Aktien Schweiz - Schweizer Börse hält sich knapp im Plus

Die Schweizer Börse ist am Montag im späten Handel wieder etwas zurückgefallen. Nach einer schwächeren Eröffnung der Wall Street schritten die Anleger zu Gewinnmitnahmen, sagen Händler.
21.08.2017 17:45

Ein Anstieg des Index-Schwergewichts Nestlé verhinderte ein Abrutschen ins Minus. Der SMI steht zum Börsenschluss noch 0,1 Prozent höher als am Freitag bei 8884 Zählern.

Händlern zufolge hielten sich die Anleger auch wegen des bevorstehenden alljährlichen Treffens wichtiger Notenbank-Vertreter zurück. Von der dreitägigen Konferenz, die am Mittwoch in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming beginnt, werden Hinweise auf die künftige Geldpolitik erwartet. Allerdings dürfte EZB-Chef Mario Draghi einem Insider zufolge keine Aussagen zur erwarteten Drosselung der Wertpapierkäufe machen.

Auch die US-Politik bereitete den Marktteilnehmer weiter Kopfzerbrechen. Viele Investoren bezweifelten, dass Präsident Donald Trump das Wirtschaftswachstum wie versprochen ankurbeln kann. "Das Personal-Chaos von Präsident Trump weckt diesbezüglich schon Befürchtungen", sagt ein Börsianer. Für Nervosität sorgen auch die gemeinsamen Manöver der USA und Südkoreas.

Steigender Volatilitätsindex

Das Angstbarometer Volatilitätsindex, der erneut leicht anzieht, deutet nach Ansicht der Credit-Suisse-Experten darauf hin, dass der Terroranschlag in der spanischen Stadt Barcelona vom vergangenen Donnerstag, die geopolitischen Risiken im Zusammenhang mit Nordkorea und die Unsicherheit hinsichtlich der US-Geldpolitik die Stimmung der Anleger weiterhin dämpfen.

Die Standardwerte stehen mehrheitlich leicht im Plus. Nestlé legt 0,6 Prozent zu und unterstützt den SMI merklich. Das andere Index-Schwergewicht Novartis legt leicht zu, während Roche 0,4 Prozent nachgeben.

Die grössten Kursgewinne unter den Bluechips verzeichnen die Aktien der Sanitärtechnikfirma Geberit mit 1,2 Prozent Zuwachs. Swisscom legen 1 Prozent zu. Der Telekomkonzern gilt als defensives Investment. Auch die Titel des Bauchemieunternehmens Sika und des Pharmazulieferers Lonza stehen besser als der Markt.

Auf der Verliererseite zu finden sind die beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS mit Kursabschlägen von 0,8 und 0,7 Prozent. Die Anteile der Versicherer können sich knapp im positiven Terrain halten.

Sonova geben nach CEO-Interview nach

Am breiten Markt verlieren die Sonova-Aktien 0,5 Prozent. Der Hörgerätehersteller rechnet in nächster Zeit im Markt nicht mit grossen Übernahmen, wie Firmenchef Lukas Braunschweiler der "Finanz und Wirtschaft" sagte. "Kleinere Arrondierungen will ich nicht ausschliessen", sagte er.

Die Anteile von Dufry 0,8 Prozent tiefer. Die chinesische HNA-Gruppe kontrolliert über eine Kaufposition insgesamt 20,9 Prozent des Duty-free-Shop-Betreibers. HNA und Dufry wollen Bereiche für eine Zusammenarbeit ausloten, um das Geschäft mit chinesischen Kunden auszuweiten.

Gewinnmitnahmen drücken die Aktien von Tecan 2 Prozent ins Minus. Der Laborausrüster hatte nach dem Zwischenbericht in der Vorwoche stark an Wert gewonnen.

Vontobel nach Übernahme im Verkauf

Die Vontobel-Anteil schwächen sich um 0,2 Prozent ab. Die Privatbank übernimmt von der Raiffeisen-Tochter Notenstein La Roche zu einem ungenannten Preis ein Osteuropa-Portfolio mit rund zwei Milliarden Franken verwalteten Vermögen.

Die Aktien von Schweiter klettern 2,1 Prozent nach oben. UBS bekräftigte nach einem als gut eingestuften Zwischenbericht die Kaufempfehlung. Eine UBS-Kaufempfehlung und -Kurszielerhöhung schob Aktien von Lindt & Sprüngli 3,4 Prozent hoch.

(Reuters)