Aktien Schweiz - Schweizer Börse steigert sich bis Mittag noch

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Montagmittag weiter fest. Der Leitindex SMI kann sich damit weiter von der Schwäche aus dem späten Freitagshandel erholen.
04.12.2017 12:55

Rückenwind kommt von der Verabschiedung der Steuerreform durch den US-Senat am Samstag. Die endlich abgesegnete Steuerreform lenke gerade von den Ermittlungen in der Russland-Affäre und von der Tatsache ab, dass die US-Regierung am Freitag erste Ämter schliessen muss, wenn bis dahin keine Anhebung der Schuldengrenze beschlossen wird, heisst es in einem Kommentar.

Die Hoffnung auf die US-Steuerreform treibt insbesondere Finanzwerte und Zykliker an, so Stimmen am Markt. Nach dem Votum vom Wochenende rechnen Beobachter nun damit, das US-Präsident Donald Trump das erste wichtige Gesetzesvorhaben seiner bisherigen Amtszeit noch vor dem Jahresende unterzeichnen kann. Dieser Optimismus liess sich auch durch verhaltene Daten zur Anlegerstimmung und der Preisentwicklung in der Eurozone nicht bremsen. Demgegenüber meldete der deutsche Maschinenbau ein weiter starkes Auslandsgeschäft.

Der SMI notiert am Mittag 0,8% höher bei 9347 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI steigt um 0,9% auf 1499 Zähler und der breite SPI gewinnt +0,8% auf 10'703 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titel notieren bis auf zwei alle im Plus.

ABB nach Kaufempfehlung gesucht

Nach oben aus schwingen im SMI/SLI ABB (+2,4% auf 25,51 Franken) nach einer Hochstufung. Die Deutsche Bank hat das Rating auf "Buy" von "Neutral" angehoben und das Ziel auf 29 von 23,50 Franken erhöht. Der Analyst verweist auf das spätzyklische Profil des Unternehmens und rechnet mit steigenden Ordereingängen.

Auch für Givaudan (+1,1%) und Clariant (+0,7%) hat die Deutsche Bank die Kursziele angehoben, die "Hold"-Bewertungen aber bestätigt. Neben ABB sind bei den Zyklikern noch SGS (+1,2%), Kühne+Nagel (+1,4%) oder Adecco (+1,1%) gefragt.

Die Aussichten auf die US-Steuerreform stützt die Kurse der Grossbanken CS (+2,0%) und UBS (+1,2%). Insbesondere wohlhabenden US-Bürger dürften davon profitieren, heisst es. Das treibe die Finanzwerte insgesamt. Auch Julius Bär (+1,0%) zeigen sich fester sowie die Assekuranzen Swiss Life (+1,5%), Zurich (+1,3%) oder Bâloise (+1,1%).

Schwergewichte hinken hinterher

Die Pharma-Schwergewichte Novartis (+0,4%) und Roche (+0,3%) hinken dem Gesamtmarkt hinterher. Händler verweisen auf die Übernahme des Krankenversicherers Aetna durch die Drogeriekette CVS in den USA. Das könnte sich aufgrund der Marktmacht möglicherweise negativ auf die Pharmapreise auswirken. Bei Roche hat derweil eine US-Tochtergesellschaft von der FDA die Zulassung für eine Begleitdiagnostik in der Krebsbehandlung erhalten.

Nestlé (+0,8%) wird in einem Medienbericht Interesse an der Consumer-Health-Sparte der deutschen Merck nachgesagt. Laut einigen Analysten ist die Sparte ein "Natural Buy" für den Lebensmittelkonzern.

Etwas im Hintertreffen liegen zudem die Uhrenwerte Swatch und Richemont (je +0,1%). Abgaben verbuchen einzig Vifor Pharma (-0,2%) und Logitech (-0,1%).

AMS von Hochstufung befeuert

Im breiten Markt werden AMS (+5,3% auf 96,85 Franken) von einer Hochstufung durch Barclays getrieben. In einer Branchenstudie hat der Analyst die Bewertung auf "Overweight" von "Equal Weight" hochgestuft und das Kursziel deutlich auf 120 von 85 Franken angehoben. Der Analyst rechnet mit einem steigenden Einsatz von 3D-Sensoren. Trotz der bereits starken Performance könne der Kurs 2018 und 2019 weiter steigen. Der Chiphersteller hat zudem einen neuen optischen Sensor zur Steuerung von Beleuchtung lanciert.

Bei Idorsia (+0,5%) hat sich das starke Plus aus den frühen Handel abgeschwächt. Das Pharmaunternehmen arbeitet beim Wirkstoff Aprocitentan (ACT-132577) mit der Pharmasparte Janssen des US-Konzerns Johnson&Johnson zusammen. Idorsia erhält dafür eine einmalige Meilenstein-Zahlung in Höhe von 230 Millionen Dollar. Zudem seien Lizenzzahlungen vereinbart, die gestaffelt nach Umsatzentwicklung auf bis zu 35% steigen können.

Auffällig stark zeigen sich zudem Tornos (+8,6%), Starrag (+4,0%) oder Schaffner (+4,2%).

(AWP)