Aktien Schweiz - Schweizer Börse stabilisiert sich - Unsicherheit weiter hoch

Der Schweizer Aktienmarkt stabilisiert sich am Dienstag nach dem schwachen Wochenauftakt. Nachdem der Leitindex SMI bereits freundlich gestartet war, bewegt er sich seither konstant leicht vorwärts.
11.12.2018 12:00

Auch in Europa erholen sich die wichtigsten Börsenplätze nach dem schwachen Wochenstart. Börsianer machen dafür vor allem die jüngste Entwicklung im Handelsstreit zwischen den USA und China verantwortlich. Die Tatsache, dass beide Parteien im Gespräch miteinander blieben, werde als gutes Zeichen gesehen. Dies hatte den US-Börsen am Montag bereits zu einem Richtungswechsel und einem freundlichen Handelsschluss verholfen. Das stütze derzeit die europäischen Märkte. Gleichzeitig bleibe die Unsicherheit auch wegen des offenen Ausgangs bei der Brexit-Abstimmung hoch.

Der SMI zieht kurz vor Mittag um 1,5 Prozent auf 8681 Punkte an. Der 30 Aktien umfassende SLI gewinnt 1,6 Prozent auf 1332 Punkte hinzu und der breite SPI um 1,4 Prozent auf 10'138 Zähler. Alle Top-30-Titel legen zu.

AMS: gestern flop, heute top

Spitzenreiter unter den Bluechips sind erneut die Aktien des Halbleiterherstellers AMS mit +7,4 Prozent. Am Montag noch waren sie mit einem erneuten Kursrutsch um mehr als 7 Prozent der grösste Verlierer. Sorgen um den iPhone-Hersteller Apple hatten die Aktien in den vergangenen Monaten gebeutelt. Am Montag gehörten die Apple-Aktien aber zu den grössten Gewinnern, so dass AMS-Titel nun in diesem Fahrwasser erst einmal mit nach oben gehen.

Überdurchschnittlich fest zeigen sich am Vormittag auch die Banken. Julius Bär, CS und UBS gewinnen zwischen 3,0 und 2,3 Prozent hinzu und gleichen damit einen Teil ihrer Vortagesverluste aus. Bei der Credit Suisse richtet sich die Aufmerksamkeit bereits auf den Investorentag vom morgigen Mittwoch. Zahlreiche Marktteilnehmer gehen derzeit davon aus, dass die Grossbank einen Aktienrückkauf ankündigen wird.

Rückenwind erhält der Markt zudem von den drei Schwergewichten Novartis (+1,8%), Nestlé (+1,2%) und Roche (+1,1%). Die beiden Pharmaschwergewichte profitieren von einem positiven Analystenkommentar.

Darüber hinaus ziehen auch die konjunktursensiblen Uhrenhersteller Richemont (+2,2%) und Swatch (+2,1%) deutlicher an. Die Kursgewinne sind mit einer Mischung aus Gegenbewegung und den jüngsten Nachrichten über den Handelsstreit zu erklären. Immerhin stellt Asien für beide Unternehmen eine der wichtigsten Absatzregionen dar.

Givaudan: nach Abstufung unter Druck

Kaum vom Fleck kommen die Aktien von Givaudan (+0,04%), die zwischenzeitlich immer wieder unter die Nulllinie fallen. Sie leiden unter einer Abstufung durch die US-Investmentbank Morgan Stanley. Die zuständige Expertin äussert auf kurze Sicht Sorgen um die Margen, da sich Preiserhöhungen zum Ausgleich höhere Rohmaterialpreise mehr als erwartet verzögerten.

Im breiten Markt beschleunigen die Aktien des Lebensmittelherstellers Hochdorf ihre Abwärtsbewegung und stehen mittlerweile um über 15 Prozent tiefer. Nach der Gewinnwarnung am Vortag hat sich nun die Credit Suisse zurückhaltend zu den Titeln geäussert.

Santhera-Aktien fallen ebenfalls massiv um 9,6 Prozent. Auslöser hierfür ist vor allem die Ankündigung vom Vorabend, dass der Verwaltungsrat des Pharmaunternehmens vor der ausserordentlichen Generalversammlung den Antrag zur geplanten Kapitalerhöhung angepasst hat. Ziel ist es, mehr frisches Kapital aufzunehmen, als ursprünglich angekündigt.

Auf der Gewinnerseite fallen die Aktien von Air Tech Group (+19,1%) oder U-Blox (+5,4%) auf.

(AWP/cash)