Aktien Schweiz - Schweizer Börse schmiert ab - SMI fällt unter 9000er Marke

Die Schweizer Börse hat am Dienstag im Verlaufe des Nachmittags immer schwächer tendiert. Der nachgebende Dollar verunsicherte laut Händlern die Anleger und löste Gewinnmitnahmen aus.
18.07.2017 17:40

Abgemildert wurde der Abgabedruck einzig von den Kursgewinnen des Marktschwergewichts Novartis. Der SMI, der zunächst bis 9086 Zähler zugelegt hatte, büsst 0,7 Prozent auf 8978 Punkte ein. Am Montag hatte der Leitindex noch eine Spur höher geschlossen.

Händler sagen, auf der US-Devise laste die Schlappe bei der Gesundheitsreform von Präsident Donald Trump. Anleger zweifelten, ob der Republikaner seine Pläne für milliardenschwere Investitionen in die Infrastruktur sowie Steuererleichterungen für US-Firmen umsetzen könne. Ein tieferer Dollar verschlechtert die Absatzchancen der exportorientierten Schweizer Firmen auf dem Weltmarkt.

Ausserdem wollten sich die Marktteilnehmer vor der Veröffentlichung der Ergebnisse der geldpolitischen Beratungen der EZB am Donnerstag nicht festlegen. Eine Zinsänderung werde nicht erwartet, wohl aber Hinweise auf den Zeitpunkt des Endes der lockeren Geldpolitik, heisst es am Markt.

Novartis-Aktie im Fokus

Im Fokus der Anleger standen die Novartis-Aktien, die im Verlauf mehr als die Hälfte ihrer Gewinne von über 2 Prozent einbüssten und zuletzt 0,4 Prozent fester notieren. Der Pharmariese schnitt mit seinem Halbjahresbericht besser ab, als Analysten erwartet hatten. Novartis bestätigte die Zielvorgaben für das ganze Jahr. Bei Alcon erwartet Novartis im Gesamtjahr nun ein Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Positiv sei, dass die Prognose für Alcon angehoben wurde, sagt ein Händler. Negativ sei dagegen, dass die US-Justizbehörden die Augenheiltochter unter die Lupe nehme.

Der Genussschein von Novartis-Rivalin Roche sackt um 1,1 Prozent ab. Auch Nestlé, ein weiteres Schwergewicht, rutscht um 0,7 Prozent ins Minus. Der Zwischenbericht von Roche und Nestlé wird am 27. August erwartet.

Die Anteile von Kühne+Nagel legen um 3,4 Prozent zu auf 167,80 Franken - ein Allzeithoch. Der Logistikkonzern habe im ersten Halbjahr mehr Umsatz und Gewinn eingefahren als erwartet. Der Nettoumsatz stieg um 8,2 Prozent auf 8,815 Milliarden Franken. Unter dem Strich resultierten 356 Millionen Franken Gewinn. Rivale Panalpina, dessen Aktie um 0,8 Prozent nachgeben, legt seine Zahlen am Donnerstag vor.

Bankentitel leiden unter US-Vorgaben

Die Anteile der Banken litten unter den als enttäuschend taxierten Ergebnissen des US-Konkurrenten Goldman Sachs. UBS verlieren 0,7 Prozent und Credit Suisse fallen 2 Prozent. Julius Bär schwächen sich um 0,4 Prozent ab. Die drei Banken legen ihre Resultate kommende Woche vor.

Die Aktien zyklischer Firmen weiteten die Verluste im Verlauf aus. Der schwächere Dollar mache den Industriefirmen zu schaffen, heisst es am Markt. Der Titel des Elektrokonzerns ABB sinkt vor dem Zwischenbericht am Donnerstag um 1,5 Prozent. Der Chemiekonzern Clariant und der Anlagenbauer Oerlikon büssen je 1,5 Prozent ein.

Der Zementriese Lafarge-Holcim schlägt sich mit einem Minus von 0,4 Prozent relativ gut. Gewinnmitnahmen belasten die Aktien der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch, die um 1,7 und 1,1 Prozent verlieren.

Gesuchte Immobilienwerte

Beim Pharmazulieferer Lonza und dem Anlagenbauer Georg Fischer, deren Aktien zunächst auf neue Höchstwerte gestiegen waren, drückten Gewinnmitnahmen die Kurse wieder, Lonza rutschte gar in die Minuszone. Fischer legt am Mittwoch die Ergebnisse vor.

Gut gehalten zeigen sich am breiten Markt die Immobilienwerte: Mobimo steigen um 0,8 Prozent. Allreal sind um 0,6 Prozent teurer. Die Aktien des Solarzulieferers Meyer Burger setzten ihren volatilen Kursverlauf fort und notieren 3,3 Prozent tiefer.

(Reuters)