Aktien Schweiz - Schweizer Börse gibt Tagesgewinne wieder ab

Die Schweizer Börse gibt am Mittwoch im späten Geschäft die Tagesgewinne wieder ab. Um 16 Uhr hatte der Leitindex SMI bei 9363 Punkten noch ein Jahreshoch erreicht.
29.11.2017 17:45

Der SMI geht 0,2 Prozent tiefer als am Vortag mit 9304 Zählern aus dem Handel. Nach Ansicht der St. Galler Kantonalbank ist ein Ende der Hausse an den Aktienmärkten absehbar. "Wir gehen nicht davon aus, dass wir im nächsten Jahr einen grossen Crash sehen", sagt Anlagestratege Thomas Stucki. Die wirtschaftlichen Aussichten seien gut. "Das wird auch dazu führen, dass die Aktienmärkte noch halten."

Gefragt waren die Finanzwerte. Die Äusserungen des designierten US-Notenbankchefs Jerome Powell bei einer Anhörung vor dem Senat kamen am Markt gut an. Auf die Frage, ob es immer noch US-Banken gebe, die zu gross seien, um scheitern zu können (too big to fail), entgegnete Powell: "Das würde ich verneinen." Er signalisierte zudem, einer geringeren Regulierung bei Banken positiv gegenüberzustehen.

Die scheidende Chefin der US-Notenbank Janet Yellen betonte in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Redetext für ihren Auftritt vor einem Kongressausschuss, weitere Zinsanhebungen seien angesichts des anhaltenden Aufschwungs "angemessen".

Grossbankaktien gefragt

Die Anteile der Credit Suisse steigen um 1,4 Prozent auf 16,34 Franken. Baader Helvea empfiehlt CS mit einem Kursziel von 20 Franken zum Kauf. Am Donnerstag hält die Bank zudem den mit Spannung erwarteten Investorentag ab. Die Titel der UBS gewinnen 1,1 Prozent. Die Vermögensverwalter Julius Bär und Vontobel rücken leicht vor.

Auch Versicherungen waren gefragt: Swiss Re und Swiss Life wurden um 1,1 und 0,8 Prozent höher gehandelt.

Die als krisenresistent geltenden Schwergewichte, die den Markt zuletzt unterstützt hatten, drücken den SMI etwas nach unten. Nestlé ermässigt sich um 1,2 Prozent. Der Lebensmittelskandal um Maggi-Fertignudeln in Indien hat für den Nahrungsmittelriesen ein rechtliches Nachspiel. Ein Gericht verurteilte die indische Tochter zu einer Strafe von umgerechnet 70'000 Dollar. Nestlé wolle dagegen Berufung einlegen, kündigte ein Sprecher an. Die Behörden hatten zwischen 2015 und 2016 in Proben der beliebten Maggi-Fertignudeln erhöhte Mengen von Blei, Asche und einem Geschmacksverstärker gefunden. Nestlé musste den Snack daraufhin für sechs Monate aus den Regalen nehmen.

Bei den Pharmariesen sind die Aktien von Novartis um 0,1 Prozent höher, Roche geben ebenso viel nach.

Zykliker uneinheitlich

Uneinheitlich sind die Aktien konjunkturzyklischer Firmen: Die Papiere des Personalvermittlers Adecco, der Inspektionsfirma SGS und des Luxusgüterherstellers Richemont geben nach. Der Uhrenproduzent Swatch und der Bauchemeikonzern Sika rücken vor.

Am breiten Markt büssen die Aktien der Hörgerätefirma Sonova 4,6 Prozent ein. Morgan Stanley hat die Empfehlung auf "Underweight" von "Equal-Weight" zurückgenommen.

Der Anstieg auf ein neues Rekordhoch der US-Technologiebörse Nasdaq lockte Käufer bei den hiesigen Technologiewerten an. Kudelski gewinnen 1,7 Prozent und Lem steigen 4,2 Prozent.

Die Anteile von VAT steigen um 1,2 Prozent. Der Chef des Vakuumventile-Herstellers, Heinz Kundert, bekräftigte in der "Finanz und Wirtschaft" die Zielvorgaben.

Die Aktien von Arbonia verlieren 2,4 Prozent auf 16,20 Franken. Die Bank Vontobel hat das Kursziel für den Bauausstatter auf 15 von 16,70 Franken gesenkt.

(Reuters)