Aktien Schweiz - Schweizer Börse schwach - Banken unter Druck

Nach zwei stabileren Tagen ist der Schweizer Aktienmarkt am Donnerstag wieder auf dem Rückzug. Überschattet wird das Geschäft erneut vom Handelsstreit zwischen den USA und China.
23.05.2019 12:05

Während es nach wie vor keine Gespräche gibt und aktuell auch keine weiteren anberaumt sind, weitet sich der Huawei-Bann immer mehr aus.

Gleichzeitig hat die vielbeachtete Europawahl begonnen. Die Briten und die Niederländer haben den Anfang gemacht. Am Nachmittag wird noch eine Reihe von Konjunkturdaten aus den USA erwartet. Die in Europa publizierten Daten waren gemischt: Während die Unternehmensstimmung in der Eurozone leicht aufgehellt ist, hat sich in Deutschland das Ifo-Geschäftsklima deutlich eingetrübt.

Der SMI sinkt gegen 11 Uhr um 0,6 Prozent auf 9591 Punkte. Der 30 Aktien umfassende SLI geht gar um 1,1 Prozent auf 1476 und der breite SPI um 0,6 Prozent auf 11'610 Zähler zurück. Im SLI kommen auf 2 Gewinner 28 Verlierer.

Ungeliebte Bankaktien

Die Aktien der Banken bleiben wenig gefragt. Credit Suisse (-2,4%), UBS (-2,3%) und Julius Bär (-3,9%) geben überdurchschnittlich nach, letztere am Vortag der Ergebnispublikation. Die Aussicht auf weiterhin tiefe oder gar weiter sinkende Zinsen machten den Geldhäusern das Leben schwer, heisst es am Markt. Am Vortag hatte die US-Notenbank Fed klar signalisiert, sie habe keine Eile an der Zinsschraube zu drehen.

Die Furcht vor einem ausgeweiteten "Huawei-Bann" setzt auch die Papiere der hiesigen Halbleiterproduzenten unter Druck: AMS verlieren 3,8 Prozent, im breiten Markt büssen VAT 2,2 Prozent, Comet 1,4 Prozent und Inficon 3,3 Prozent ein.

Auch zyklische Papiere werden abgestossen. So verlieren etwa LafargeHolcim 2,2 Prozent, Sika 1,9 Prozent und Swatch 2,3 Prozent. Auch Richemont (-2,0%) reagieren jeweils nervös auf schlechte Nachrichten aus China.

Defensive als Absicherung gefragt

Angeführt werden die Kurstafeln von defensiven Werten, die als Absicherung gefragt sind. So steigen Novartis während des vielbeachteten Investorentags um 0,5 Prozent. Der Pharmakonzern will bis 2021 mindestens zehn Mittel mit "Blockbusterpotenzial" auf den Markt bringen. Roche stehen gar 0,7 Prozent höher.

Heute sei wieder einmal "so ein typischer Tag", an dem die Anleger zur Absicherung defensive Werte kaufen, zyklische und Bankenaktien dagegen abstossen würden, sagen Händler.

Beim Nahrungsmittelriesen Nestlé (-0,4%) geht der Konzernumbau weiter. Das Unternehmen erwägt den Ausstieg aus dem brasilianischen Molkerei-Gemeinschaftsunternehmen Dairy Partners Americas. Ein solcher Schritt ist im Urteil von Analysten "leicht positiv" zu werten.

Santhera nach Lizenzvereinbarung mit Kurssprung

Am breiten Markt legen Santhera (+13%) nach Bekanntgabe einer Lizenzvereinbarung für Raxone massiv zu, während Ypsomed (-5,8%) nach Zahlen unter Druck stehen.

Autoneum ziehen um 1,2 Prozent an, nachdem die BZ Bank einen höheren Anteil gemeldet hat. Zwischenzeitlich ging es gar um 4 Prozent nach oben. Hinter der höheren Beteiligung steckt jedoch nicht der Financier Martin Ebner, der die Bank zusammen mit seiner Frau besitzt. Vielmehr hätten Kunden ihre Beteiligung aufgestockt, sagte ein BZ-Sprecher zu AWP.

Die Probleme beim grössten Elektroautobauer Tesla gehen nicht an dessen Zulieferer Bossard (-2,7%) vorbei. Innert Wochenfrist haben die Bossard-Aktien nun um fast 10 Prozent nachgegeben. Auslöser war eine Rund-Mail von Tesla-Chef Elon Musk von vor gut einer Woche. Darin verkündete Musk, dass das Unternehmen kurz vor der Insolvenz stehe.

Einen Blick wert sind auch die Papiere von Stadler Rail (-0,3%). Nach dem Börsengang im April haben jetzt auch erste IPO-Banken ihre Abdeckung aufgenommen. Die UBS sagt "Kaufen", die Credit Suisse "Halten".

(AWP)

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