Aktien Schweiz - Schweizer Börse grenzt Verluste etwas ein

Die Schweizer Börse hat am Montag nachgegeben. Im Verlauf wurden die Einbussen laut Händlern dank einer leichten Erholung von Dollar und Ölpreis wieder etwas eingegrenzt.
24.07.2017 17:40

Das Geschäft präsentierte sich uneinheitlich. Gefragt waren die Aktien von Banken, die laut Händlern nach einem besser als erwarteten Halbjahresbericht des Vermögensverwalters Julius Bär profitierten. Dagegen zogen Abgaben in den schwergewichtigen Aktien des Pharmariesen Novartis und des Lebensmittelmultis Nestlé den Markt nach unten.

Der SMI notiert um 0,5 Prozent schwächer mit 8898 Punkten. Am Freitag hatte der Leitindex unter anderem wegen des Ausverkaufs bei Industriewerten und wegen des schwachen Dollar um 1 Prozent nachgegeben.

"Die Stimmung ist von Vorsicht geprägt", sagt ein Händler. In den kommenden Tagen würden viele Firmenbilanzen veröffentlicht und am Mittwochabend stehe der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed an. Es werde nicht mit einer Zinsänderung gerechnet, aber die Anleger erhofften sich Hinweise auf die weitere Zinsentwicklung in der weltgrössten Volkswirtschaft.

Veröffentlicht werden im Laufe der Woche abgesehen von den Ergebnissen von Julius Bär die Zahlen von Lafarge-Holcim, Lonza, Clariant, Nestlé, Roche und den Grossbanken Credit Suisse und UBS.

Julius Bär überrascht mit Halbjahresbericht - Aktie gefragt

Julius Bär überraschte mit einem besser als erwarteten Halbjahresbericht. Der Aktienkurs klettert um 4,5 Prozent nach oben und erreichte vorübergehend den höchsten Stand seit zwei Jahren. Der Vermögensverwalter erzielte einen Gewinn auf Vorjahreshöhe von 404 Millionen Franken. Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang gerechnet. Zudem holte die Bank mehr Neugelder als erwartet ins Haus. Die ZKB taxierte den Abschluss als "bärenstark" und stufte die Empfehlung auf "Übergewichten" von "Marktgewichten" hoch.

Auch Aktien anderer Finanzhäuser tendierten fester. Die beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS steigen um 1,5 und 1,9 Prozent. Der Vermögensverwalter EFG profitiert laut einem Händler vom guten Bär-Ergebnis und rückte um 3,1 Prozent vor. Vontobel gewinnen 0,6 Prozent. Die Versicherungen holen die Anfangsschwäche auf.

Bei den schwergewichtigen Pharmawerten verlieren Novartis 0,9 und Roche 0,6 Prozent. Der Lebensmittelwert Nestlé ist um 0,9 Prozent tiefer.

Die meisten Zykliker auf der Verliererseite

Die Anteile zyklischer Firmen rutschten in die Verlustzone. Der Titel der Sanitärtechnikfirma Geberit verliert 0,7 Prozent. Der Luxusgüterhersteller Richemont und der Uhrenkonzern Swatch büssen 1,0 und 1,4 Prozent ein. Die Titel des Elektrokonzerns ABB fallen 1,6 Prozent.

Gegen den Trend gewinnen Lafarge-Holcim 1,3 Prozent. Spekulationen, der Zementkonzern könnte mit seinem Ergebnis die Erwartungen übertreffen, hätten dem Kurs geholfen, heisst es.

3,3 Prozent gewinnen die Aktien von Meyer Burger. Der Spezialsägenhersteller hat von einem asiatischen Kunden weitere Aufträge im Wert von rund 22 Millionen Franken erhalten.

Ypsomed-Aktie erholt sich kaum

Die Aktie von Ypsomed gewinnt 1,6 Prozent. Der Titel war am Freitag um 30 Prozent eingebrochen. Der Hersteller von Insulinpumpen beendet die Vertriebskooperation mit Insulet per Juni 2018. Gemäss einer Pflichtveröffentlichung der Schweizer Börse haben nichtexekutive Mitglieder in den schwachen Markt am Freitag Ypsomed-Aktien für mehr als 28 Millionen Franken gekauft.

Die Anteile von Landis+Gyr verlieren 3,2 Prozent auf 76 Franken. Die Aktie der Messtechnikfirma hatte am Freitag an der Schweizer Börse zu 79 Franken an der Börse debütiert. Sie war zu 78 Franken ausgegeben worden.

Spekulationen über einen Ausstieg von Grossaktionär HNA drücken die Aktien von Dufry um 3,4 Prozent. Händler sagen, die Anleger sorgten sich, dass die chinesische Beteiligungsgesellschaft HNA ihr Engagement bei dem Reisedetailhändler zurückfahren könnte, nachdem die Pekinger Behörden eine Prüfung der Finanzierung von Übernahmen bestimmter Grossinvestoren angeordnet hatten. Insidern zufolge will die Bankenaufsicht Risiken für das chinesische Finanzsystem ermitteln. HNA hält gut ein Fünftel an Dufry.

(Reuters)