Aktien SchweizSchweizer Börse verharrt im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstagvormittag die Anfangsverluste leicht ausgebaut, wobei der Leitindex SMI zeitweise wieder unter die Marke von 9000 Punkten gerutscht ist.
10.08.2017 13:10

Weiterhin belastet der Nordkorea-Konflikt die Aktienmärkte weltweit. Die Erwähnung eines möglichen Kriegs lasse Investoren umgehend in Deckung gehen, kommentiert ein Marktanalyst: Wer angesichts der Konfrontation zwischen den USA und Nordkorea nun Aktien kaufe, brauche "Nerven aus Stahl".

Bereits gebe es von mehreren grossen Adressen Verkaufsempfehlungen für Aktien, Potenzial werde dafür in Gold und Sachwerten gesehen, meint ein weiterer Händler. Einige Marktteilnehmer machten sich nun bereit für eine grössere Korrektur. Auch der Schweizer Franken legt nach einer gewissen Stabilisierungsphase am Mittag insbesondere zum Euro wieder an Stärke zu. Am Schweizer Markt läuft derweil die Halbjahresberichtssaison weiter, wobei mit Adecco und Zurich zwei SMI-Unternehmen im Zentrum stehen.

Der SMI verliert zur Mittagszeit 0,2% auf 9006 Punkte, das Tagestief hat er bei 8989 Punkten erreicht. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,3% auf 1437 und der breite SPI 0,3% auf 10'251 Zähler nach. Von den 30 SMI/SLI-Werten notieren 23 im Minus, 6 im Plus und 1 (Sika) unverändert.

Adecco enttäuscht - Aktie taucht

Weiterhin klar die deutlichsten Abschläge unter den Bluechips entfallen auf die Aktien des Personalvermittlers Adecco (-5,5%). Mit seinen Zahlen für das zweite Quartal 2017 hat das Unternehmen die Schätzungen der Analysten nicht erfüllt. Die Experten hatten sich vor allem beim Umsatzwachstum nach starken Quartalszahlen der Konkurrenten Manpower und Randstad deutlich mehr erhofft.

Dagegen können Zurich (+0,1%) leicht zulegen. Der Versicherer hat mit seinen Halbjahreszahlen die Vorgabe der Analysten sowohl beim Betriebsergebnis wie auch beim Reingewinn übertroffen. Analysten verwiesen vor allem auf die gute Entwicklung auf der Kostenseite. Die weiteren Versicherungstitel Swiss Life (-0,6%) und Swiss Re (-0,8%) notieren dagegen im Minus.

Bei den am Vortag noch sehr schwachen Grossbankenwerten zeigen UBS (+0,7%) eine Erholung, während CS (-0,3%) weiter nachgeben. Marktbeobachter verweisen auf Medienberichte, wonach sich der Katar-Konflikt zunehmend auf Gesellschaften wie die CS auswirke, an denen das arabische Land Beteiligungen besitzt. Leicht im Plus stehen auch die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär (+0,5%). Uneinheitlich zeigen sich auch die Luxusgüterwerte Richemont (+0,1%) und Swatch (-0,3%), die am Vortag noch unter der Verunsicherung über die wichtige Verkaufsregion Ostasien gelitten hatten.

Defensive Schwergewichte stützen

Dass die Schweizer Indizes weniger stark nachgeben als andere grosse europäische Handelsplätze ist nicht zuletzt auf Kursgewinne der defensiven Pharma-Schwergewichte Novartis (+0,2%) und Roche (+0,1%) zurückzuführen. Beide Titel waren am Vortag noch mit deutlichen Abschlägen aus dem Handel gegangen. Die grosskapitalisierten Nestlé-Titel (-0,6%) stehen allerdings auch am Donnerstag klar im Minus.

Im breiten Markt stehen ebenfalls zahlreiche Halbjahresabschlüsse im Zentrum. Klar negativ aufgenommen werden dabei die Semesterergebnisse des Bauausrüsters Arbonia (-4,4%) sowie der Lagerlogistikgruppe Kardex (-2,7%), unverändert werden die Titel des Pharmaunternehmens Basilea gehandelt.

Leicht fester notieren die Valiant-Titel (+0,1%) nach Halbjahreszahlen innerhalb der Erwartungen. Positiv aufgenommen werden die Semesterzahlen der Online-Reiseagentur Lastminute.com (+3,7%), das Unternehmen will zudem den Rückkauf von einem Drittel des gesamten Aktienkapitals prüfen. Das Immobilienunternehmen Peach Property (+1,0%) hat einen Gewinnsprung für das erste Halbjahr angekündigt.

(AWP)