" durch die UBS. Im breiten Markt sorgt eine neu ausgesprochene Verkaufsempfehlung der UBS für EFG (-7,5%) für noch stärkere Abgaben. Generell habe sich der Ausblick für die Branche seit Anfang 2019 nicht verbessert und er senke seine Prognosen für die verwalteten Vermögen und die Nettoneugeldzuflüsse, erklärt der zuständige Analyst seine Schritte.

Kursverluste von jeweils 0,8 Prozent bei den beiden Schwergewichten Nestlé und Novartis tragen zu der Marktschwäche bei. Roche bieten mit -0,2 Prozent bestenfalls einen gewissen Puffer.

Unter den wenigen Gewinnern sind dividendensichere Werte wie Swiss Re, Swisscom und Zurich, zu finden, die zwischen 0,5 und 0,2 Prozent gewinnen.

Im breiten Markt sind nach dem Ja zur Schweizer Unternehmenssteuerreform vor allem einige Immobilienfirmen auf der Gewinnerseite zu finden. So legen PSP (+0,8%), Allreal (+0,5%) und Mobimo (+0,2%) gegen den Trend zu.

(AWP)

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