Aktien Schweiz - Schweizer Börse: Der Tag endet mit einer Nullrunde

Die Schweizer Börse hat am Dienstag keine klare Richtung gefunden.
09.10.2018 18:15

Händler erklären, die Sorgen vor einem schnellen Anstieg der US-Zinsen seien angesichts der nachlassenden Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen etwas in den Hintergrund getreten. Doch bremse die Unsicherheit um die politische Entwicklung in Italien und das Wachstum der Weltwirtschaft den Kaufappetit der Anleger weiter. Der Leitindex SMI notiert zum Schluss unverändert auf 8964 Zählern.

Händler äussern sich enttäuscht darüber, dass der Markt nach drei schwachen Vortagen keine klare Gegenbewegung zustande gebracht habe. "Die Hoffnung auf eine Erholung nach den jüngsten Kurseinbussen hat sich nicht erfüllt", sagt ein Händler. Die Anleger trauten sich nicht aus der Deckung. "Weder der Handelskonflikt der USA mit China noch der Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU ist gelöst." Dazu komme die Senkung der Wachstumsprognose für die globale Wirtschaft durch den IWF. "Bei dieser Gemengelage ist es kein Wunder, dass die Anleger vorsichtig bleiben."

Gewinner und Verlierer halten sich unter den Standardwerten in etwa die Waage. Im Fokus standen die Aktien von Givaudan, die trotz besser als erwarteter Umsatzzahlen um 1,4 Prozent absacken. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen. Der Aromen- und Duftstoffhersteller steigerte im dritten Quartal den Umsatz überraschend kräftig um knapp 10 Prozent. Die Entwicklung reiche aber nicht aus, um der Aktie weiteres Aufwärtspotenzial zu verschaffen, erklären die Analysten der UBS.

Defensive bewegen sich kaum

Die Papiere anderer als defensiv beurteilter Firmen bewegten sich in engen Spannen. Bei den Pharmatiteln gehen Novartis praktisch unverändert aus dem Handel, Roche sinken 0,2 Prozent. Die Nestlé-Titel rücken um 0,1 Prozent vor. Der Nahrungsmittelriese verkauft das Geschäft für gekühlte Milchprodukte in Malaysia an die französische Lactalis. Die Transaktion belaufe sich auf rund 40 Millionen Dollar.

Die Papiere von Lonza sinken um 1,2 Prozent. Der Pharmazulieferer führt mit einem Kursplus von mehr als einem Fünftel im laufenden Jahr die Gewinner bei den Bluechips an.

Die Aktien der Banken schlossen sich dem Kursrückzug an. Credit Suisse und UBS verlieren 0,2 Prozent, Julius Bär 0,9 Prozent. RBC stufte die Empfehlung für den Vermögensverwalter auf "Sector perform" von "Outperform" zurück.

Gesucht waren dagegen die Versicherer. Zurich steigen 1,5 Prozent, Swiss Life 1,0 Prozent.

Sonova weiter im Verkauf

Am breiten Markt schwächen sich die Anteile von Sonova um 0,8 Prozent ab. Der Hörgeräte-Weltmarktführer hatte am Montag massiv an Wert eingebüsst, nachdem der Lautsprecherhersteller Bose die US-Marktzulassung für ein Hörgerät bekommen hatte, das der Nutzer selbst anpassen kann. Die Nachricht setzte neben Sonova auch die Aktien anderer etablierter Anbieter wie William Demant und GN Store Nord aus Dänemark unter Druck.

Technologietitel wie Kudelski, Logitech, Meyer Burger oder Temenos folgten dem Negativtrend aus den USA, wo der Index der Technologiebörse Nasdaq am Montag auf den tiefsten Stand seit Anfang August gefallen war.

Bei den Anteilen von Vifor setzte sich der Ausverkauf fort. Der Titel der Pharmafirma büsst weitere 1,9 Prozent auf 147,70 Franken ein. Die Aktie, die Ende Juli noch zu rund 192 Franken gehandelt worden war, weist trotz der Kurskorrektur für 2018 aber noch immer ein Plus von rund einem Fünftel auf.

(Reuters)