Aktien Schweiz - Schweizer Börse gibt zum Wochenende nach

Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende haben die Schweizer Börse am Freitag belastet. Nach dem Anstieg der vergangenen zwei Wochen tue eine Konsolidierung gut, sagen Händler.
09.11.2018 17:50

Der SMI schliesst um 0,2 Prozent tiefer mit 9074 Punkten. Im Vergleich zum Ende der Vorwoche lag der Leitindex damit aber immer noch um 0,9 Prozent im Plus.

Das Börsenbarometer sei zuletzt nahe an den charttechnischen Widerstand um 9100 Punkte gestiegen, habe diesen aber nicht nachhaltig überwinden können. "Eventuell müssen wir etwas tiefer neuen Anlauf holen", sagt ein Händler.

Enttäuschende Ergebnisse aus dem In- und Ausland sowie die Milliardenklagen gegen die Grossbank UBS drückten laut Händlern auf die Stimmung. "Plötzlich sind auch alle Probleme, die wir während der vergangenen Tage ein wenig in den Hintergrund gerückt haben, wieder da", sagt ein Börsianer. Dazu zählten der Handelsstreit der USA mit China, die Schuldenprobleme Italiens und die Unklarheit über den Ausstieg Grossbritanniens aus der EU.

Nach wie vor richten die Anleger ihren Fokus auch auf die Zinsentwicklung in den USA. Die dortigen Währungshüter haben am Donnerstag zwar den Schlüsselsatz wie erwartet unverändert gelassen, sich aber die Tür für die vierte Zinserhöhung in diesem Jahr offengehalten.

Für eine Zinserhöhung im Dezember spreche der mit 0,6 Prozent stärker als erwartete Anstieg der US-Produzentenpreise, sagte ein Händler. Erwartet wurde ein Plus von 0,2 Prozent.

Richemont nach Zahlen massiv unter Druck 

Massiv unter Druck standen die Aktien von Richemont: Sie brechen um 6,4 Prozent ein. Der Luxusgüter-Hersteller hat im ersten Halbjahr 2018/19 den Reingewinn zwar um mehr als 130 Prozent auf 2,25 Milliarden Euro gesteigert. Darin enthalten ist ein Sondererlös von knapp 1,4 Milliarden Euro aus der Übernahme der Internetplattform Yoox-net-a-Porter. Bereinigt darum sank der Gewinn stärker als erwartet. Im Sog von Richemont büssen die Aktien des Uhrenkonzerns Swatch 5,1 Prozent ein.

Die UBS-Papiere sacken um 2,7 Prozent ab. Der Grossbank machen Rechtsstreitigkeiten in den USA und Frankreich zu schaffen. Weniger stark unter Druck standen die Anteile des Rivalen Credit Suisse mit minus 0,9 Prozent. Julius Bär fallen um 1,9 Prozent.

Stützen des Marktes sind die als wenig konjunktursensitiv geltenden Pharmatitel Novartis und Roche mit Kurszuwächsen von 0,4 und 0,9 Prozent sowie die Titel des Lebensmittelriesen Nestlé mit plus 0,5 Prozent.

Die Anteile des Duft- und Aromenherstellers Givaudan gewinnen 0,1 Prozent.

Zykliker im Verkauf

Zyklische Werte sind dagegen meist schwächer. Die Papiere des Elektrotechnikkonzerns ABB sinken um 1,4 Prozent. Der Zementhersteller LafargeHolcim und der Personalvermittler Adecco verlieren 0,1 und 0,5 Prozent.

Gegen den negativen Trend gewinnen die Aktien von Implenia 0,8 Prozent. Der Baukonzern hat einen Grossauftrag zum Bau einer Brücke in Schweden erhalten.

Die Aktien von Aryzta verlieren 5,7 Prozent auf 1,3265 Franken. Händler begründen den Abgabedruck weiter mit dem Anrecht aus der laufenden Kapitalerhöhung. Das Anrecht wurde um gut einen Fünftel tiefer mit 0,30 Franken bewertet. Ein Anrecht berechtigt zum Kauf einer Aktie zu einem Franken.

Die Aktien von Meyer Burger erholen sich um 4,9 Prozent vom Vortageseinbruch. Die Anteile des Solarzulieferers weisen stets grössere Kursausschläge auf. Die Aktie war nach einem starken Anstieg an den Vortagen am Donnerstag stark gefallen.

(Reuters)