Aktien Schweiz - Schweizer Börse kommt nicht vom Fleck

Am Schweizer Aktienmarkt wagen sich die Investoren zum Wochenstart nicht allzu weit aus der Deckung.
22.07.2019 11:30

Bei vergleichsweise tiefen Volumen knüpfte der Leitindex SMI zunächst mit leichten Verlusten an seine Abwärtsbewegung von Freitag an, im weiteren Verlauf baute er diese aber nahezu komplett ab. Die Unsicherheit vor der nun durchstartenden Berichtssaison ist gross, heisst es von Händlern. Sowohl in den USA als auch in Europa steht eine regelrechte Zahlenflut an.

Alleine hierzulande melden sich in dieser Woche zehn Bluechips zu Wort. Dazu gesellen sich geopolitische Themen wie die Sorge um eine Eskalation in der Iran-Krise. Das britische Krisenkabinett wird an diesem Vormittag über die Lage beraten, nachdem der Iran am Freitagabend einen britischen Tanker entführt und festgesetzt hat. Am morgigen Dienstag entscheiden dann die Mitglieder der Tories darüber, wer auf Theresa May als Parteivorsitzender und Premierminister folgt. Darüber hinaus bleiben die Notenbanken und ihre weitere Zinspolitik sowie der US-chinesische Handelsstreit Gesprächsthemen.

Der SMI steht gegen 11 Uhr nahezu unverändert bei 9933 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI notiert bei 1526 Punkten ebenfalls kaum verändert, während der breite SPI um 0,1 Prozent tiefer steht bei 12'019 Zählern. Von den 30 wichtigsten Aktien fallen 15 zurück, 13 ziehen an und 2 sind unverändert.

Zykliker und Versicherer unter Druck

Den grössten Abschlag weisen die Temenos-Aktien auf (-2,1%). Mit SGS (-1,0%), Logitech (-0,8%) und Kühne+Nagel (-0,2%) folgen noch weitere Zykliker. Sowohl Logitech als auch Kühne werden am morgigen Dienstag mit Zahlen erwartet. Bei SGS wiederum verweisen Händler auf eine Abstufung durch Kepler Cheuvreux, die den Kurs belaste. Die am Morgen verkündete Übernahme der britischen Sicherheitsfirma DMW fällt derweil kaum ins Gewicht.

Deutlich schwächer sind mit Zurich, Swiss Re und Swiss Life auch die Versicherer. Sie verlieren zwischen 0,8 und 0,6 Prozent. Europaweit gehören Versicherer an diesem Tag zu den schwächsten Werten, wie der Branchenindex zeigt. Punktuell sorgen negative Analystenkommentare für Abgaben.

Zudem stellt das Schwergewicht Novartis mit seinem Minus von 0,5 Prozent eine Belastung für den Gesamtmarkt dar. Nach überraschend guten Zahlen hatten die Aktien in der vergangenen Woche mehr als sechs Prozent hinzugewonnen. Hier realisierten einige Investoren nun ihre Gewinne, heisst es am Markt.

Dagegen bewegen sich die anderen beiden Schwergewichte Nestlé (unverändert) und Roche (+0,3%) über weite Strecken in einer engen Spanne zwischen leichten Gewinnen und Verlusten.

Bär nach Zahlen gesucht

Julius Bär (+2,9%) ist der erste Bluechip, der in dieser Woche über den jüngsten Geschäftsverlauf berichtet. Von Händlern heisst es, die von einigen Analysten befürchtete Zahlenenttäuschung sei ausgeblieben. Das stütze nun.

Im Kielwasser geht es auch für die Aktien der beiden Grossbanken UBS (+1,0%) und CS (+0,9%) aufwärts. Die UBS wird am morgigen Dienstag Rechenschaft über das zweite Quartal ablegen.

Clariant (+0,7%) werden nach dem Verkauf das Geschäft für Pharmaverpackungen ebenfalls gesucht. Der Gesamtgegenwert der Transaktion wird auf rund 308 Millionen Franken beziffert - ein guter Preis, wie es in Analystenkommentaren heisst.

Meyer Burger stürzen nach Gewinnwarnung ab

Im breiten Markt stürzen Meyer Burger um 19 Prozent ab. Nach erneut schwachen Zahlen stellt der Solarzulieferer sein Geschäftsmodell grundsätzlich auf den Prüfstand.

Die Titel vom Milchverarbeiter Hochdorf setzen ihre Abwärtsbewegung mit -2,2 Prozent fort. Nach der Gewinnwarnung und angekündigten Neuausrichtung hat die Credit Suisse ihr Kursziel um ein Drittel gekappt.

Am entgegengesetzten Ende der Kurstafel gewinnen Dätwyler (+4,2%), Kuros (+2,6%) und Schaffner (+2,5%) hinzu.

(AWP)

 

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