Aktien Schweiz - Schweizer Börse: Die Angst ist stärker

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstagvormittag am Ende doch wieder ins Minus gedreht.
15.08.2019 11:40

Nach einem leicht positiven Start sorgte der jüngste Schlagabtausch im US-chinesischen Handelsstreit für ein jähes Ende und schickte den Leitindex SMI ins Minus. Dort pendelt er jetzt um die Marke von 9600 Punkten. China hat offenbar Vergeltung für die zuletzt angedrohten US-Strafzölle angedroht. Das lässt die Rezessionsängste bei den Anlegern hochkochen.

Denn die Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums setzt sich nicht zuletzt wegen des Konfliktes zwischen den beiden Wirtschaftsnationen nun schon seit Monaten fort, heisst es von Marktexperten. Die Angst vor einer Rezession hat sich zuletzt auch an den Bondsmärkten bemerkbar gemacht und für den gestrigen Ausverkauf gesorgt. Die Rendite für zehnjährige US-Treasuries ist erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt unter die Rendite für zweijährige Staatsanleihen gefallen. Diese Inversion der Zinskurve wird als ein Warnsignal für eine mögliche Rezession gesehen. Darüber hinaus sind die Renditen für 30-jährige Treasuries auf neue Tiefstände gefallen.

Der SMI verliert gegen 11.20 Uhr 0,3 Prozent auf 9599 Punkte. Der 30 Aktien umfassende SLI fällt um 0,5 Prozent auf 1448 Punkte und der breite SPI um 0,3 Prozent auf 11'677 Punkte. Bei den 30 SLI-Titeln stehen 26 Verlierer bloss 4 Gewinnern gegenüber.

Schindler-PS weiter auf Tauchgang

Am Ende der Kurstafel sind erneut die Partizipationsscheine von Schindler (-3,3%) zu finden. Sie knüpfen damit an die deutlichen Kursabgaben vom Vortag an. Nach den mit Enttäuschung aufgenommenen Halbjahreszahlen haben nun Analysten ihre Schätzungen angepasst. Bei Kepler Cheuvreux führt dies zu einer Abstufung der Papiere. Die Wachstumsaussichten werden verhaltener als zuvor eingeschätzt.

AMS (-3,4%) setzen ihre Abwärtsbewegung vom Vortag ebenfalls fort. Bei Swisscom (-2,4%) beschleunigen die Halbjahreszahlen die Bewegung ebenfalls. Der Telekomriese hat laut Analysten zwar solide gearbeitet, die Erwartungen mit seinem Halbjahresabschluss aber insbesondere auf der Umsatzebene nicht ganz erreicht.

Auch für die Uhrenhersteller Swatch (-2,0%) Richemont (-1,4%) ist der Ausverkauf noch nicht beendet. Die zuletzt schwachen Konjunkturdaten aus China haben die Sorgen vor einem schwachen zweiten Halbjahr verstärkt.

Nestlé stützen den Markt

Dass der Markt nicht noch tiefer steht, hat er erneut den Nestlé-Valoren zu verdanken. Mit einem Plus von 0,4 Prozent verhindern sie noch grössere Verluste. Nestlé hatten bereits am Mittwoch zusammen mit Novartis den Markt über weite Strecken vor noch grösseren Verlusten bewahrt, waren dann am Ende aber auch ins Minus gedreht. Auch die Alcon-Aktien stehen als defensive Vertreter mit +1,1 Prozent erneut hoch in der Anlegergunst.

Beim Sanitärtechnikkonzern Geberit (+0,2%) stossen die Halbjahreszahlen auf Wohlwollen. Laut UBS hat der Konzern in etwa wie erwartet abgeschnitten.

Wie es in einem Marktkommentar der UBS heisst, konzentriert sich die Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums vor allem auf das verarbeitende Gewerbe. Das zeigt sich am Donnerstag vor allem im breiten Markt, wo zahlreiche Unternehmen mit ihren vorgelegten Halbjahreszahlen für eine gewisse Ernüchterung gesorgt haben.

Neben Phoenix Mecano (-9,0%) werden die Aktien von Cicor (-8,9%), Comet (-3,6%) und Meyer Burger (-2,9%) in grossem Stil auf den Markt geworfen. Lediglich das Immobilienunternehmen PSP (+3,6%) weiss mit seinen Zahlen zu überzeugen.

(AWP)

 

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