Aktien Schweiz - Schweizer Börse neigt zur Schwäche

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Dienstagmittag leicht im Minus, nachdem er noch moderat im Plus eröffnet hatte.
12.03.2019 11:40

Die anfängliche Euphorie, wonach in Sachen Brexit eine späte Einigung gefunden worden sei, habe nicht lange gehalten, meinen Händler. Im Gegenteil sei nach wie vor völlig ungewiss, ob die britische Ministerpräsidentin Theresa May bei der heutigen Abstimmung dazu im britischen Unterhaus eine Mehrheit bekomme.

Entsprechend warteten viele Investoren ab, und die gehandelten Volumina seien eher tief, ist an der Börse zu hören. Die Abstimmung in London findet voraussichtlich aber erst am Abend statt und somit nach Handelsschluss. Auch an anderen europäischen Handelsplätzen sind die Kursausschläge eher gering. In den USA stehen am Nachmittag keine sehr wichtigen Konjunkturdaten an.

Der SMI notiert um 11.10 Uhr 0,2 Prozent tiefer bei 9328 Punkten, nachdem er im frühen Handel noch auf bis knapp 9367 Zähler gestiegen war. Der 30 Aktien umfassende SLI sinkt um 0,1 Prozent auf 1439 Zähler und der breite SPI um 0,1 Prozent auf 11'048 Stellen. Von den 30 SLI-Titeln notieren aktuell 17 im Plus, 12 im Minus und 1 (Givaudan) unverändert.

Bei den einzelnen Bluechips halten sich die Ausschläge in Grenzen. Nur sieben zeigen eine Veränderung von mehr als 1 Prozent.

Geberit nach Zahlen unter Druck

Grösste Verlierer sind aktuell Temenos (-2,3%) vor Geberit (-2,1%). Zu letzteren gab es vorbörslich Zahlen. In Analystenkreisen werden die Aussagen zum Ausblick mit einem Stirnrunzeln zur Kenntnis genommen. Eine leise Enttäuschung sei auch die Dividende. Dass die eigentlichen Resultate relativ gut ausgefallen seien, werde daher zu einer Nebensächlichkeit, meinen Händler.

Stark im Minus sind ausserdem die Aktien der Grossbank Credit Suisse (-1,7%), wobei Händler auf Gerüchte um eine Verkaufsempfehlung verweisen. Die UBS-Papiere halten sich mit -0,3 Prozent deutlich besser. Und die Titel von Julius Bär sind sogar klar im Plus (+1,0%). Am Morgen war bekannt geworden, dass der designierte Verwaltungsratspräsident Romeo Lacher auf sein umstrittenes Doppelmandat (Präsidium des Börsenbetreiberin SIX) verzichtet.

Relativ klar im Minus sind auch die schwergewichtigen Papiere des Nahrungsmittelherstellers Nestlé (-0,5%), die damit dem Gesamtmarkt den Stempel bis zu einem gewissen Grad aufdrücken. Auch das Pharma-Schwergewicht Novartis notiert im negativen Bereich (-0,2%), während Roche (+0,1%) leicht anziehen.

«Zyklischer Touch» im Markt

Bei den Gewinnern legen Clariant, Dufry, Kühne+Nagel und LafargeHolcim etwas mehr als 1 Prozent zu. Händler sprechen von einem "zyklischen Touch", den der Markt heute habe. Sie verweisen auf die amerikanischen Detailhandelszahlen vom Vortag, welche die Sorgen um eine konjunkturelle Eintrübung eingedämmt hätten. Bei LafargeHolcim kommt ein positiver Kommentar von J.P. Morgan hinzu: Dem Zementhersteller werde es wohl gelingen, die schwächeren Trends in der Region Nahost und Afrika durch Kosteneinsparungen wettzumachen, heisst es darin.

Relativ gut halten sich auch Logitech (+0,9%), nachdem es am Vorabend an der US-Technologiebörse Nasdaq markant aufwärts gegangen war.

Am breiten Markt ziehen SHL (+10%) nach Zahlen stark an. Auch Aryzta (+8,1%) sind gefragt, nachdem das Unternehmen laut Händlern einen ersten Schritt im mehrjährigen Turnaround-Plan gemacht hat.

Applaus erhalten nach Zahlen ausserdem Galenica (+6,8%) und die Papiere des Flughafens Zürich (+0,9%). Gut kommen auch die Expansionspläne von Zur Rose (+5,5%) und der Abgang des CEO bei Hochdorf (+2,1%) an.

Mit einer gewissen Enttäuschung werden hingegen die Resultate von Tamedia (-1,7%) aufgenommen. Stark bergab geht es zudem mit den Papieren des Pharmaunternehmens Cosmo Pharmaceuticals (-6,5%). Das Unternehmen war mit einem weiteren Rekurs gegen einen Entscheid der US-Gesundheitsbehörde FDA erfolglos.

(AWP)