Aktien Schweiz - Schweizer Börse gibt anfängliche Gewinne wieder ab

Die Schweizer Börse verliert bis Montagmittag nach einem festen Start an Schwung. Mangels Anschlusskäufen und aufgrund von Gewinnmitnahmen seien die Anfangsgewinne im Verlauf schnell abgeschmolzen, heisst es im Handel.
12.08.2019 11:40

Die US-Aktien-Futures, die zunehmend in die Verlustzone sinken, liessen an der Wall Street zudem eine schwächere Eröffnung erwarten. Nach wie vor belaste der ungelöste Handelsstreit der USA mit China die Märkte. Zudem dämpften die Angst vor den Folgen eines ungeregelten Brexit und der Regierungskrise in Italien die Stimmung der Anleger, heisst es am Markt. Hierzulande stehen ABB nach Bekanntgabe eines neuen Konzernchefs und AMS nach einem neuen Übernahmeversuch für Osram im Fokus.

Der SMI steht nach einem Tageshoch von 9863 Zählern um 11 Uhr noch um 0,2 Prozent im Plus bei 9767 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI tritt bei 1482 Punkten praktisch auf der Stelle. Der breite SPI rückt 0,1 Prozent auf 11'876 Zähler vor. Von den 30 SLI-Titeln stehen 15 höher, 14 tiefer und SGS unverändert.

Übernahmeskepsis lässt AMS-Aktie einbrechen

AMS brechen mit aktuell -9,6 Prozent massiv ein. Der Sensorenhersteller macht einen neuen Versuch zur Übernahme des deutschen Lichttechnikkonzerns Osram und will sich den Kauf insgesamt rund 4 Milliarden Euro kosten lassen. Die Österreicher hatten bereits zu einem früheren Zeitpunkt mit einer Übernahme geliebäugelt. Geplant ist die Schaffung eines weltweiten Anbieters von Sensorlösungen und Photonik. Die Finanzierung der Übernahme sei mit einer Brückenfinanzierung von 4,2 Milliarden Euro durch die Grossbanken HSBC und UBS abgesichert. Ausserdem will AMS über eine Kapitalerhöhung frische Mittel im Umfang von 1,5 Milliarden Franken aufnehmen.

Händler äussern sich skeptisch zur Übernahme. Dies sorge für viele Unsicherheiten und erhöhe die ohnehin schon grosse Verschuldung weiter. Zudem komme eine Kapitalerhöhung wegen der Verwässerung bei den Aktionären nie gut an, heisst es im Handel. Anleger bräuchten bei AMS halt starke Nerven.

Schwächer sind die Anteile der Luxusgüterhersteller Richemont (-2,3%) und Swatch (-1,5%). Für die Aktien der Banken Credit Suisse (-0,9%), Julius Bär (-0,8%) und UBS (-0,7%) könnten sich ebenfalls nur wenige erwärmen, sagt ein Händler. Im aktuellen Tiefzinsumfeld sei das Interesse für Banken nicht gross.

ABB mit neuem Chef gesucht

Die Anteile von ABB (+3,4%) ziehen derweil steil an. Der Elektrotechnikkonzern erhält mit Björn Rosengren einen neuen Konzernchef. Er wird ab März 2020 die Industriegruppe führen. Rosengren kommt vom Technologiekonzern Sandvik und folgt auf Ulrich Spiesshofer, der unlängst zurückgetreten ist. Die beiden Grossinvestoren Cevian und Investor begrüssen die Wahl von Rosengren. Rosengren sei ein sehr fähiger Konzernchef, kommentierte auch J.P. Morgan. "Die Marktteilnehmer gehen davon aus, dass der neue Chef frischen Wind in den Laden bringt", sagt ein Händler. Es sei allerdings etwas störend, dass es noch Monate gehe, bis er anfange.

Gefragt sind Vifor (+1,7%). Händler erwähnen den guten Zwischenbericht, den der Arzneimittelhersteller in der vergangenen Woche publiziert habe. Ausserdem profitiere die Aktie von einem positiven Kommentar eines Geldberaters in der Wochenendpresse.

Die Aktien der defensiven Pharmawerte Roche (+0,2%) und Novartis (+0,4%) geben einen Teil ihrer Anfangsgewinne von rund 1 Prozent ab. Die Mitteilung, dass die Novartis-Tochter Sandoz in Patentstreitigkeiten bezüglich des Biosimilars Erelzi eine Niederlage erlitten hat, findet damit kaum negativen Niederschlag im Aktienkurs. Dies komme nicht ganz unerwartet, heisst es. Nestlé, das dritte Schwergewicht, gewinnt 0,4 Prozent an Wert.

S+B weiter massiv unter Druck

Die Aktien von Schindler (+2,1%), Swisscom (0,6%) und Swiss Life (+0,1%) ziehen vor dem im Laufe der Woche erwarteten Zwischenbericht an. Geberit (-0,3%) werden ebenfalls diese Woche mit Zahlen an die Öffentlichkeit treten.

Am breiten Markt stehen mit Hochdorf (-7,1%), Aryzta (-6,6%) und Schmolz+Bickenbach (-4,9%) Aktien unter Druck, die seit einiger Zeit mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Dagegen profitieren Conzzeta (+6,0%) von Anschlusskäufen an das gute Ergebnis vom vergangenen Freitag.

(AWP)

 

Ausgewählte Produkte auf SMI

Symbol Typ Coupon PDF
MCVOJB Callable Multi Barrier Reverse Convertible 8.50% PDF
MBQKJB Callable Multi Barrier Reverse Convertible 8.20% PDF
MCEAJB Multi Barrier Reverse Convertible 8.10% PDF

Investment-Ideen von Julius Bär