Aktien Schweiz - Schweizer Börse geht auf Konsolidierungskurs

Die Schweizer Börse hat am Montag Terrain eingebüsst. Nach dem jüngsten Anstieg auf ein neues Zweijahreshoch agieren die Anleger vorsichtiger, sagen Händler.
16.10.2017 17:45

Zudem seien die Marktteilnehmer wegen des anhaltenden Streits über die von Katalonien angestrebte Loslösung von Spanien auf der Hut. Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont blieb der Zentralregierung in Madrid eine klare Antwort auf die Frage schuldig, ob er die Unabhängigkeit der Region ausgerufen hat. Der SMI ermässigt sich um 0,4 Prozent auf 9275 Punkte.

Neben Spanien haben die Anleger auch die Bilanzsaison im Blick. Bisher habe die Mehrheit der Firmen mit die Ergebniserwartungen der Analysten übertroffen, heisst es im Markt. In den nächsten Tagen stehen unter anderem die an den Finanzmärkten stark beachteten Zwischenberichte der US-Grossbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley auf dem Programm.

Die Konjunkturaussichten sein weiterhin positiv. Das Konjunkturbarometer der Federal Reserve Bank von New York stieg im Oktober stärker als erwartet auf 30,20 Punkte. Nach Einschätzung von Eric Rosengren, Präsident des Fed-Bezirks Boston, wird die US-Notenbank nach einer Zinserhöhung im Dezember im nächsten Jahr wahrscheinlich drei oder vier Mal nachlegen. Voraussetzung sei, dass die Arbeitslosenquote weiter sinke und die Inflation steige.

Lafarge-Holcim nach Rückstufung im Verkauf

In der Schweiz schwächen sich die Standardwerte überwiegend ab. Die Aktien von Lafarge-Holcim fallen um 1,5 Prozent auf 56,35 Franken. UBS hat das Kursziel auf 55 von 57,50 Franken gesenkt, die Empfehlung lautet "Neutral". Gewinnmitnahmen drücken die Lonza-Titel 1,4 Prozent ins Minus.

Mit ABB, Adecco, Geberit, SGS und Sika standen weitere zyklische Werte auf den Verkaufszetteln.

Auch Kurseinbussen der Indexschwergewichte lasten auf dem SMI. Die Roche-Genussscheine sinken nach einer Zurückstufung durch die Credit Suisse um 0,4 Prozent. Die Analysten der Grossbank nahmen die Empfehlung für den Pharmawert auf "Neutral" von "Outperform" zurück.

Die Nestlé-Aktien schwächen sich um 0,8 Prozent ab. Hershey und Ferrara Candy dürfte einem Bericht von CNBC zufolge vorläufige Angebote für das US-Süssigkeitengeschäft des Lebensmittelkonzerns vorlegen. Auch Private-Equity-Firmen hätten Interesse, hiess es in dem Bericht gestützt auf Insider. Nestlé hat das US-Süsswarengeschäft zur Disposition gestellt.

Der dritte SMI-Riese Novartis dagegen gewinnt 0,7 Prozent an Wert.

Meist tiefer sind Bankaktien: UBS verliert 0,5 Prozent an Wert. Die Titel von Julius Bär und EFG International geben 0,2 und 1,3 Prozent nach. Citigroup hat die Empfehlung für die beiden Vermögensverwalter auf "Neutral" von "Buy" gesenkt. Die Aktien der Credit Suisse dagegen steigen um 0,1 Prozent.

Kühne+Nagel nach Quartalszahlen abgestraft

Am breiten Markt büssen die Aktien von Kühne+Nagel 4,3 Prozent ein. Der Logistikkonzern steigerte den Gewinn in den ersten neun Monaten weniger stark als im Markt erwartet um 1,3 Prozent auf 540 Millionen Franken. Kühne zeigte sich zuversichtlich, im Gesamtjahr die gesteckten Renditeziele erreichen zu können. Die Anteile des Rivalen Panalpina verlieren 1,3 Prozent.

Die Aktien von AMS sinken um 4,1 Prozent. Ein Händler vermutet, dass Anleger nach dem starken Kursanstieg des Chip- und Sensor-Herstellers Geld abziehen, um es in die Titel des Rivalen Largan zu investieren.

Die Anteile von Leclanché steigen um 3,5 Prozent. Der Batterie-Hersteller verringerte den Halbjahresverlust um 31 Prozent auf 11,9 Millionen Franken. Die Firma will sich mit einer Kapitalerhöhung 40 Millionen Franken holen.

(Reuters)