Aktien Schweiz - Schweizer Börse fällt klar ins Minus

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montagmorgen nach einem stabilen Start klar ins Minus zurückgefallen und schliesst damit an die deutlichen Verluste der Vorwoche an.
13.05.2019 11:45

Laut Händlern bleibt der Handelsstreit zwischen den USA und China das bestimmende Thema an den Finanzmärkten. Am Freitag war an den US-Märkten zwar kurzfristig ein gewisser Optimismus aufgekommen, dass eine Eskalation zwischen den beiden Parteien vermieden werden kann. Dieser ist aber bereits wieder verflogen.

"Der Ton hat sich mittlerweile verschärft und damit ist das Risiko, dass es im Handelsstreit am Ende zu keiner Einigung kommt, gestiegen", sagt ein Händler. Von Panik an den Märkten könne aber keine Rede sein, meint ein anderer Händler. Die meisten Akteure seien nämlich weiterhin relativ entspannt, da sie auf dem Grossteil der Positionen weiterhin Gewinne schrieben. Dass sich die Unsicherheit in Grenzen hält, zeigt auch das Volatilitätsbarometer VSMI, das zwar heute deutlich höher (+2,8%), insgesamt aber weiter auf relativ tiefem Niveau notiert.

Der SMI steht kurz nach 11 Uhr 0,6 Prozent tiefer bei 9414 Punkten, im bisherigen Tagestief fiel er bis ziemlich genau auf 9400 Punkte. Der 30 Aktien umfassende SLI verliert 0,9 Prozent auf 1462 und der breite SPI 0,6 Prozent auf 11'394 Punkte. Von den 30 Topwerten stehen aktuell bis auf einen alle im Minus.

Alcon legen als einzige zu

In Bezug auf Unternehmensnachrichten ist es am Montag bei den Bluechips ruhig, grosse Ausreisser auf Einzeltitelbasis sind die Ausnahme. Einziger Gewinner im Vormittagshandel sind Alcon (+0,5%), dies nach einem Plus von über 5 Prozent bereits in der letzten Woche. Die Käufe kämen vor allem aus dem angelsächsischen Raum, heisst es im Handel. Der seit wenigen Wochen neu an der Schweizer Börse kotierte Augenheilkonzern wird am Donnerstag sein Quartalsergebnis präsentieren.

Stabilisiert wird der Markt ausserdem von den defensiven Schwergewichten Roche (-0,1%) und Nestlé (-0,3%), die sich beide klar überdurchschnittlich präsentieren.

Auf der Verliererseite zuoberst stehen vor allem Titel, die zuletzt stark gelaufen sind oder die von einem grösseren Handelsstreit stark betroffen wären. Zu ersteren gehören etwa die Titel des österreichischen Chip-Herstellers AMS (-5,6%), zu letzteren etwa die Uhrentitel Swatch (-2,7%) und Richemont (-1,6%), Julius Bär (-1,8%) oder LafargeHolcim (-1,8%).

Zwei davon - Richemont und LafargeHolcim - werden diese Woche noch Quartalszahlen veröffentlichen. LafargeHolcim-VR-Präsident Beat Hess zeigte sich diesbezüglich optimistisch. "Wir liegen seit Jahresbeginn an der Spitze aller SMI-Werte. Das Geschäft läuft seit Mitte letzten Jahres sehr gut. Sie sehen daran, es geht in die richtige Richtung vorwärts", sagte er in der "NZZ am Sonntag".

Polyphor stürzt weiter ab

Im breiten Markt verlieren Polyphor (-21,8% auf 10,32 Franken) erneut massiv an Wert, nachdem der Titel am Freitag nach schwachen Studiendaten für den wichtigsten Produktkandidaten Murepavadin bereits fast die Hälfte eingebüsst hatte. Die Titel sind seit fast genau einem Jahr an der SIX kotiert. Der Ausgabepreis war damals auf 38 Franken festgelegt worden, der erste Kurs war bei genau 40 Franken zustandegekommen. Dieses Niveau wurde seither aber nie mehr erreicht.

Etwas unter Druck stehen die Aktie des Tourismuskonzerns Orascom DH (-1,1%) nach Quartalszahlen und diejenige des Milchverarbeiters Hochdorf (-2,0%) nach einer Gewinnwarnung. Das erste Halbjahr 2019 werde "deutlich schlechter" ausfallen als im Vorjahr, heisst es bei Hochdorf.

Gesucht sind SIG (+3,6% auf 10,90 Franken). Grund ist hier eine Höherstufung durch die UBS auf "Buy" mit einem Kursziel deutlich über dem aktuellen Wert. Klar im Plus stehen auch Mobilezone (+3,1%) nach Ankündigung einer Grossakquisition am vergangenen Freitag nach Börsenschluss.

(AWP)

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