Aktien Schweiz - Schweizer Börse erklimmt Höchststände

Die Schweizer Börse hat im Verlauf des Nachmittags Fahrt aufgenommen und ist auf den höchsten Stand seit August 2015 gestiegen.
03.10.2017 17:45

Der Rekordlauf an der Wall Street, der festere Dollar und die Hoffnung auf Wirtschaft stark belebendes Steuersenkungsprogramm in den USA regten die Marktteilnehmer zu Käufen an. Der Leitindex SMI steigt um 0,5 Prozent auf 9284 Punkte. Der SPI erklimmt mit 10'592 Zählern ein Rekordhoch.

Wegen des Feiertags "Tag der deutschen Einheit" wurde in Deutschland nicht gehandelt. "Der Feiertag war durchaus zu spüren, wenn auch nicht ganz so stark wie bei einem Feiertag in Grossbritannien", sagt ein Händler. Am Montag hatte der Dax um 0,6 Prozent höher bei 12'902 Punkten auf einem neuen Höchststand geschlossen.

Der paneuropäische EuroStoxx50 notiert mit 3190 Zählern minimal höher. Einzelne europäische Börsen stimmten im Verlauf einen freundlicheren Ton an. Die Börsen in London, Paris und Lissabon sind fester. Mailand gibt leicht nach.

Die Börse in Madrid setzte nach einer gehaltenen Eröffnung die Talfahrt fort und büsst 0,5 Prozent ein. Der spanische Ibex-Index hatte am Montag nach dem von massiver Polizeigewalt überschatteten Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien 1,2 Prozent nachgegeben. Die Aktien der Grossbank Santander, der Telefongesellschaft Telefonica und der Modekette Inditex verlieren erneut Terrain.

Aussichten für Schweizer Börse sind günstig

Die weiteren Aussichten für den Schweizer Aktienmarkt seien positiv, erklären Händler. Der Leitindex sei aus dem seit Monaten geltenden und von 8800 bis 9200 Punkte reichenden Seitwärtstrend nach oben ausgebrochen. Die Charttechniker der Zürcher Kantonalbank (ZKB) orten den nächsten Widerstand bei 9400 Punkten. Ein Angriff auf das Rekordhoch aus dem Jahr 2007 bei 9548 Punkten rücke in Reichweite.

Die meisten Schweizer Standardwerte notieren etwas fester. Die Kursgewinne fallen mit meist weniger als 1 Prozent aber moderat aus. Den stärksten Anstieg verbuchen die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont mit plus 1,4 Prozent. Händler verweisen auf Kaufempfehlungen für die Titel der Rivalen LVMH und Kering. "Das hat auf Richemont angefärbt", sagt ein Händler.

Die Anteile des Vermögensverwalters Julius Bär steigen 1 Prozent. Die Anteile der Grossbanken Credit Suisse und UBS rücken um 0,8 und 0,5 Prozent vor.

Den stärksten Kursrückgang verbuchen die Anteile von Adecco, die um 0,7 Prozent fallen. Der Personalvermittler übernimmt die US-Karriereberatungsfirma Mullin International. Zum Kaufpreis für das in New York ansässige Unternehmen hielt sich der Weltmarktführer aus Zürich am Dienstag bedeckt. "Die Übernahme entspricht der Strategie von Adecco, nach der zusätzliches Wachstum und Grössenvorteile generiert werden sollen", kommentiert Michael Foeht von der Bank Vontobel. "Leider gibt es weder zum Umsatz noch zum Kaufpreis Angaben", sagt Marco Strittmatter von der Zürcher Kantonalbank.

Auch Zykliker gefragt

Die Aktien zyklischer Firmen tendieren meist freundlich. Der Elektrotechnikkonzern ABB gewinnt 0,5 Prozent an Wert. Die Titel von Lafarge-Holcim legen um 1,4 Prozent zu und machen damit den Vortagsabschlag mehr als wett.

Die schwergewichtigen Papiere des Lebensmittelriesen Nestlé rücken um 1,2 Prozent vor und die des Pharmakonzerns Novartis legen 0,1 Prozent zu. Der Genussschein von Rivale Roche gibt um 0,3 Prozent nach.

Am breiten Markt stechen die Papiere von Addex mit einem Plus von 13,6 Prozent heraus. Die US-Gesundheitsbehörden unterstützen eine Studie der Biotechfirma an Menschen mit dem Wirkstoff ADX1441 zur Behandlung von Kokainmissbrauch mit 5,3 Millionen Dollar.

Die Papiere von Orascom klettern um 8,7 Prozent nach oben und verbuchen bei 8,75 Franken ein Jahreshoch. Händler sagen, die Hoffnung auf anziehende Touristenströme nach Nordafrika habe den Titel des schwergewichtig in Ägypten tätigen Hotel- und Baukonzerns angeschoben. In der vergangenen Woche hatte mit Thomas Cook ein bedeutender Reiseveranstalter über anziehende Buchungen bei Zielen in Nordafrika und in der Türkei berichtet.

(Reuters)