Aktien Schweiz - Schweizer Börse gibt zum Wochenanfang nach

Gewinnmitnahmen haben am Montag der Schweizer Börse zugesetzt. Ausgehend von Technologiewerten griffen die Verkäufe vor allem auf zyklische Werte über.
12.06.2017 17:40

"Alles, was gut gelaufen ist, ist zunehmend unter Druck geraten", sagt ein Händler. Der SMI notiert mit 8808 Punkten um 0,4 Prozent schwächer. Bei 8750 Punkten liegt Händlern zufolge eine wichtige technische Unterstützung. Für die Chartexperten der ZKB ist der mittelfristige Aufwärtstrend weiterhin intakt.

Den Auslöser für die Verkäufe sehen Börsianer in negativen Analystenstudien zum US-Technologiesektor und einen Medienbericht über mögliche Chip-Probleme von Apple. Das löste Gewinnmitnahmen an der US-Technologiebörse Nasdaq aus, heisst es am Markt. Der Abwärtstrend setzte sich dann in Asien fort. "Die negativen Kommentare kamen für Investoren wie aus heiterem Himmel und entsprechend verunsichert sind sie jetzt", sagt ein Händler.

Begünstigt wurde der Abwärtstrend auch davon, dass die Anleger vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch das Risiko scheuen. "Gewinne mitzunehmen kann nicht schaden", sagt ein Börsianer. Die meisten Ökonomen gehen von einer Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte aus. Es wäre die zweite Anhebung im laufenden Jahr.

En-marche-Sieg ohne Wirkung

Kaum Auswirkungen zeigte der Sieg von Präsident Emmanuel Macron bei der ersten Runde der Parlamentswahlen in Frankreich. Macrons Partei "La Republique en marche" kann auf eine Mehrheit in der neuen Nationalversammlung hoffen. "Das Ergebnis wurde aber bereits in der Vorwoche in die Kurse eingebaut", sagt ein Börsianer.

Europaweit stehen Technologiewerte stark unter Druck. In der Schweiz rutschen die Kurse von AMS, Logitech, Meyer Burger, U-Blox, Inficon und Temenos um bis 8 Prozent ab. Der Wert dieser Technologiefirmen hat sich dieses Jahr verdoppelt oder sogar noch stärker erhöht.

Bei den Standardwerten zählen Aktien zyklischer Firmen zu den grösseren Verlierern. Die Lonza-Aktien büssen 2,9 Prozent ein, der Kurs des Anlagenbauers Oerlikon sinkt um 1,6 Prozent und die Titel der Vakuumventile-Firma VAT fallen um 2,3 Prozent. Die Titel von ABB, Richemont, SGS, Sika, Clariant und Geberit schwächen sich um 1 Prozent und mehr ab. Givaudan, Adecco und Fischer verlieren weniger als 1 Prozent an Wert.

Swiss Re unter den raren Gewinnern

Zu den wenigen Gewinnern zählen die Swiss-Re-Anteile mit 0,9 Prozent Kurszuwachs. Der Rückversicherer sei eine Dividendenperle, sagt ein Händler. Zudem sei es der SMI-Titel mit der schwächsten Jahresperformance: -9 Prozent.

Die Roche-Genussscheine rücken 0,7 Prozent vor. Konzernchef Severin Schwan zeigt sich vom Potenzial des Krebsmedikaments Perjeta überzeugt. "Wir sind davon überzeugt, dass Perjeta auch bei Brustkrebs im Frühstadium, wo eine Heilung möglich ist, eine wichtige Rolle spielen wird", sagte er zur "SonntagsZeitung". Vorige Woche war der Kurs nach den mit Enttäuschung aufgenommenen Perjeta-Studienresultaten eingebrochen.

Die Aktien des Pharmakonzerns Novartis sinken um 0,9 Prozent. Mit Nestlé verliert das dritte SMI-Schwergewicht 0,5 Prozent an Wert.

Bei den Finanzwerten waren die Versicherer meist wenig verändert. Die Aktien der Grossbank Credit Suisse sinken um 0,9 Prozent. Julius Bär fallen um 1,0 Prozent und UBS hält sich deutlich besser mit nur 0,1 Prozent im Minus.

Am breiten Markt legten die volatilen Anteile von Evolva 2,2 Prozent zu. Scott Fabro folgt Anfang Juli bei dem Hersteller von Nahrungsmittelzusätzen Luc Gruner als Chief Commercial Officer nach.

(Reuter)