Aktien Schweiz - Schweizer Börse hält sich im Plus

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Mittwoch zur Mittagszeit freundlich.
11.10.2017 12:40

Der Leitindex SMI notiert gestützt durch die Vorgaben aus Übersee leicht im Plus und somit nur wenige Punkte unter seinem Jahreshoch von 9289,13 Punkten. Er schaffte es am Vormittag allerdings nicht ganz, dieses zu erreichen. Positiv auf die Stimmung wirkt sich laut Händlern aus, dass im Katalonien-Konflikt der grosse Knall vorerst ausgeblieben ist.

Am Abend steht dann nach Handelsschluss in Europa das Protokoll der letzten Fed-Sitzung auf der Agenda, das in der Regel stark beachtet wird. Darin finden sich Einschätzungen der Geldpolitiker um Fed-Chefin Janet Yellen bezüglich der Risiken für die Inflation. Grosse Überraschungen bezüglich möglicher daraus abgeleiteter Zinsschritte werden von Analysten keine erwartet.

Der SMI notiert am Mittag 0,1% höher bei 9275 Punkten. Seinen höchsten Stand erreichte er am frühen Morgen bei knapp 9288 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI gewinnt 0,1% auf 1493 und der breite SPI 0,1% auf 10'596 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 19 im Plus, 8 im Minus und 3 unverändert. Insgesamt halten sich die Ausschläge in Grenzen.

Ruhiger Handelstag

Passend hierzu heisst es aus Händlerkreisen, dass der Tag an der Börse sehr ruhig verlaufe. Die gehandelten Volumen würden im Tagesverlauf wohl kaum die Drei-Milliarden-Schwelle überschreiten. Beliebt seien vor allem Versicherungsaktien, da mit diesen Papieren noch eine relativ grosse Rendite zu erzielen sei. Die Anteilsscheine von Swiss Re (+0,6%), Swiss Life (+0,5%), Bâloise (+0,3%) fallen denn auch mit Kursgewinnen auf.

Konkrete Nachrichten gab es am Morgen zum Rückversicherer Swiss Re. Die Experten von Exane BNP hatten am Morgen Rating und Kursziel für die Titel angehoben. Zwar hätten die Naturkatastrophen im dritten Quartal die Profitabilität im Geschäftsjahr 2017 in der Rück-/Versicherungs-Branche stark beeinträchtigt. Als Sekundäreffekte würden sich dadurch aber wohl auch Wachstumsgelegenheiten bieten, und die europäischen Rückversicherer könnten dabei relativ gesehen die Gewinner sein, heisst es in der Studie.

An der Spitze des SMI/SLI-Tableaus liegen allerdings schon fast den ganzen Vormittag Lonza (+1,1%), aktuell gefolgt von Sonova (+0,6%). Auch Logitech, Swisscom (je +0,6%) oder beispielsweise Partners Group (+0,3%) zeigen sich fester am Markt. Letztere profitieren dabei von einem erhöhten Kursziel der HSBC.

Dufry auf Erholungskurs

Nach einem Taucher am Morgen haben sich ausserdem Dufry (+0,3)%) im Verlauf des Vormittags wieder erholt. Der Reisedetailhändler hat Schuldverschreibungen (Senior Notes) über 800 Millionen Euro am Markt platziert und damit mehr als noch zu Wochenbeginn angekündigt. Mit dem Erlös sollen ausstehenden Schuldverschreibungen über 500 Millionen Euro abgelöst und Bankschulden reduziert werden.

Keine klaren Impulse gehen von den Schwergewichten Novartis (+0,5%), Nestlé (unverändert) und Roche (-0,1%) aus. Sie tendieren in unterschiedliche Richtungen und erschweren dem Gesamtmarkt damit eine klare Orientierung. Bei Nestlé gab es zuletzt Spekulationen am Markt, der Nahrungsmittelkonzern könnte an Pfizers Sparte mit rezeptfreien Medikamenten interessiert sein.

Nicht überzeugen können gegen Mittag die Bankentitel. Während UBS stagnieren, befinden sich Julius Bär und Credit Suisse (je -0,5%) klar im negativen Bereich.

Deutlich in der Verlustzone befinden sich ausserdem Lafarge-Holcim (-0,5%) und Givaudan (-0,6%). Beim Genfer Unternehmen kommt es zu Gewinnmitnahmen, nachdem die Titel am Vortag nach der Zahlenvorlage von Anlage- und Deckungskäufen profitiert hatten.

Cembra nach Firmenübernahme gesucht

Im breiten Markt ziehen die Aktien der Cembra Money Bank (+2,3%) mit der Übernahme der EFL Autoleasing das Interesse der Investoren auf sich. Der Zukauf passe strategisch sehr gut, lautet etwa das Urteil bei Vontobel.

Temenos (+0,3%) haben derweil das Geheimnis um einen neu gewonnen Kunden gelüftet. Es handelt sich um die Openbank, die digitale Bank der spanischen Santander. Hier heisst es von Analystenseite, der Einstieg in den Geschäftsbereich digitale Banken könne Temenos ein grosses Marktpotenzial eröffnen.

Deutlich im Minus sind dagegen nach einer Gewinnwarnung die Aktien des Energieunternehmens Energiedienst (-3,9%).

(AWP)