Aktien Schweiz - Schweizer Börse legt zum Wochenschluss kräftig zu

Die Schweizer Börse hat am Freitag deutlich höher geschlossen. Getragen wurde der Anstieg vor allem von Index-Schwergewicht Nestlé.
16.06.2017 17:45

Für Auftrieb sorgten Händlern zufolge auch Käufe im Zusammenhang mit dem grossen Verfall an der Terminbörse Eurex. Zudem hob die Freigabe von Finanzhilfen für Griechenland die Stimmung der Anleger. Der Leitindex SMI steigt um 1,3 Prozent auf 8963 Punkte. Daraus ergibt sich eine Wochengewinn von 1,3 Prozent.

Der Hexensabbat sorgte laut Händlern für rege Aktivitäten. Zum Quartalsverfall laufen Optionen und Futures auf Aktien und Indizes aus. Dabei kann es zu stärkeren Kursausschlägen und hohen Umsätzen kommen, weil Investoren die Kurse in eine für sie günstige Richtung bewegen wollen.

Die enttäuschenden US-Konjunkturzahlen bremsten laut Händlern den Anstieg etwas ab. "Breits die Zahlen der vergangenen Tage waren nicht mehr ganz so gut", sagt ein Händler. Die amerikanische Industrie drosselte im Mai überraschend ihre Produktion und es wurden den dritten Monat in Folge weniger Baubeginne registriert. Zudem sank im Juni die Stimmung der US-Konsumenten unerwartet.

Börsenneuling Idorsia im Fokus

Im Blick hatten die Anleger vor allem Idorsia. Die Aktien der von Actelion abgespaltenen Forschungsfirma wurden bei ihrem Börsendebüt zu 13,65 Franken gehandelt, das zwischenzeitliche Hoch lag bei 14 Franken. Das entspricht einem Börsenwert von gut 1,5 Milliarden Franken. Der US-Gesundheits- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson hat am Freitag die 30 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Actelion vollzogen. Im Zuge des Deals erhielten die Aktionäre der Biotech-Firma zusätzlich zum Kaufpreis von 280 Dollar für jeden Titel eine Idorsia-Aktie.

Geschuldet ist der SMI-Anstieg überwiegend einem Kursplus bei Nestlé von 3 Prozent. Der neue Konzernchef Mark Schneider kommt mit der Neuausrichtung des weltgrössten Lebensmittelkonzerns voran und stellt das Süssigkeitengeschäft in den USA auf den Prüfstand. Nestlé erwägt auch einen Verkauf des Bereichs. "Allem Anschein nach beginnt für Nestlé eine neue Ära", sagt Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy. Händler spekulierten zudem, dass Nestlé weitere Konzernbereiche auf den Prüfstand stellen könnte.

Dagegen hinken die Anteile der beiden anderen SMI-Grössen dem Markt hinterher: Novartis verlieren 0,5 Prozent an Wert und die Roche-Anteile ziehen 0,9 Prozent an. Am breiten Markt setzen die Anteile der Pharmafirma Basilea die jüngst begonnene Aufwärtsbewegung mit einem Plus von 1,8 Prozent fort.

Gefragt waren auch Anteile zyklischer Firmen. Die Titel des Elektrokonzerns ABB rücken 1,1 Prozent vor und die des Personalvermittlers Adecco steigen um 1 Prozent. Die Sanitärtechnikfirma Geberit zieht um 2 Prozent an.

Kaufempfehlung schiebt Swisscom an

Die beiden Luxusgüterwerte Richemont und Swatch legen 0,6 und 0,3 Prozent zu. Morgan Stanley zieht die Aktien von Richemont denen von Swatch vor und senkte das Kursziel für die Uhrenaktien. Die Empfehlung für Swatch lautet "Underperform".

Eine Kaufempfehlung von Jefferies animierte die Anleger zum Kauf von Swisscom-Aktien. Der Telekomwert steigt um 2,1 Prozent, der von Rivale Sunrise legt 0,2 Prozent zu. Jefferies stufte den Titel auf "Hold" von "Buy" herab.

AMS, Logitech und Temenos erobern jüngst im Zuge des Ausverkaufs von US-Technologiewerten verlorenes Terrain teilweise zurück. Dass an der US-Technologiebörse die Korrektur anhält, beeinflusste den Kurs der Schweizer Mitbewerber laut Händlern kaum.

Auch Bankaktien legten zu, entwickelten sich aber deutlich weniger gut als der Markt. Credit Suisse steigen um 0,9 Prozent und UBS ziehen 1 Prozent an. Die Aktien von Julius Bär rücken 1,4 Prozent vor. Ein früherer Banker des Vermögensverwalters hat sich in Zusammenhang mit dem Fifa-Korruptionsskandal der Geldwäsche schuldig bekannt.

(Reuters)