Aktien Schweiz - Schweizer Börse erholt sich nach schwachem Start leicht

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag zwar schwächer in die neue Börsenwoche gestartet, bis zum Mittag hat der Leitindex SMI die Kurseinbussen jedoch beinahe abgebaut.
30.10.2017 13:00

Dabei hat vor allem der von den Schwergewichten Novartis, Roche und Nestlé ausgehende Druck nachgelassen, während Clariant nach der abgeblasenen Fusion mit dem US-Mitbewerber Huntsman an Terrain einbüssen.

In der Gesamtbetrachtung sprechen Händler von einem ruhigen Geschäft, dem richtungsweisende Impulse noch fehlten. In der laufenden Woche stehen nebst einer Reihe weiterer Unternehmenszahlen auch noch wichtige Daten zum US-Arbeitsmarkt auf dem Programm und zur Wochenmitte berät die US-Notenbank Fed über die Geldpolitik in den USA. Überraschungen seien aber keine zu erwarten, meint ein Händler. Die nächste Zinserhöhung sei für die Sitzung im Dezember eingepreist.

Kurz nach Mittag verliert der SMI 0,2% auf 9166 Punkte, nachdem er zu Beginn bis auf 9130 Stellen abgerutscht war. Der 30 Aktien umfassende SLI gibt um 0,2% auf 1497 und der breite SPI um 0,2% auf 10'515 Zähler nach. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 20 im Minus und 10 im Plus.

Clariant und Lafarge-Holcim bleiben unter Druck

Clariant (-1,9%) stehen nach wie vor am Ende der Bluechips-Tabelle. Grossaktionär White Tale, der sich erfolgreich gegen die Huntsman-Fusion gewehrt hatte, fordert nun u.a. mehr Einfluss im Verwaltungsrat. Auf dem Plan des sogenannt "aktivistischen" Aktionärs steht etwa ein rascher Verkauf der grössten und margenschwachen Sparte Plastics & Coatings. Dem erteilte VR-Präsident Rudolf Wehrli in einem Interview in der Wochenendpresse allerdings eine Absage. Man könne nicht ins Blaue hinaus Geschäfte verkaufen und danach Zukäufe prüfen, erklärte er. Am (morgigen) Dienstag legt Clariant Quartalszahlen vor.

Unter erhöhtem Abgabedruck stehen nach wie vor auch Lafarge-Holcim (-1,8%). Nach der Zahlenvorlage vom Freitag haben einige Analysten ihre Erwartungen an die Kursentwicklung reduziert. Das neue Management des Zementkonzerns hatte die Guidance gesenkt und nun warte man auf ein Strategie-Update, so ein Analyst. Mit Blick in die Zukunft ruhen die Hoffnungen auf dem neuen CEO Jan Jenisch.

Die Aktien der UBS (-0,6%) verlieren weiter an Wert, nachdem bereits am Freitag Gewinnmitnahmen den Kurs belastet hatten. Am Montag belastet besonders eine Rating-Herabstufung durch Société Générale, während die Analystenreaktionen insgesamt aber gemischt ausfallen. CEO Sergio Ermotti sprach derweil über das Wochenende in der Presse davon, dass es keine Garantie für das Festhalten am Schweizer Konzernsitz gebe. Er sieht die zunehmende Bankenregulierung als Bedrohung für die Bank.

Branchennachbar Credit Suisse (+0,2%) wird am kommenden Donnerstag über das dritte Quartal berichten, wie dies auch Swiss Re (+0,1%) und Swisscom (-0,2%) tun werden. Bereits am Dienstag publiziert das Sanitärtechnikunternehmen Geberit (-0,1%) den Quartalsbericht.

Novartis nach Shoppingtour im Plus

Bei Novartis hat das Vorzeichen mittlerweise gewechselt auf +0,3%. Der Pharmakonzern will das auf den Bereich Nuklearmedizin spezialisierte Unternehmen Advanced Accelerator Applications (AAA) vollständig übernehmen und hat zu zwei Produkten (Cosentyx und Gilenya) positive Studiendaten veröffentlicht. AAA passe strategisch gut zu Novartis, nur scheine der Preis etwas hoch zu sein, so ein Analyst. Roche (-0,3%) und Nestlé (-0,4%) belasten den Gesamtmarkt derweil weiterhin mit Abgaben, wenn auch etwas weniger als zu Beginn.

An der Spitze der Bluechips stehen Logitech (+1,3%), die Händlern zufolge von Deckungskäufen profitieren. SGS (+0,8%) sind nach dem Investorentreffen von Ende letzter Woche gesucht. Das Treffen in Vietnam stand im Zeichen der Digitalisierung, SGS habe sich dazu einen ambitiösen Plan zurechtgelegt, heisst es in einem Kommentar der Bank Vontobel. Ausserdem habe sich das Management positiv zum laufenden Geschäft geäussert. Sowohl Vontobel als auch Kepler Cheuvreux haben das Kursziel erhöht.

Im breiten Markt gewinnen AMS 1,9%. Mit der Lancierung des neusten iPhone-Modells geht es für die Aktie nach oben. AMS liefert Komponenten für die iPhone-Produktion. HBM legen um 2,4% zu. Die Gesellschaft ist an AAA beteiligt und profitiert vom Verkauf der Firma an Novartis.

Deckungskäufe seien etwa bei Basilea (+2,6%) oder U-blox (+2,5%) zu sehen. In die Gegenrichtung geht es mit Aktien wie Landis+Gyr (-3,3%) oder VZ Holding (-3,7%).

(AWP)