Aktien Schweiz - Schweizer Börse kippt zum Börsenschluss ins Minus

Die Schweizer Börse ist am Mittwoch nach einem über weite Strecken festeren Verlauf in die Verlustzone gerutscht.
14.06.2017 18:00

Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank strichen die Anleger die Gewinne ein, sagt ein Händler. "Es sah eigentlich ganz gut aus - bis zur Bekanntgabe der US-Konjunkturzahlen", sagt ein Händler. Im Mai schwächte sich die Inflation ab, und die Detailhandelsumsätze gingen zurück. Die Fed dürfte den Leitzins zwar um 25 Basispunkte erhöhen. Aber die Spekulationen auf mehrere Zinserhöhungen im zweiten Halbjahr hätten einen schweren Dämpfer erhalten, sagt ein anderer Börsianer.

Der SMI, der kurzzeitig bis auf 8917,50 Punkte gestiegen war, schliesst bei 8849 Punkten um 0,2 Prozent unter dem Vortag.

Grosse Aufmerksamkeit dürften bei den Anlegern die Äusserungen der Fed-Chefin Janet Yellen erhalten. Diese würden auf Hinweise zu Zeitpunkt und Tempo weiterer Zinserhöhungen abgeklopft werden. Zudem hofften die Marktteilnehmer auf Details zur geplanten Reduzierung der stark aufgeblähten Bilanzsumme. Der Notenbankentscheid steht gegen 20 Uhr (MESZ) an.

Am Donnerstag folgt die geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Die Schweizer Währungshüter dürften an ihrem Kurs festhalten.

Bankaktien unter Druck

Die gedämpften Zinserhöhungshoffnungen hinterliessen Spuren in den Kursen der Bankaktien. Diese rutschten ins Minus. Der europäische Branchenindex sinkt um 1,1 Prozent. Die Anteile der Grossbank UBS verlieren 1 Prozent. Credit Suisse fallen um 1,1 Prozent und Julius Bär schwächen sich um 0,6 Prozent ab. Höhere Zinsen bedeuten bessere Gewinnmöglichkeiten für Banken. Die Versicherungswerte können einen Teil ihrer Gewinne dagegen halten. Swiss Life und Zurich gewinnen jeweils rund 0,2 Prozent.

Die Aktien zyklischer Firmen gehen mehrheitlich tiefer aus dem Handel. Der Zementkonzern Lafarge-Holcim verliert 0,4 Prozent an Wert. Die Anteile des Personalvermittlers Adecco büssen 0,4 Prozent ein.

Von den als krisensicher geltenden Index-Schwergewichten notieren die Nestlé-Aktien um 0,1 Prozent tiefer. Roche sinken um 0,2 Prozent und Novartis um 0,3 Prozent.

Am breiten Markt steigen die Aktien von Clariant um 1,9 Prozent auf 20,53 Franken. Die Bank Vontobel empfiehlt den Chemiewert mit einem Kursziel von 28 Franken zum Kauf.

Vifor nach Kaufempfehlung gesucht

Die Vifor-Titel legen 4,1 Prozent auf 110,60 Franken zu. Der Broker Stifel hat die Analyse der Pharmafirma mit der Empfehlung "Buy" und einem Kursziel von 150 Franken gestartet.

Die Anteile von Bossard schnellen 7,2 Prozent hoch. Die Schraubenlogistik-Firma stellte für das erste Halbjahr nach einem deutlich höher als erwarteten Umsatzzuwachs ein mehr als 30-prozentiges Gewinnplus in Aussicht. Das Unternehmen profitierte auch von einem Liegenschaftsverkauf.

Die Actelion-Titel fallen vor dem bevorstehenden Vollzug der Übernahme durch Johnson & Johnson um 10,50 Franken oder 3,8 Prozent. Der Grund dafür ist in der Abspaltung der Forschungsfirma Idorsia in Form einer Sachdividende zu suchen: Die Actelion-Aktionäre erhalten für jeden Titel eine Idorsia-Aktie. Idorsias Börsenwert wird damit auf gut eine Milliarde Franken veranschlagt. Die Idorsia-Aktien sollen ab Freitag an der Börse gehandelt werden.

(Reuters)