Aktien Schweiz - Schweizer Börse gibt zum Wochenstart nach

Die Schweizer Börse hat am Montag an den Abwärtstrend der Vorwoche angeknüpft und nachgegeben.
15.10.2018 17:45

Schwache Vorgaben aus Asien und die schwelenden wirtschaftlichen und politischen Probleme vermiesten den Anlegern die Laune, sagen Händler. Der SMI verliert 0,1 Prozent auf 8653 Punkte. In der Vorwoche hatte der Leitindex mehr als 4 Prozent eingebüsst - das zweitschlechteste Wochenresultat in diesem Jahr. Seit Jahresanfang summiert sich das Minus auf rund 8 Prozent und nur 4 der 20 SMI-Werte weisen eine positive Kursentwicklung auf.

Einem Händler zufolge könnte der nahende Verfall der Optionen an der Terminbörse Eurex für Unterstützung sorgen. "Viele Ausübungskurse sind klar über den aktuellen Kursen. Das könnte uns ein wenig Rückenwind geben." Aus charttechnischer Sicht dürfte der Abwärtstrend anhalten, erklärten die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Durch die jüngste Entwicklung sei der zuvor geltende Aufwärtstrend beendet worden und es sei mit weiteren Abgaben zu rechnen. Unterstützung für den SMI orten die ZKB-Experten beim Jahrestief um 8470 Punkte.

Nach wie vor belasten die Sorgen um eine Abschwächung der chinesischen Wirtschaft, der US-chinesische Handelsdisput und die höheren Renditen der US-Anleihen die Märkte. Zudem sorgt der Streit um den verschwundenen saudiarabischen Journalisten Dschamal Chaschoggi für anziehende Ölpreise und Spannungen der USA mit Saudi-Arbien. Auch der italienische Staatshaushalt und das Tauziehen um die Modalitäten des Ausscheidens Grossbritanniens aus der EU sorgen für Verunsicherung.

Berichtssaison nimmt Fahrt auf

Diese Woche stehen die Zwischenbilanzen der Pharmakonzerne Novartis und Roche sowie des Lebensmittelkonzerns Nestlé auf dem Programm. Die Novartis-Aktien ziehen 0,6 Prozent an. Dagegen schwächen sich die Roche-Scheine um 0,1 Prozent ab. Nestlé legen 0,2 Prozent an Wert zu.

Die Aktien von Lonza fallen um 0,6 Prozent. Der Pharmazulieferer führt mit einem Kursplus von 18 Prozent die Gewinnerliste bei den Bluechips im laufenden Jahr an.

Bei den Banken fallen die Titel der Credit Suisse vorübergehend auf ein Jahrestief, die UBS-Aktien sogar auf ein Zweijahrestief. Die  Versicherungstitel machten anfängliche Verluste meist wieder wett.

Bei den zyklischen Firmen ermässigen sich die ABB-Anteile um 0,8 Prozent. Bei 20,66 Franken erreichte der Elektrotechnikwert den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren. Die Aktien von LafargeHolcim rutschen 0,7 Prozent ab auf den tiefsten Stand seit August 2016. SGS-Titel geben 2,0 Prozent auf ein Jahrestief nach. Die Anteile der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch werden um 1,1 beziehungsweise 0,7 Prozent tiefer bewertet.

Santhera nach Wirkstoffzulassung gefragt

Am breiten Markt schiessen die Santhera-Aktien 6,7 Prozent hoch. Ein Expertenausschuss der europäischen Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht für den Orphan-Drug-Status des Wirkstoffs POL6014 zur Behandlung der Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose gegeben. Die endgültige Entscheidung ob POL6014 als Medikament zur Behandlung seltener Krankheiten (Orphan Drug) eingestuft wird, liegt bei der Europäischen Kommission.

Einzelne Technologiewerte, die in der Vorwoche stark gefallen waren, zogen an. Meyer Burger gewinnen 4,4 Prozent am Wert. Auch die Aktien von Huber+Suhner, Inficon und Kudelski ziehen an.

(Reuters/cash)