Aktien Schweiz - Schweizer Börse mit moderaten Verlusten

Der Schweizer Aktienmarkt setzt am Mittwoch die am Vortag eingeleitete Abwärtsbewegung fort, allerdings halten sich die Einbussen in Grenzen.
06.12.2017 12:40

Belastet wird die Stimmung an den europäischen Börsen von schwachen Vorgaben aus den USA und insbesondere aus Asien. Die Anleger würden mit Blick auf die hohen Bewertungen wohl "kalte Füsse" bekommen und ein Jahresendrally sei nicht in Sicht, ist aus dem Handel zu vernehmen. In der Schweiz hat der Nahrungsmittelkonzern Nestlé eine Milliardenübernahme im Bereich Consumer Healthcare angekündigt und die Grossbanken stehen wegen möglicher Abschreiber im Zusammenhang mit der geplanten US-Steuerreform unter Druck.

Der Leitindex SMI hat nach dem guten Wochenauftakt an Schwung verloren. Die hohen Bewertungen an den Börsen weltweit würden den Anlegern zunehmend Sorgen bereiten, so ein Marktbeobachter. Dies habe sich bereits anhand des Ausverkaufs bei Technologiewerten in den vergangenen Tagen gezeigt. Am Markt werde zudem über eine zügige geldpolitische Straffung in den USA diskutiert und auch die sinkenden Preise von Industriemetallen seien Gesprächsthema. Am Nachmittag rückt dann die ADP-Beschäftigungsumfrage, die als Indikator für den offiziellen Arbeitsmarktbericht vom Freitag gilt, in den Fokus der Anleger.

Bis am Mittag verliert der SMI 0,3% auf 9257 Punkte, nachdem er im frühen Geschäft bis auf 9214 zurückgefallen war. Der 30 Aktien umfassende SLI büsst 0,5% auf 1484 und der breite SPI 0,4% auf 10'609 Zähler ein. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 25 im Minus, 4 verzeichnen ein Plus und Swisscom tendieren unverändert.

Nestlé nach Milliardenzukauf im Fokus

Nestlé (+0,4%) geben dem Gesamtmarkt am Berichtstag Halt. Der Nahrungsmittelkonzern kauft im Bereich Consumer Healthcare die kanadische Atrium Innovations. Die Übernahme stehe ganz im Zeichen der eingeschlagenen Strategie des neuen Nestlé-Chefs Mark Schneider, dieses Wachstumsfeld zu stärken, so ein Analyst. Der Kauf wird allgemein als "sinnvolle Übernahme" und als "intelligenter Schritt" gewürdigt, er sei aber nicht ganz billig, ist aus Analystenkreisen weiter zu vernehmen.

Auf der Gegenseite fallen Novartis um 1,0% auf 82,20 Franken zurück. Merrill Lynch hat das Rating auf "Underperform" abgestuft. Nach dem insgesamt guten Lauf seit August habe sich das Aufwärtspotenzial zum bestätigten Kursziel der Bank von 87 Franken klar verringert, heisst es. Am Dienstagabend wurde zudem bekannt, dass der Verwaltungsrat des auf Nuklearmedizin spezialisierten Unternehmens Advanced Accelerator Applications (AAA) das Kaufangebot von Novartis zur Annahme empfiehlt.

Roche büssen lediglich 0,1% ein. Die Tochter Genentech hat in den USA für das Krebsmittel Avastin eine weitere Zulassung erhalten. Das Medikament wurde neu vollständig für die Behandlung von erwachsenen Personen mit Glioblastom zugelassen, eine aggressive Form von Hirntumor. Merrill Lynch hat das Kursziel für Roche leicht gesenkt, die "Kauf"-Empfehlung aber bestätigt.

Grossbankaktien wegen US-Steuerplänen unter Druck

Deutliche Abgaben verzeichnen Credit Suisse (-1,5%) und UBS (-0,9%). Die geplante Reform in den USA werde den Banken zwar tiefere Steuersätze bescheren, gleichzeitig müssten aber Steuergutschriften abgeschrieben werden, hiess es in Medienberichten. Swiss Re verlieren 0,9%. Dabei konnte der Rückversicherer in Grossbritannien das Geschäft mit geschlossenen Lebensversicherungen zur Abwicklung weiter ausbauen.

Bei Zyklikern wie Kühne+Nagel (-1,0%) oder Sonova (-0,8%) kommt es zu weiteren Gewinnmitnahmen. Logitech rutschen gar um 2,3% ab, was mit den Nachwehen des Tech-Ausverkaufs zu tun haben dürfte. Steigende Kurse verzeichnen dagegen etwa die volatilen Aryzta-Titel (+0,7%) oder auch Richemont (+0,4%).

Am breiten Markt kann Wisekey (+4,5%) mit einer Produktlancierung punkten. Das Cybersecurity-Unternehmen lanciert eine mechanische Uhr mit der man kontaktlos mit Kryptowährungen bezahlen kann.

Bei Burckhardt Compression (+0,8%) hat das Vorzeichen im Handelsverlauf gewechselt. Der Kolbenkompressorenhersteller rechnet mittelfristig mit Wachstum und einer Verbesserung der Marge. Dormakaba büssen am Capital Markets Day, an dem die Ziele bestätigt wurden, 1,1% ein.

(AWP)