Aktien Schweiz - Schweizer Börse im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag nach einer zunächst wenig veränderten Eröffnungsphase in den Rückwärtsgang geschaltet, wobei vor allem das Pharmaschwergewicht Novartis eine grosse Belastung für den Index ist.
05.12.2017 12:55

Auch europaweit ist die Kurstafel mehrheitlich rot. Die freundliche Börsenstimmung vom Vortag sei nun einer gewissen Vorsicht gewichen, heisst es im Handel. Als Grund wird auf die weltweit anhaltende Ausverkaufswelle im Technologiesektor verwiesen. Auch hierzulande stehen am Dienstag Aktien aus diesem Börsensegment deutlicher unter Abgabedruck. Nachdem zuletzt verschiedenenorts Höchststände erreicht wurden oder zumindest in Schlagweite gerieten, würden Investoren wohl auch kalte Füsse bekommen, heisst es weiter.

Während es auf der Unternehmensseite vergleichsweise ruhig ist, wurden auf der Makroebene einige Daten veröffentlicht, die in der Summe aber kein klares Bild abgeben. So stieg in der Eurozone die Unternehmensstimmung zwar auf höchstem Stand seit sechseinhalb Jahren, dagegen ging der Detailhandelsumsatz aber relativ deutlich zurück. In China wiederum verbesserte sich die Stimmung bei kleineren und privaten Unternehmen aus der Dienstleistungsbranche, womit die zuletzt veröffentlichten robusten Daten untermauert wurden. Am Nachmittag stehen u.a. noch Einkaufsmanagerindizes in den USA auf dem Programm.

Der SMI büsst gegen Mittag 0,3% auf 9303 Punkte ein. Der 30 Aktien umfassende SLI gibt um 0,3% auf 1492 Zähler nach und der breite SPI um ebenfalls 0,3% auf 10'651. Von den 30 wichtigsten Titel notieren 20 im Minus, 7 im Plus und 3 unverändert.

Schwache Pharmawerte

Schwach präsentiert sich das Pharmasegment, wobei Novartis nach einer Rating-Rückstufung durch Liberum auf "Hold" mit -1,4% am deutlichsten nachgeben. Der zuständige Analyst geht aber weiterhin davon aus, dass der Pharmakonzern schneller als die Konkurrenz wachsen könne. Dies sei jedoch bereits im aktuellen Kurs enthalten. Mit Vifor (-1,1%) und Roche (-0,4%) sowie aus dem breiten Markt Newron (-5,3%), Santhera (-3,8%), Kuros (-2,3%) und Idorsia (-1,9%) bleiben weitere Pharmawerte zurück.

Die klar grössten Verluste unter den Bluechips verzeichnen derweil Logitech (-2,2%), die bereits zum Wochenbeginn zu den grössten Verlierern gehört hatten. Im Handel wird hier auf die anhaltend schlechte Stimmung im Technologiesektor verwiesen. Im breiten Markt sind davon Titel wie Temenos (-5,5%), AMS (-3,3%) und Meyer Burger (-2,3%) betroffen.

Grössere Einbussen verzeichnen unter den SLI-Werten auch Lonza (-1,3%), Swiss Re (-1,1%) sowie Partners Group (-0,8%).

Einmal mehr Turbulenzen bei Clariant

Einmal mehr zu Reden geben die Chemiewerte Clariant (-0,2%), nachdem Blackrock seinen Anteil auf 3,8% von 2,8% aufgestockt hat. Auf welche Seite sich der weltgrösste Vermögensverwalter beim vom aufmüpfigen Grossaktionär White Tale belagerten Chemiekonzern schlagen wird, ist allerdings (noch) nicht bekannt.

Auf der Gegenseite liegen wie bereits am Vortag die schwergewichtigen Nestlé gut im Rennen: Sie sind mit Aufschlägen von aktuell 0,8% der zweitstärkste Wert im Segment der Bluechips hinter den volatilen Aryzta (+1,3%). Kursrelevante News sind zu dem Titel des weltgrössten Nahrungsmittelherstellers allerdings nicht auszumachen. Die Aktie hält weiter auf das Ende November markierten Allzeithoch zu. Leichte Avancen zeigen noch Kühne+Nagel (+0,4%), SGS und Givaudan (je +0,2%).

Nachdem bereits einige Verlierer aus dem breiten Markt aufgeführt wurden, nun zu den Gewinnern: Die Nahrungsmittelwerte Emmi (+5,4%) stehen nach einem positiven Analystenvotum hoch im Kurs. Baader Helvea hat die Aktie in ihre vielbeachtete "Top Picks"-Liste aufgenommen und die Kaufempfehlung entsprechend bestätigt.

Einen starken Lauf haben auch Cham Paper Group, die um 2,9% zulegen und ein neues Rekordhoch erreichten. Das Unternehmen verkauft sein Spezialpapiergeschäft an die südafrikanische Sappi Gruppe und wird zur reinen Immobiliengesellschaft.

(AWP)