Aktien Schweiz:  - Schweizer Börse verharrt im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Donnerstag zur Mittagszeit weiter klar im Minus.
17.08.2017 12:55

Der SMI als wichtigster Schweizer Aktienindex fiel bereits zu Sitzungsbeginn klar unter die Marke von 9000 Punkten, erholte sich dann wieder etwas und bewegt sich seither mehr oder weniger seitwärts bei etwa 8980 Zählern. Nach den leichten Avancen am Vortag habe sich die Stimmung aber bereits wieder deutlich verschlechtert, heisst es im Markt. Händler machen die Gründe vor allem in der US-Wirtschaft und Politik aus.

Während das Sitzungsprotokoll der Notenbank Fed die Investoren am Vorabend über den künftigen Zinspfad im Unklaren liess, sorgen sie sich weiter um die neuesten Schritte von Präsident Donald Trump. Dessen Entscheidung, gleich zwei Wirtschaftsberater-Zirkel aufzulösen, habe bei den Anlegern Unbehagen erzeugt. Trump isoliere sich damit zunehmend, und an eine Umsetzung seines Wirtschaftsplans glaube ohnehin kaum noch jemand. "Die US-Konjunktur läuft zwar noch solide, Trumps Unberechenbarkeit könnte aber jederzeit zum Risiko werden", so eine Stimme aus dem Markt.

Der SMI notiert am Mittag 0,6% tiefer bei 8986 Punkten, dies bei einem (bisherigen) Tagestief von 8946 bzw. -hoch von 9003. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,6% auf 1433 und der breite SPI 0,4% auf 10'244 Stellen. Von den 30 SMI/SLI-Titel notieren zur Berichtszeit 23 im Minus, 6 im Plus und 1 (Partners Group) unverändert.

Geberit tauchen nach enttäsuchenden Zahlen

Weiter klar grösste Verlierer unter den Bluechips sind Geberit (-5,3%), wobei der Titel das Tagestief klar hinter sich gelassen hat. Der Sanitärtechnikkonzern hat mit seinen Halbjahreszahlen die hohen Erwartungen nicht erfüllen können und wird entsprechend abgestraft. Insbesondere die Entwicklung in Deutschland sei enttäuschend ausgefallen, meint ein Analyst. Da das Papier zudem zuletzt vom schwachen Franken bzw. starken Euro profitiert hatte und auf Allzeithoch geklettert war, nehmen nun viele Anleger die Gewinne der letzten Wochen mit.

Deutlich besser aufgenommen werden die Zahlen von Swisscom (-0,5%), wobei die Aktie nach einem guten Start schnell ins Minus abrutschte. Der grösste Schweizer Telekomanbieter hat auf Gewinnstufe deutlich über den Erwartungen abgeschnitten, wobei Experten insbesondere den EBITDA als "überzeugend" bezeichneten. Das Kostenprogramm zeige deutliche Wirkung, heisst es. Aber auch die italienische Tochter Fastweb mache erneut Freude.

Die grössten Verluste neben Geberit gehen derweil an Aryzta (-1,6%), die am Vortag unter den besten Werten waren, sowie die beiden Grossbankentitel UBS (-1,3%) und CS (-1,1%). Aber auch Swiss Life (-0,6%) müssen im Nachgang zu den Zahlen vom Vortag etwas deutlichere Einbussen hinnehmen, trotz Kurszielerhöhungen von Analysten. Unter den grosskapitalisierten Werten verlieren Novartis (-0,7%) etwas mehr als Roche und Nestlé (je -0,4%).

Sonova nach Lancierung eines neuen Chips gesucht

Als klare Nummer eins präsentieren sich derweil Sonova (+3,3%), die bescheidene Anfangsgewinne bis zum Mittag klar ausgebaut haben. Der Hörgerätehersteller hat einen neuen 2,4-GHz-Wireless-Chip lanciert, wie er mitteilte. Dieser ermögliche direkte Konnektivität zu jedem Mobiltelefon sowie die Verbindung zwischen zwei Hörgeräten unter Verwendung einer einzigen Funktechnologie. Relativ klar gesucht sind derweil auch Sika (+0,9%) sowie Lonza und Dufry (je +0,7%).

Im Fokus stehen aber auch einige Titel aus dem breiten Markt. Sehr stark gesucht sind insbesondere Straumann (+9,5%). Der Zahnimplantate-Hersteller hat neben seinen Zahlen den Einstieg in die Kieferorthopädie vermeldet. Er übernimmt dazu u.a. den US-Anbieter Clearcorrect für einen Kaufpreis von rund 150 Millionen Dollar, was von Analysten begrüsst wird.

Unter Druck nach Zahlen sind derweil Kudelski (-4,9%). Der Westschweizer Verschlüsselungsspezialist musste aufgrund von höheren Abschreibungen sowie höheren Material-, Finanzierungs- und Personalkosten. Zahlen gab es auch von Cicor (+3,0%), BCV (+0,1%), Bell (-0,4%), Bank Linth (-0,2%), SGKB (+0,6%), Ascom (+3,8%), Hochdorf (-5,6%) sowie Cham Paper (unverändert).

Weiter stark im Aufwind stehen Tecan (+6,7%). Der Laborausrüster hatte bereits am Vortag nach Zahlen deutlich zugelegt und profitiert jetzt von diversen positiven Kommentaren und Einschätzungen. Ein Kaufempfehlung von Helvea stützt zudem Siegfried (+3,9%).

(AWP)