Aktien Schweiz - Schweizer Börse tritt auf der Stelle

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Donnerstagmittag weiterhin seitwärts.
02.11.2017 12:35

Der wenig bewegte SMI pendelt dabei orientierungslos im Bereich des Vortagsschlusses zwischen positiven und negativen Ständen hin und her, die Spannweite liegt bei unter 20 Punkten. Ein erneuter Angriff auf die Marke bei 9300 scheint zumindest für den heutigen Donnerstag eher unwahrscheinlich. Die Impulse dazu fehlten weitgehend, heisst es in Marktkreisen. Mit einer starken Performance sind die Aktien der Credit Suisse nach Zahlen die positiven Ausreisser.

Die starken Daten zum Einkaufsmanagerindex für die Industrie in der Euro-Zone hatten praktisch keinen Einfluss auf die Aktienkurse hierzulande. Am Nachmittag folgen dann noch Konjunkturdaten aus den USA, die noch für eine gewisse Verschiebung sorgen könnten, und nach Börsenschluss in Europa dann der Entscheid von Donald Trump für die Nachfolge von Fed-Chefin Janet Yellen.

Der SMI gewinnt bis kurz vor Mittag 0,1% auf 9274 Punkte und der 30 Aktien umfassende SLI 0,2% auf 1509 Punkte. Der breite SPI dagegen büsst minimal auf 10'635 Punkte ein. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 12 höher und 18 tiefer.

CS-Aktie nach Zahlen mit markantem Plus

CS (+4,1%) etablieren sich nach Zahlen mit noch grösserem Abstand als im frühen Geschäft als unangefochtener Spitzenreiter. Auf den ersten Blick legte die Schweizer Grossbank ein solides Quartalsergebnis vor. Beim Vorsteuergewinn wurden die Analystenerwartungen insgesamt erfüllt, beim Reinergebnis sogar klar übertroffen. Gut kommen insbesondere die kostenseitigen Fortschritte an. Für etwas Gesprächsstoff sorgt allerdings die Zusammensetzung des Vorsteuergewinns. So erlitt die Universalbank Schweiz im Jahresvergleich einen Gewinneinbruch und verfehlte die diesbezüglichen Erwartungen ziemlich deutlich.

UBS (+1,2%) lassen sich von den CS-Zahlen leicht mitziehen und belegen damit Platz zwei, gefolgt von Aryzta (+1,0%).

Gesucht sind auch Swisscom (+0,6%), ebenfalls nach Angaben zum dritten Quartal. Das grösste Schweizer Telecom-Unternehmen hat vorbörslich seine Drittquartalszahlen publiziert und dabei die Schätzungen von Analysten auf Umsatz- leicht und auf Gewinnstufe relativ klar übertroffen. Die Aktie hat in den letzten Monaten allerdings deutlich zugelegt, so dass das weitere Potential nach oben relativ begrenzt scheint.

Geberit (+0,4%) befinden sich nach zwei schwachen Tagen auf einem leichten Erholungskurs. In ähnlichem Rahmen legen zudem Clariant, Vifor Pharma und Julius Bär zu.

Swiss Re geben erste Gewinne wieder ab

Swiss Re (-0,1%) haben nach der Publikation von Quartalsdaten und einem starken Beginn mittlerweile ins Minus gedreht. Aufgrund von milliardenschweren Rückstellungen für Schadenforderungen aus Naturkatastrophen weist der Rückversicherer für die ersten neun Monate zwar einen Verlust aus, was allerdings erwartet wurde. Dennoch will das Unternehmen das ursprünglich geplante Aktienrückkaufprogramm umsetzen, was als Zeichen der Stärke ausgelegt wird. Die gebuchten Bruttoprämien lagen weitestgehend im Rahmen der Konsensschätzungen. Als Schwachstelle wurde in Marktkreisen das Erstversicherungsgeschäft von Corporate Solutions ausgemacht.

Am meisten unter Druck stehen derzeit Bâloise (-0,9%). Die Versicherung hat in den USA eine kleinere Akquisition vorgenommen und in das Insurtech-Startup Insurdata investiert.

Um je 0,7% verbilligen sich ABB, Swiss Life und Sonova.

Meyer Burger auf Berg- und Talfahrt

Im breiten Markt fallen Meyer Burger (-6,0%) mit einem volatilen Verlauf auf. Nach einem Einbruch um bis zu über 9% im frühen Geschäft hat der Titel vorübergehend in die positive Zone gewechselt. Das Unternehmen hat am Morgen eine umfassende Restrukturierung einschliesslich der Schliessung des Produktionsstandorts Thun angekündigt, die mit verschiedenen Sonderkosten verbunden ist.

AMS (+2,1%) erhalten dagegen von einer Aufstufung durch Morgan Stanley auf "Overweight" frischen Rückenwind.

Jeweils nach Zahlen ziehen die Bankenwerte LUKB (+0,9%) moderat und Valiant (+5,1%) etwas deutlicher an. Mikron notieren nach einer Gewinnwarnung unverändert.

Ausserdem hat der bisherige Börsenkandidat Poenina seine Pläne nun konkretisiert und eine Preisspanne für das IPO von 40 bis 46 Franken festgelegt. Der erste Handelstag ist voraussichtlich für den 16. November geplant.

(AWP)