Aktien Schweiz - Schweizer Börse nimmt wieder Kurs auf Jahreshoch

Starke Firmenergebnisse und gute Konjunkturzahlen haben am Mittwoch der Schweizer Börse Auftrieb verliehen.
01.11.2017 17:40

"Wir sind auf dem Weg Richtung Jahreshoch", sagt ein Händler. Wegen des Allerheiligen-Feiertags in Teilen der Schweiz und Europas war das Geschäft aber ruhiger als zum Monatsanfang sonst üblich. Auch wegen der nach Börsenschluss in Europa auf dem Programm stehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank fuhr manch ein Anleger mit angezogener Handbremse. Eine Zinserhöhung der Fed wird allerdings frühestens im Dezember erwartet. "Da birgt die künftige Besetzung des Fed-Chefpostens mehr Überraschungspotenzial", sagt ein Händler. Das Weisse Haus hat eine Entscheidung von US-Präsident Donald Trump dazu für Donnerstag angekündigt.

Der SMI steigt um 0,3 Prozent auf 9268 Punkte. Mitte Oktober hatte der Leitindex ein Jahrhoch von 9318 Zählern erreicht.

Händler erwarten, dass der Aufwärtstrend anhält. Die Beteiligungspapiere seien angesichts der guten Unternehmensergebnisse und Konjunkturzahlen auch nach dem bereits kräftigen Anstieg nicht überbewertet. "Fundamental sind wir auf dem richtigen Weg. Und solange die Zinsen so tief sind, führt einfach kein Weg an Aktien vorbei", sagt ein Börsianer. Nach Angaben des privaten US-Arbeitsvermittlers ADP wurden im Oktober in der Privatwirtschaft mit 235'000 neue Stellen geschaffen und damit mehr als von Ökonomen erwartetet. Nun setzen die Marktteilnehmer auf eine positive Überraschung bei der stark beachteten amtlichen Jobstatistik am Freitag.

Indextreiber Novartis

Der grösste Teil des Tagesgewinns war Novartis geschuldet. Das Pharmaschwergewicht gewinnt 1,6 Prozent an Wert. Die Anteile von Rivale Roche hinken mit einem Kursplus von 0,5 Prozent hinterher, obwohl sich die britische Behörde NICE, die über den Einsatz von Medikamenten im nationalen Gesundheitssystem befindet, für eine Behandlung von bestimmten Blutkrebspatienten mit der Roche-Arznei Tecentriq aussprach. Zudem will im Norden Englands eine Gruppe von Ärzten entgegen der offiziellen Richtlinie lieber das Roche-Krebsmedikament Avastin zur Behandlung der Augenerkrankung AMD einsetzen, als das deutlich teurere Mittel Lucentis. Novartis vertreibt das von der Roche-Tochter Genentech entwickelte Lucentis in Europa.

Das dritten Indexschwergewicht Nestlé verliert 0,1 Prozent an Wert.

Einen Kursabschlag hinnehmen muss auch die Credit Suisse, deren Aktien am Tag vor der Quartalsbilanz um 0,6 Prozent sinken. Die UBS-Titel geben 0,4 Prozent ach. Versicherungswerte rücken meist vor. Die Aktien des Rückversicherers Swiss Re, der ebenfalls am Donnerstag über den Geschäftsverlauf informieren will, ziehen 0,1 Prozent an.

Zykliker ohne Richtung

Uneinheitlich zeigten sich zyklische Werte. Die Aktien von ABB steigen um 0,7 Prozent auf 26,26 Franken, nachdem Kepler Cheuvreux die Empfehlung für den Elektrotechnikkonzern auf "Buy" von "Hold" angehoben hat. Der Broker nannte ein Kursziel von 28 Franken.

Die Aktien des Personalvermittlers Adecco, des Prüfkonzerns SGS und des Zementproduzenten Lafarge-Holcim schwächen sich ab.

Die Geberit-Titel verlieren 2,3 Prozent. Die Sanitärtechnikfirma hatte am Dienstag die Anleger mit einer tieferen Wachstumsprognose vergrault.

Die Anteile des in einem Machtkampf mit seinem grössten Aktionär stehenden Chemikalienherstellers Clariant legen 1,2 Prozent zu.

Für Gesprächsstoff sorgt APG. Die Aktien der Aussenwerbefirma schiessen nach einem Grossauftrag der SBB 8,7 Prozent nach oben.

Die Titel von Idorsia ziehen 2,3 Prozent an. Händler zufolge spekulieren die Anleger bei der forschenden Biotechnologiefirma auf eine bevorstehende Meilensteinzahlung in dreistelliger Millionenhöhe durch Partner Johnson & Johnson.

(Reuters)