Aktien Schweiz - Schweizer Börse hält sich in der Gewinnzone

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Donnerstag fester und baut dabei die frühen Gewinne im Vormittagshandel noch etwas aus.
16.08.2018 12:15

Damit nimmt der Leitindex SMI die Marke von 9000 wieder ins Visier. Diese wurde am Vortag auch per Tagesschluss klar unterboten, nachdem der SMI bereits am Montag und am Dienstag kurzzeitig darunter gefallen war. Gestützt wird das Börsensentiment einerseits von einer Gesprächsankündigung zwischen China und den USA und andererseits von der leichten Erholung der türkischen Lira.

Zur Entschärfung des schwelenden Handelsstreits mit den USA hat China angekündigt, Ende August eine Delegation zu Gesprächen nach Washington zu schicken - dies auf Einladung der US-Seite. Nach den zuletzt mehrheitlich negativen Nachrichten sei dies zumindest wieder einmal ein Lichtblick, heisst es im Handel. Die Credit Suisse geht dennoch davon aus, dass die Spannungen zwischen den USA und China zwar weiter zunehmen werden, erwartet letztlich aber dennoch eine Verhandlungslösung.

Der SMI zieht bis Mittag um 0,4 Prozent auf 8963 Punkte an. Der 30 Aktien umfassende SLI rückt um 0,6 Prozent auf 1464 Punkte vor und der breite SPI um 0,4 Prozent auf 10'682 Punkte. Von den 30 grössten Titeln notieren mittlerweile 26 im Plus.

Swisscom trotz guten Zahlen im Verkauf

Swisscom (-0,4%) stehen weiterhin am Tabellenende. Die Aktien dürften in einem am Berichtstag wieder risikofreudigeren Umfeld von ihrem defensiven Charakter gebremst werden. Denn sowohl beim Umsatz, als auch auf den Stufen EBITDA, EBIT und Reingewinn übertrifft das Unternehmen die jeweiligen Konsensschätzungen. Gar als Lichtblick wird in Marktkreisen die starke Umsatzentwicklung bezeichnet. Als möglichen Grund für die leichte Kursschwäche wurden die eher verhaltenen Aussagen des CEO zur weiteren Entwicklung in Italien genannt.

Dass am Berichtstag die Risikoaversion der Investoren etwas nachgelassen hat, unterstreicht auch die verhältnismässig verhaltene Entwicklung von weiteren defensiven Aktien wie Lonza (-0,3%), Nestlé (-0,1%) oder Novartis (+0,2%).

An die Spitze gesetzt haben sich mittlerweile Vifor Pharma (+1,3%). Angesichts der leichten Entspannung an der internationalen Handelsfront sind aber auch Banken wie Julius Bär (+1,1%), UBS (+0,9%) und CS (+0,5%) gut gesucht. Weitere Finanzwerte wie Partners Group, Swiss Re oder Bâloise weisen Avancen im Bereich von 1 Prozent oder knapp darüber auf.

Klar überdurchschnittlich legen noch Sika und Kühne+Nagel (je +1,3%) zu.

Comet nach Zahlen gesucht

Im breiten Markt geht es für Comet (+3,7%) nach den detaillierten Halbjahreszahlen nach oben. Bereits Anfang Juli hatte der Halbleiterzulieferer mit einer Gewinnwarnung die Märkte auf das durchwachsene Abschneiden vorbereitet sowie den Ausblick gesenkt. Damals wurde die Aktie mit einem Kursrutsch um über 20 Prozent abgestraft.

Die Aktien des Laborausrüsters Tecan (+1,4%) liegen nach Zahlen ebenfalls in der Gunst der Investoren. Das Semesterergebnis lag teilweise klar über dem Konsens.

Meyer Burger (-4,2%) befinden sich dagegen wieder einmal auf einer volatilen Talfahrt. Der Solarzulieferer gab neben den definitiven Halbjahreszahlen auch eine Anpassung der Umsatzziele für das Gesamtjahr bekannt. Neu rechnet das Unternehmen mit rund 10 Prozent weniger Umsatz als zuvor. Dabei überrasche weniger die Reduktion selbst, sondern eher der Umfang, heisst es aus Analystenkreisen.

Jeweils nach Angaben zum Geschäftsverlauf im ersten Semester stehen Ascom (+4,0%) deutlich im Plus, während Bell (-1,7%) und Phoenix Mecano (-0,3%) nachgeben. Bank Linth sind unverändert.

(AWP/cash)