Aktien Schweiz - Schweizer Börse unter Druck

Der Schweizer Aktienmarkt kann nicht an die Gewinne vom Vortag anknüpfen und verliert im Laufe des Mittwochmorgens an Boden. Händler sprechen von einer leichten Konsolidierung nach den jüngsten Avancen.
24.07.2019 11:30

Dies trotz guter Vorgaben aus den USA - dort hatten gute Unternehmensberichte und positive Anzeichen im US-Handelsstreit mit China der Wall Street nämlich Rückenwind beschert.

Mittlerweile ist aber der für Donnerstag anstehende Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) in den Fokus der Investoren gerückt. Bis dahin dürften sich die Anleger nicht mehr allzu stark aus dem Fenster lehnen, heisst es im Markt. Da ziemlich unklar sei, was die EZB genau machen oder bekanntgeben werde, sei die Nervosität gross. Je nach Ausgang könnte es zu klaren Bewegungen in die eine oder andere Richtung kommen, glauben Analysten.

Der SMI verliert kurz nach 11 Uhr 0,4 Prozent auf 9924 Punkte. Der 30 Aktien umfassende SLI büsst 0,4 Prozent auf 1529 und der breite SPI 0,4 Prozent auf 12'026 Zähler ein. Unter den 30 wichtigsten Aktien liegen 17 im Minus, 12 im Plus und 1 ist unverändert.

Clariant tauchen nach CEO-Abgang

Die grösste Bewegung bei diesen Werten gibt es bei Clariant, wobei sich die Verluste mittlerweile auf 4,1 Prozent ausgedehnt haben. CEO Ernesto Occhiello ist nach lediglich neun Monaten bereits wieder zurückgetreten. Der frühere Chef und derzeitige VR-Präsident Hariolf Kottmann übernimmt das Ruder vorübergehend wieder. Da keine genauen Details bekannt sind, gibt es im Markt eine gewisse Verunsicherung. Der Rücktritt gebe jedenfalls Anlass zu Spekulationen, so die Analysten von Baader Helvea.

Clariant wird am (morgigen) Donnerstag dann noch die Halbjahreszahlen nachreichen. Dies werden auch die SMI-Werte ABB (-0,1%), Roche (+0,1%) und Sika (unv.) tun.

Im Fokus stehen zu Handelsbeginn auch Lonza (+1,5%). Der Basler Feinchemikalienhersteller und Pharmazulieferer hat seine Jahreszahlen veröffentlicht und dabei die Erwartungen erfüllt. Zugpferd war die neu aufgestellte Sparte Lonza Pharma Biotech & Nutrition, doch auch das schwächelnde LSI-Geschäft zeigt erste Anzeichen einer Erholung.

AMS im Hoch

Grösster Gewinner sind derweil AMS (+4,6%) mit einem erneuten satten Plus nach diversen Kurszielerhöhungen. Der Halbleiterzulieferer hatte am Vortag Zahlen präsentiert und der Aktie damit bereits starken Schub verliehen (+8%). Auch Logitech (+1,9%) legen auf die Gewinne vom Vortag nach Quartalszahlen nochmals einen drauf.

Bei den grössten Verlierern unter den Bluechips sind derweil auch die Banken. UBS (-2,3%) haben einen guten Teil der Gewinne vom Vortag nach Zahlen bereits wieder abgegeben. Im Nachgang zu den Halbjahreszahlen vom Vortag haben diverse Analysten nun ihre Kursziele gesenkt.

Deutlich besser halten sich die Papiere der CS (-0,4%). Die zweitgrösste Schweizer Bank wird nächste Woche ihr Quartalsergebnis der Öffentlichkeit vorstellen. Gar noch deutlicher erwischt es die Papiere der Privatbank Julius Bär (-2,9%). Diese hatte am Montag Zahlen veröffentlicht.

EFG nach schlechten Zahlen im Verkauf

Im breiten Markt haben diverse Firmen ebenfalls Zahlen publiziert. Am meisten bewegt davon werden die Papiere von EFG (-8,1%). Die Zürcher Privatbank hat mit ihren Halbjahreszahlen enttäuscht, wobei vor allem die Neugeldentwicklung und erneute Sonderfaktoren für Ernüchterung sorgten.

Stark abwärts geht es auch bei Bobst (-6,9%). Wie bereits vorangekündigt hat der Verpackungshersteller einen deutlichen Gewinneinbruch erlitten. Analysten zeigen entsprechend wenig zuversichtlich für das Papier.

Besser aufgenommen wurden die Zahlen von Sulzer, allerdings ist die Aktie nach Anfangsgewinnen ins Minus (-0,3%) gerutscht. Dass die Prognosen für Umsatz und Bestellungseingang im Gesamtjahr erhöht würden, sei nach kürzlichen Aussagen des CEO und einem starken ersten Quartal zu erwarten gewesen, heisst es etwa.

Weiter haben auch Calida (+1,5%), Starrag (-1,3%) oder WKB (unv.) ihr Halbjahresergebnis offengelegt. Bei Lindt&Sprüngli (N -0,9%, PS -0,6%) kommt es derweil nach den Avancen des Vortages zu Gewinnmitnahmen.

(AWP)

 

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