Aktien SchweizSchweizer Börse grenzt Abgaben ein

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Freitagmittag weiterhin im Minus, hat die Abgaben aber spürbar eingegrenzt.
28.07.2017 12:55

Der SMI startete bereits unter der Marke von 9000 Punkten. Im Vormittagshandel baute der Leitindex seine Abgaben zeitweise nochmals deutlicher aus, bevor er sich nun wieder auf das Anfangsniveau zurückgearbeitet hat. Im Fokus stehen die beiden Grossbanken UBS und CS nach der Zahlenvorlage, deren Aktien die Bandbreite des SMI abdecken: CS sind die grössten Gewinner, UBS die grössten Verlierer.

Etwas Unterstützung für die Märkte kam von positiven Wirtschaftsdaten aus Frankreich und Spanien. Im Euro-Raum stieg die Wirtschaftsstimmung auf ein 10-Jahre-Hoch. Weiter sorgen die Währungen für Bewegung. Der Franken sank zum Euro deutlich und bewegte sich zeitweise Richtung 1,14 Franken. Marktteilnehmer vermuten Interventionen der SNB als verstärkenden Faktor. Auch der Dollar bleibt gegen den Euro schwach. Die schwindende Hoffnung auf wirtschaftlichen Schub durch die Administration Trump sorge für Ernüchterung, sagt ein Marktteilnehmer. Am Nachmittag stehen aus den USA BIP-Daten und das Konsumentenvertrauen der Uni Michigan auf der Agenda.

Der SMI steht gegen Mittag 0,3% tiefer bei 8992 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich zum aktuellen Kurs ein Plus von 0,6%. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,4% auf 1435 Zähler und der breite SPI 0,3% auf 10'232 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 23 im Minus und 7 im Plus.

CS nach Quartalszahlen gesucht

Stärkster Bluechip ist wie bereits am Morgen Credit Suisse (+1,7%), die zeitweise um bis zu 4% zulegten. Die kleinere der beiden Grossbanken hat im zweiten Quartal in den operativen Kernbereichen gut gearbeitet und die Erwartungen übertroffen. Gelobt werden vor allem die deutlich gesunkenen Kosten.

UBS (-2,8%) liegen demgegenüber am unteren Ende des Tableaus. Hier waren die Zahlen im Rahmen der Erwartungen. Der Gewinnbeitrag aus dem Wealth Management fiel jedoch etwas schwächer aus und die Kernkapitalquote sank überraschend stark, kommentieren Analysten. Die Ergebnisse würden von den Investoren als Anlass für Gewinnmitnahmen genommen, heisst es.

Grössere Einbussen sind auch bei Julius Bär (-1,7%), Clariant (-1,5%), Lonza (-1,4%), und Lafarge-Holcim (-1,1%) auszumachen.

Zu den Verlierern zählen erneut auch Nestlé (-0,3%). Eine Reihe von Analysten haben nach der gestrigen Zahlenenttäuschung nun ihre Kursziele gesenkt. Das erste Halbjahr 2017 sei zum Vergessen, heisst es etwa bei der Société Générale. Insbesondere das schwache organische Wachstum und der abgeschwächte Ausblick enttäusche. Der Analyst geht nur von einer moderaten Beschleunigung im zweiten Semester aus.

Roche trotz Empfehlung im Verkauf

Roche (-0,3%) zeigt sich im Nachgang der Zahlen nun ebenfalls schwächer. S&P hat das Rating allerdings auf "Buy" angehoben. Seine Bewertung für die Titel liege aufgrund der führenden Marktstellung und der vielversprechenden Pipeline über denen der Wettbewerber, so der Analyst. Die am Vortag etwas stärkeren Novartis (+0,1%) legen erneut leicht zu.

Zudem notieren die Uhrenwerte Richemont (+0,9%) und Swatch (+0,3%) im Plus, ebenso wie ABB (+0,7%), Lindt&Sprüngli (+1,2%) oder noch knapp Geberit (+0,1%).

Aus der zweiten Reihe gab es ebenfalls eine ganze Reihe von Zahlen. Dabei reagieren Forbo (-3,4%) und Cosmo (-1,4%) negativ, Bellevue (+2,9%), Zehnder (+0,7%) und in geringeren Masse APG (+0,2%) positiv.

Kurssprung bei Idorsia nach positivem Studienergebnis

Idorsia (+7,6%) hat mit dem Produktkandidaten ACT-541468 zur Behandlung von Schlafstörungen die gesteckten Ziele in einer Phase-II-Studie erreicht. Oerlikon (+1,1%) profitieren von einer Aufstufung durch Vontobel auf "Buy".

Die Aktien von Myriad stürzen hingegen um 24% ab. Das Unternehmen plant eine Kapitalerhöhung und erwägt, die Börsenkotierung an der SIX aufzugeben. Das wurde zusammen mit einem Halbjahresverlust am Vorabend gemeldet.

Börsenneuling Landis+Gyr (+0,1%, 76,65 Franken) hat einen prominenten Grossaktionär angelockt. Der Baselbieter Medtech-Pionier Rudolf Maag hält eine Beteiligung von 10,17% an dem Messtechnikunternehmen, das vor genau einer Woche an die Börse gegangen ist. Die Aktien notieren bereits seit Wochenbeginn unter dem Ausgabepreis von 78 Franken.

(AWP)