Aktien Schweiz - Schweizer Börse klar im Plus

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Donnerstagmittag im Plus. Der Leitindex war nach dem frischen Jahreshoch vom Vortag zunächst verhalten gestartet, stiess dann aber klar in die Gewinnzone vor.
30.11.2017 12:45

Insgesamt sei die Stimmung weiter freundlich, heisst es im Handel. Für einen Angriff auf das Allzeithoch des SMI aus dem Jahr 2007 brauche es aber noch einmal unterstützende Impulse. Bei den Einzeltiteln steht die CS mit dem Investorentag im Fokus.

Unterstützung kam von Konjunkturdaten aus der Eurozone. Die Arbeitslosenquote ist im Oktober auf den tiefsten Stand seit Anfang 2009 gesunken und die Inflation hat im November leicht angezogen. Hierzulande nahm die Konjunktur im dritten Quartal wie erwartet Fahrt auf. Auch das KOF-Konjunkturbarometer deutet im November auf eine weiter beschleunigte Wirtschaftsentwicklung hin. Am Nachmittag folgen aus den USA Daten zu den persönlichen Einkommen sowie der Chicago Einkaufsmanagerindex.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,5% höher bei 9351 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI steigt um 0,5% auf 1499 Zähler und der breite SPI um 0,4% auf 10'695 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 23 im Plus und 7 im Minus.

CS-Aktie führt Gewinnerliste an

Wie schon am Vortag führen die Titel der CS (+3,4%) die Gewinnerliste im SMI/SLI an. Die Grossbank hat sich am Investorentag neue Ziele für die Zeit nach 2018 gegeben. Die Kostenbasis soll im kommenden Jahr weiter sinken und die Gewinnziele der Divisionen wurden bestätigt. Die Aussagen zum laufenden Geschäftsjahr seien leicht besser als erwartet, heisst es am Markt. Bei den Analysten werden auch die Aussagen zur zukünftigen Eigenkapitalentwicklung sowie zur Dividendenpolitik positiv gewertet.

Die übrigen Banken und Versicherungen wie UBS (+0,9%), Julius Bär (+1,4%), Zurich, Swiss Re (je +0,7%) oder Swiss Life (-0,5%) zeigen sich durchwegs freundlich. Die Finanztitel profitieren mit Blick auf die US-Notenbank von der Erwartung eines verbesserten Zinsumfeldes.

Deutlicher von den Abgaben der Vortage erholt zeigen sich die Titel des Hörgeräteherstellers Sonova (+1,1%) und können damit einen Teil wieder wettmachen.

Novartis nach Studiendaten gesucht

Novartis (+0,5%) hat positive Daten zum Migränemedikament Erenumab sowie dem Schuppenflechtemittel Cosentyx gemeldet. Insbesondere die Nachrichten zu Cosentyx werden von Analysten positiv aufgenommen. Das unterstreiche, dass Novartis einen Mega-Blockbuster in den Händen halte. Die übrigen Schwergewichte Roche (+0,1%) und Nestlé (+0,3%) stützen nur leicht. Die Aktien des Lebensmittelriesen hatten am Mittwoch etwas stärker nachgegeben.

Von Analystenseite kommen kaum Impulse. Bei ABB (+0,2% auf 25,16 Franken) hat Liberum das Kursziel um zwei auf 30 Franken angehoben und die "Buy"-Bewertung bestätigt. Der Analyst rechnet bei Robotik & Antriebe mit einer Beschleunigung des Umsatzanstiegs, und auch Automation soll wieder zu Wachstum zurückfinden. Das Kredit-Rating von Lafarge-Holcim (+0,3%) wurde von Fitch mit BBB bestätigt. Die Aktien des Zementkonzerns hatten sich in den vergangenen Wochen abgeschwächt.

Grösste Verlierer sind Partners Group und Schindler (je -0,7%), gefolgt von Logitech (-0,5%) und Swatch (-0,3%). Der Schmuck- und Uhrenhersteller Richemont (+0,4%) drehte hingegen in Plus. US-Konkurrent Tiffany hatte positive Zahlen gemeldet.

U-Blox nach Interview mit cash gefragt

Im breiten Markt hat der Solarzulieferer Meyer Burger (+3,5%) an einem Technologietag eine weiter hohe Dynamik beim Auftragseingang gemeldet und bis Oktober hier einen Anstieg von 26% auf 503 Millionen Franken verbucht. U-Blox (+2,5%) ziehen nach einem Interview des Finanzportals cash mit CEO Thomas Seiler etwas an. Der Unternehmenschef bestätigte die Jahresguidance.

Forbo (-0,3%) hat das vor rund zwei Wochen lancierte Aktienrückkaufprogramm zum Festpreis beendet. Laut Händlern hat offenbar Grossaktionär Michael Pieper einen Teil seiner Aktien verkauft, da durch den Aktienrückkauf sonst ein Pflichtangebot ausgelöst worden wäre.

Durch die Kursabschläge bei US-Halbleiteraktien am Vortag würden auch VAT und AMS (je-2,4%) belastet, heisst es.

(AWP)