Aktien Schweiz - Schweizer Börse legt zum Wochenschluss kräftig zu

Die Schweizer Börse hat am Freitag zugelegt. Kursgewinne der Schwergewichte aus dem Pharma- und Lebensmittelbereich und anziehende Kurse im frühen Geschäft an der Wall Street sorgten laut Händlern für gute Stimmung.
19.10.2018 17:40

Positionsglattstellungen vor dem Wochenende und Käufe im Zusammenhang mit dem Verfall an der Terminbörse Eurex verliehen dem Markt zusätzlich Rückenwind. Der Leitindex SMI steigt bis Börsenschluss um 1,1 Prozent auf 8872 Zähler. Zur Vorwoche ergibt sich damit ein Plus von 2,4 Prozent.

Die Anleger seien aber weiter verunsichert wegen der schleppenden Brexit-Verhandlungen und dem Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU-Kommission, sagen Händler. Weitere Faktoren, die die Kauflust dämpften, seien der von den USA losgetretene Handelsstreit und die Sorge, dass die US-Notenbank die Zinsen rascher erhöhen könnte als erwartet. Auch sei die Bilanzsaison der Unternehmen in Europa nicht so gut wie erhofft angelaufen.

Investoren setzten auf die sichere Karte und kauften die als krisenresistent geltenden Schwergewichte sowie dividendenstarke Titel aus dem Versicherungs- und Telekombereich. Angeführt wird der SMI von den Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestlé, die um 3,1 Prozent anziehen. Die Genussscheine des Pharmakonzerns Roche klettern um 2,7 Prozent nach oben und der Roche-Rivale Novartis gewinnt 1,4 Prozent. Die drei SMI-Schwergewichte hatten in den Vortagen ermutigende Quartalsberichte abgeliefert.

Gefragte Dividendentitel

Die als dividendenstark geltenden Versicherer Swiss Life, Zurich und Swiss Re legen zwischen 0,5 und 1,2 Prozent zu. Die Aktien der Telekomunternehmen Swisscom und Sunrise rücken um 0,2 und 0,7 Prozent vor.

An der Spitze der Verlierer steht der Personalvermittler Adecco mit einem Minus von 4,0 Prozent. Ein Händler sagt, die Anleger machten sich ihre Gedanken, wenn Grosskonzerne wie der deutsche Autobauer Daimler eine Gewinnwarnung aussprechen. Die Titel hatten am Vortag dank einer Kaufempfehlung dem Negativtrend der zyklischen Werte getrotzt.

Die Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont setzen den Abwärtstrend des Vortags fort und geben 1,8 und 0,9 Prozent nach. Morgan Stanley stufte die Empfehlung für die Swatch-Aktien auf "Equal weight" von "Overweight" herab.

Auch Bankaktien standen auf den Verkaufslisten: Credit Suisse und UBS büssen 1,2 und 0,8 Prozent ein. Julius Bär fallen um 1,4 Prozent.

Vontobel trotz Übernahme im Verkauf

Die Titel der Bank Vontobel rutschen 1,7 Prozent ins Minus. Der Vermögensverwalter übernimmt von der Genfer Privatbank Lombard Odier das Vermögensverwaltungsgeschäft in den USA. Derzeit verwaltet Lombard rund 600 Millionen Franken für reichere US-Kunden und ebenfalls rund 600 Millionen Franken für private Brokerage-Kunden. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Analysten der Zürcher Kantonalbank bezeichneten die Übernahme als sinnvoll. "Einen Quantensprung stellt sie jedoch unseres Erachtens nicht dar", erklären sie.

Bei den mehrheitlich nachgebenden Technologiewerten am breiten Markt legen die Papiere von Huber+Suhner 0,3 Prozent zu. Der Kabelhersteller hat einen Zuliefervertrag mit dem chinesischen Autohersteller Geely für Elektro-Autos abgeschlossen.

Die Aktien von Autoneum sacken um 7,7 Prozent ab. Vontobel und UBS haben das Kursziel für den Autozulieferer nach der Gewinnwarnung vom Vortag gesenkt. Kurszielsenkungen der UBS belasteten die Aktien von Oerlikon und Bucher kräftig.

(Reuters/cash)