Aktien Schweiz - Schweizer Börse macht Vortagesverluste mehr als wett

Die Schweizer Börse hat am Dienstag auf breiter Front zugelegt. Nach dem Ausverkauf vor allem von Technologiewerten zu Wochenbeginn schwenkte der Markt auf einen Erholungskurs ein.
13.06.2017 17:40

Die Abgaben seien übertrieben gewesen, sagen Händler. "Das gibt uns etwas Raum für eine technische Gegenbewegung."

Der SMI steigt um 0,7 Prozent auf 8867 Punkte. Der grosse Verfall an der Terminbörse Eurex am Freitag und die vierteljährliche Prüfung der Index-Zusammensetzung sorgten zusätzlich für etwas frischen Wind in einem ansonsten eher ruhigen Geschäft, sagt ein Marktteilnehmer.

Am Tag vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank und wegen der unklaren politischen Situation in Grossbritannien hielten sich die Anleger aber zurück. Ökonomen erwarten von der Fed mehrheitlich eine Zinsanhebung um 25 Basispunkte. "Aber Überraschungen können nie ausgeschlossen werden", sagt ein Börsianer. Entscheidend seien zudem die Ausführungen von Fed-Chefin Janet Yellen.

"Die US-Notenbank befindet sich zwar im Zinserhöhungsmodus, allerdings ist die Ungewissheit nach wie vor hoch, wie es darüber hinaus geldpolitisch weitergehen soll. Die Märkte sehen die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren US-Zinsschritt im September bei rund 50 Prozent", sagt Martina Müller-Kamp von der Graubündner Kantonalbank.

Tech-Aktien erholen sich von Vortagesabsturz

Auf Erholungskurs befinden sich vor allem Anteile von Technologiefirmen, die am Montag unter Abgabedruck gestanden waren - ausgelöst von kritischen Analystenkommentaren zur Bewertung von Technologieunternehmen und einem Bericht über mögliche Chip-Probleme von Apple. Die Aktien von U-Blox, Kudelski, AMS und Logitech holen die Einbussen zum Teil auf.

Meyer Burger steigen um 7,8 Prozent. Die Anleger griffen laut Händlern animiert von einem positiven Bericht über eine starke Erhöhung der Produktionskapazitäten für Solarpanels in China auf der Internetplattform Digitimes.com kräftig zu.

Bei den Standardwerten steigen vor allem die Titel von zyklischen Firmen und Finanzwerten zum Teil kräftig. Die Luxusgüterfirmen Swatch und Richemont, der Personalvermittler Adecco und die Prüffirma SGS gewinnen mehr als 1 Prozent an Wert.

Anziehende Bondrenditen weckten laut Börsianern den Appetit der Anleger auf Bankaktien: Julius Bär klettern um 2,8 Prozent nach oben und UBS ziehen um 1,8 Prozent an. Credit Suisse aber hinken mit einem Plus von 0,1 Prozent deutlich hinterher. Die Versicherungsaktien wurden um mehr als ein halbes Prozent höher gehandelt.

Juristisches Nachspiel für Lafarge-Holcim wegen Syrien-Geschäften

Die Aktien von Lafarge-Holcim steigen um 0,2 Prozent. Die Affäre um Schutzgeldzahlungen im syrischen Bürgerkrieg hat für den Zementproduzenten ein juristisches Nachspiel. Frankreich hat im Zusammenhang mit den Geschäften des Weltmarktführers in Syrien eine Ermittlung eingeleitet, wie Reuters am Dienstag aus Juristenkreisen erfuhr.

Als Marktstütze erweist sich Index-Schwergewicht Novartis mit einem Kursplus von 0,9 Prozent. Die Anteile der beiden anderen SMI-Riesen Roche und Nestlé gewinnen 0,4 respektive 0,3 Prozent an Wert.

Am breiten Markt stechen die Aktien von Panalpina mit einem Minus von 2,5 Prozent heraus. Der Logistikkonzern sieht sich mit einer anhaltenden Margenerosion konfrontiert und warnte vor einem Gewinnrückgang im ersten Halbjahr. Der Titel von Marktführer Kühne+Nagel legt 0,1 Prozent zu.

Gefragt waren die Basilea-Aktien, die 4,6 Prozent vorrücken. Das US-Gesundheitsministerium finanziert eine klinische Studie des Antibiotikums Ceftobiprol mit 54,8 Millionen Dollar.

Die Anlagen- und Maschinenbauer Sulzer, Oerlikon, Georg Fischer und VAT erholen sich von den Vortageseinbussen.

(Reuters)