Aktien Schweiz - Schweizer Börse setzt Aufwärtskurs fort

Der Schweizer Aktienmarkt bleibt am Donnerstag auf Aufwärtskurs, nachdem die Indizes am Vortag nach positiv aufgenommenen Aussagen der US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen stark angezogen hatten.
13.07.2017 12:50

Die europäischen Märkte versuchten die festeren Kurse zu halten, nachdem Yellen die Märkte mit moderaten geldpolitischen Signalen beruhigt habe, meint ein Händler. In den USA war der Leitindex Dow Jones am Vortag auf einen neuen Rekordstand gestiegen.

Die Anleger bräuchten sich vorerst zum Thema steigende Zinsen nicht allzu grosse Sorgen zu machen, kommentiert ein weiterer Marktteilnehmer. Denn die Chefin der amerikanischen Notenbank sehe den "natürlichen Zins" offenbar weit unter dem Normalmass der vergangenen Jahrzehnte. Am Nachmittag steht ein weiterer Auftritt Yellens vor dem Bankenausschuss an. Hierzulande rückt derweil die Unternehmensberichtssaison in den Fokus. Am Donnerstag haben die ersten börsenkotierten Firmen Angaben zum Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr gemacht.

Gegen Mittag notiert der SMI 0,3% im Plus auf 9041 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,3% auf 1434 Zähler und der breite SPI gewinnt 0,3% auf 10'283 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 21 im Plus und 9 im Minus.

Performancesieger am Mittag: Dufry und Partners Group

Die kräftigsten Avancen im SMI/SLI entfallen auf die Titel des Duty-Free-Händlers Dufry (+2,9%), der immer wieder wegen der Beteiligung durch die chinesische HNA-Gruppe im Fokus steht, sowie auf Partners Group (+2,8%). Der auf Privatmarktanlagen spezialisierte Vermögensverwalter hat erste Angaben zum Halbjahr gemacht und bei den Kundennachfragen und den verwalteten Vermögen deutlich zugelegt. Partners Group habe einmal mehr die Erwartungen geschlagen und die Guidance erhöht, lobt etwa die Bank Vontobel.

Zu den Gewinnern gehören aber auch die am Vortag noch schwachen Bankentitel UBS (+0,7%) sowie CS (+0,6%). Moderat im Plus notieren des weiteren Versicherungswerte wie Bâloise und Swiss Life (je +0,4%) sowie Zurich (+0,1%).

Bei den defensiven Börsen-Schwergewichten legen Roche (+0,5%) sowie Nestlé (+0,4%) zu. Dagegen notieren Novartis (-0,1%) trotz positiven Meldungen aus den USA leicht tiefer. Ein beratender Ausschuss der US-Gesundheitsbehörde FDA hat die Zelltherapie CTL019 von Novartis bei Leukämie zur Zulassung empfohlen. Vor den am Dienstag anstehenden Halbjahreszahlen würden sich die Anleger aber zurückhalten, heisst es im Handel.

Knapp im Minus notieren auch Geberit (-0,1%). Das Sanitärunternehmen kann nun zwei Fabriken in Frankreich schliessen. Die Kosten der Schliessung dürften das Resultat im zweiten Quartal 2017 mit 44 Millionen Franken belasten, was etwas über den Ankündigungen liegt. Die klarsten Abgaben unter den Bluechips entfallen auf Lonza (-1,1%). Die "Handelszeitung" berichtet am Donnerstag über einen Patentstreit mit Samsung in Südkorea.

Barry Callebaut und DKSH nach Halbjahreszahlen im Verkauf

Im Minus notieren zudem die im breiten Markt kotierten Barry Callebaut (-0,5%) nach Zahlen. Der Schokoladeproduzent hat in den ersten neun Monaten des verschobenen Geschäftsjahres 2016/17 die Verkaufsmenge und den Umsatz gesteigert und die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen. Das Erreichen der mittelfristigen Wachstumsziele dürfte aber herausfordernd bleiben, heisst es am Markt.

Mit Abgaben werden auch die Semesterzahlen des Handelskonzerns DKSH (-2,8%) aufgenommen. Dieser hat beim Umsatz und beim Reingewinn die Erwartungen der Analysten verfehlt, während das Betriebsergebnis etwas über den Schätzungen ausfiel. Im Ausblick auf das Gesamtjahr bleibt das DKSH-Management derweil vage. Eine starke Umsatz- und Gewinnsteigerung verzeichnet das Schraubenhandels- und Logistikunternehmen Bossard (+3,7%), allerdings war dies vom Unternehmen bereits vor Monatsfrist angekündigt worden.

Bereits am Mittwochabend hatte die Hypothekarbank Lenzburg (noch ungehandelt) ihre Halbjahresergebnisse bekanntgegeben. Beim Börsengang der Versandapotheke Zur Rose (-0,3%) haben die Syndikatsbanken die Mehrzuteilungsoption ("Greenshoe") vollständig ausgeübt, wie am Donnerstagmorgen mitgeteilt wurde.

(AWP)